Rolle oben
Chronik - Artikel von Beginn bis 1999
 
S1 (Suchbegriff 1) Suchmethode S2 (Suchbegriff 2)
Artikel pro SeiteArtikel ab JahrArtikelSeiten blättern
1 bis 50 von 78 < zurück weiter >

Ihre Suche nach Trinitatiskirche erbrachte folgende Ergebnisse.
Zu Ihrem Suchbegriff wurden 11 Artikel ab dem Jahr 2000 gefunden.

1170 Die Wolfgangskapelle in Gera
twa um das Jahr 1170 bis 1186 wurde in der Geraer Vorstadt die Sankt Wolfgangskapelle errichtet. 1323 wurde sie der neu erbauten Trinitatiskirche angegliedert. 1841 wurde die Kapelle, welche den Hirten und Schäfern als Wallfahrtsort gedient hatte, abgebrochen und der frei gewordene Platz wurde zur Errichtung des Kirchturms verwendet.
1300 Die Sankt Trinitatiskirche
iese bekannte Geraer Kirche wurde am Anfang des 14. Jahrhunderts errichtet und kann somit als einer der ältesten Sakralbauten der Stadt bezeichnet werden.
Zusatzinformationen
1323 Die Trinitatiskirche in Gera
ie erste Anlage der Trinitatiskirche mit der Sankt Wolfgangskapelle ging auf dieses Jahr zurück. Die bekannte Kirche in der Geraer Innenstadt war 1611 erweitert worden. Die Sankt Wolfgangskapelle galt als Wallfahrtsort der Hirten und Schäfer und wurde 1841 abgebrochen.
Bilder aus unserer Galerie
32 Bilder gefunden - zur Bildergalerie
1333 Die erste Trinitatiskirche
ie Kirche wurde als Gotteshaus in diesem Jahr erstmals erwähnt. Da sie sich weit vor den Stadtgrenzen befand, blieb sie von sämtlichen Stadtbränden und Großfeuern verschont und wurde aber erst 1611 erweitert. (Trinitatis ist das Dreifaltigkeitsfest (auch Dreieinigkeitsfest) am ersten Sonntag nach Pfingsten. Das Fest wurde 1334 durch Papst Johannes XXII. in den Römischen Kalender eingeführt und ist der Verehrung der Heiligen Dreifaltigkeit gewidmet: Gottvater, Gottsohn und Gott Heiliger Geist.) Es ist das einzige Geraer Gotteshaus, welches nicht geostet wurde, der Altar also nicht in Richtung Osten (Jerusalem) gerichtet ist. Viele Jahre diente sie dann als Grabeskirche und der angrenzende Park war zwischen 1550 und 1900 der Friedhof.
1355 Die Tuchmacherei in Gera
n der Zeit um 1355-1360 begannen die ersten Tuchmacher mit ihrem Handwerk in Gera. Das Tuchmacherhandwerk entwickelte sich stetig weiter und gut 100 Jahre später (1478) gab es in Gera schon 61 selbstständige Tuchmacher. Die Arbeit war sehr kompliziert, da sie aus vielen verschiedenen Arbeitsschritten bestand, die alle beherrscht werden mussten. Zum Tuchmachen gehörte das Wollspinnen, Weben, Waschen, Spülen, Scheren und das Färben dazu. Tuchmacher benötigten viel Wasser und daher überspannten viele Fläh- und Spülbrücken den Geraer Mühlgraben. Linksseitig des Mühlgrabens (Gegenüber dem UCI-Kino und an der Trinitatiskirche, was noch unbebaut war.) waren die großen Bleichplätze zu finden.
1402 Das Badertor
era hatte im Verlauf seiner wechselhaften Geschichte mehrere Stadttore, welche auf verschiedenen Seiten die Menschen hinein und aus der Stadt heraus ließen, und das auch nur zu bestimmten Urzeiten und keinesfalls nachts. Das Badertor stand bis zum Jahr 1884, als es abgerissen wurde. Den Namen erhielt es durch die mittelalterliche Baderei vor dem Tor. Die Bader übernahmen wichtige Tätigkeiten, denn sie nahmen mitunter chirurgische Eingriffe vor und betätigten sich damit im medizinischen Sektor. Die Badereien allgemein waren aber oftmals auch durch die dort herrschende Prostitution verrufen und hatten mit einer öffentlichen Badeanstalt späterer Jahre nichts gemein. Ein Besuch dort konnte sich nicht jeder leisten. Hygiene war für viele Menschen zu dieser Zeit ein Fremdwort, denn kaum jemand hatte zuhause so etwas wie ein Bad oder eine eigene Toilette. Durch das Badertor verlief die Handelsstraße nach Regensburg. Es wurde somit das wichtigste Tor der Stadt. Würfe man es im 21. Jahrhundert suchen, würde man es zwischen dem Goethegymnasium/Rutheneum seit 1608 und dem Elster-Forum finden. Wer durch das Badertor schritt, sah ab dem Jahr 1611 die Trinitatiskirche in einiger Entfernung vor sich.
1445 Die Geraer Hospitale
as Wolfgangshospital lag außerhalb der Stadt, da dort immer wieder Pest- und Lebragefahr bestand und man die Ausbreitung von Seuchen innerhalb der Stadtmauern auf jeden Fall verhindern wollte. In unmittelbarer Nähe davon wurde 1611 die Trinitatiskirche geweiht, welche über Jahrhunderte die Geraer Grabeskirche war und daher auch einen Friedhof (Trinitatisfriedhof) hatte, auf dem bis zum Jahr 1900 Beisetzungen vorgenommen wurden. Das Marienhospital war dagegen schon im 15. Jahrhundert eine Unterbringung für alte und gebrechliche Menschen. Das Marienhospital wurde 1445 erstmals urkundlich bezeugt und im gleichen Jahr wurde der Einrichtung von zwei reichen Geraer Familien ein Meßbecher geschenkt, was zu dieser Zeit einem enormen Besitztum gleich kam. Im Jahr 1639 brannte das Hospital ab und an seiner Stelle wurde ein Zucht- und Waisenhaus gebaut. Später wurde es als Stadtmuseum bekannt.
1450 Das mittelalterliche Gera
on der mittelalterlichen Bautätigkeit in Gera sind uns nur wenige Reste erhalten. Die Belagerung der Stadt im Sächsischen Bruderkrieg 1450 und die zahlreichen verheerenden Stadtbrände, u. a. von 1686 und 1780, haben das alte Stadtbild weitgehend zerstört. Vielleicht gehören Teile der ehemaligen Friedhofskirche (Trinitatiskirche) auf dem südwestlich vor der Stadtmauer gelegenen Anger (später der Roßplatz), die erstmals 1333 urkundlich genannt wird, noch dieser Zeit an. Sie wurde 1611 erweitert, 1869 erneuert und hat 1899 einen Glockenturm erhalten. Das 1445 vor dem späteren Badertor (nordwestlich der Stadtmauer) als Stiftung der Familien Kudorf und Waltheym errichtete Hospital Beatae Mariae Virginis mit Kapelle brannte 1686 ab. An seiner Stelle entstand 1724-38 das Zucht- und Waisenhaus. Das als Hospital der "Sundersiechen" 1482 und 1487 genannt Wolfgangshospital auf dem Anger (später Roßplatz) wurde im 19. Jahrhundert abgebrochen.
10.10.1474 Die Jahresrente für das Hospital
einrich, der Herr zu Gera, überwies an diesem Tag die beim Rat zu Gera zu erhebende Jahresrente in Höhe von 50 fl. Rheinisch jährlich an das vor der Stadt liegenden Hospital, neben der Trinitatiskirche, zu zwei Teilen. Das Hospital erhielt 26 fl. Rheinisch und der den Altar zu "Unsere lieben Frau" in dessen Kapelle bedienende Priester wurde mit 24 fl. Rheinisch bedacht. Der Herr von Gera wiederum empfing für die an das Hospital jährlich zu entrichtende Zinssumme an Kapital 1000 fl. Rheinisch von dem Geraer Bürger Franz Kudorf, welcher das Geld als sein "selengeräth", sein Testament, dem Hospital vermacht hatte. (fl. Rheinisch bezeichneten zu dieser Zeit den Gulden und fl. stand für den Florentiner Gulden)
Bilder aus unserer Galerie
1 Bilder gefunden - zur Bildergalerie
15.02.1482 Stiftung von Seelenmessen
er Geraer Bürger Kunz Freitag und seine Schwester Adelheid stiften für die St. Wolfgangskapelle wöchentlich zwei Seelenmessen. Die Kapelle befand sich neben dem Siechenhaus am heutigen Eingang zur Talstraße und wurde 1841 abgebrochen. Erhalten geblieben ist die spätgotische Außenkanzel, die an der Ostwand der Trinitatiskirche angebracht wurde.
Zusatzinformationen
1500 Die unbebaute Innenstadt
as was später die Geraer Innenstadt wurde war im 14. und 15. Jahrhundert noch unbebaut und bildete zu dieser Zeit den "Anger". Das war der Weideplatz für das Stadtvieh zwischen dem Badertor und der Trinitatiskirche am Gottesacker. Das Gebiet zwischen der Ostseite des späteren Roßplatzes und dem Mühlgraben wurde dann als Limmer´scher oder Schlick´scher Garten bezeichnet. Die dafür bis ins 19. Jahrhundert bestehende eigene Gerichtsbarkeit und die Befreiung von städtischen Abgaben lassen vermuten, das dort der quedlinburgische Klosterhof aus den Anfängen der Stadtentwicklung zu suchen ist.
1500 Die Kanzel an der Trinitatiskirche
ie Inschrift der Kanzel an der Außenwand der Trinitatiskirche datiert auf das Jahr 1500 und zählt zu den bedeutendsten bauplastischen Werken spätgotischer Provenienz (Herkunft) in der Region. Filigranes Blendmaßwerk schmückte seit je her die Brüstung und den Schalldeckel (Kanzelhimmel oder auch Kanzelhaube darüber). Die Tür der Kanzel schließt ein Kielbogen (spitzer gotischer Bogen, auch Akkolade genannt.) ab, der von krabbenbesetzten Fialen (aus Stein gemeißelte schlanke und spitz zulaufende Türmchen in der gotischen Architektur) flankiert wird.
Bilder aus unserer Galerie
1 Bilder gefunden - zur Bildergalerie
25.01.1511 Finanznot seit gut 60 Jahren
n diesem Tag verkauften der Bürgermeister und der Rat der Stadt Gera dem Rat zu Zeitz für die zwei Hospitäler an der St. Trinitatiskirche 40 fl. (florentiner Gulden) Zinseinnahme für die Zahlung von 666 fl. und 14 Groschen Kapital auf Wiederkauf. Am gleichen Tag erfolgte ein Verkauf von Ratseinnahmen in selber Höhe an den Kanzler Dr. Johann Biermost vom Rathaus der Stadt Gera. (Seit dem sächsischen Bruderkrieg von 1450 war Gera in argen Finanznöten.)
30.09.1533 Friedhofsverlegung
uf Anweisung der Visitatoren verlegt der Geraer Pfarrer seine Wohnung nach dem „Termineyhause auf dem Niklasberge“. Im gleichen Jahr wird der Friedhof vom Johanniskirchenplatz innerhalb der Stadtmauern nach dem Platz hinter der Trinitatiskirche verlegt. Als Grundstück findet der, 1238 von Jutta von Gera der Johanniskirche geschenkte Garten, Verwendung.
1542 Im Garten des Wolfgangshospitals
um Wolfgangshospital an der Trinitatiskirche gehörten zu dieser Zeit die sogenannten "Siechhäuser". Das Hospital war wesentlich älter als die Ersterwähnung in einer Urkunde dieses Jahres, denn die Siechhäuser im Garten des Hospitals versorgten schon die Rückkehr der Kreuzzüge (11.-13. Jahrhundert) indem sie dort isoliert wurden, um die Geraer Einwohner vor unbekannten, exotischen und ansteckenden Krankheiten zu schützen. Dort lagen auch Pest- und Syphilispatienten.
Bilder aus unserer Galerie
1 Bilder gefunden - zur Bildergalerie
1555 Der neue Friedhof
er neue Friedhof bekam den Namen "Alter Gottesacker" und war neben der Trinitatiskirche zu finden. Der Friedhof neben der Sankt Johanniskirche, damals auf dem Johannisplatz am späteren "Rutheneum seit 1608" (Goethegymnasium) war vor die Stadt verlegt worden. Zu dieser Zeit war die Stadt unterhalb des Gymnasiums am Badertor zu Ende.
Bilder aus unserer Galerie
2 Bilder gefunden - zur Bildergalerie
1556 Der Geraer Leichensteg
ie Bezeichnung des "Leichensteg" entstand zur Zeit des ausgehenden Mittelalters. Nach der Reformation durch Martin Luther (ab 31.10.1517) wurde der Friedhof vom Johannisplatz neben der 1780 abgebrannten Johanniskirche vor der Stadt neben die Trinitatiskirche verlegt worden. Die Leichenzüge bogen seit dem hinter dem Badertor, am Goethegymnasium, nach links ab und führte über einen eigens deshalb erst gebauten Mühlgrabensteg und über den Roßplatz nach dem Friedhof. Ursprünglich führte nur ein einfacher hölzener Steg über den Mühlgraben, daher auch der Name "Leichensteg". Erst 1750 wurde der alte Steg durch eine Brücke ersetzt. Ab 1839 hieß der "Leichensteg" dann "Gerbergässchen". (Der alte Friedhof an der Trinitatiskirche trug noch Jahrhunderte später, als es schon lange ein Park war, im Volksmund den Namen "Knochenpark".)
1607 Das Badertor
ie Stadt Gera hatte nunmehr seit 370 Jahren das Stadtrecht und damit eine weitgehende Selbstbestimmung. Da Gera Handelsbeziehungen in "alle" Himmelsrichtungen pflegte, konnte man auch aus allen Richtungen kommend in die Stadt gelangen oder diese wieder verlassen. Gera hatte eine Stadtmauer und konnte nur über die mit Wachen besetzten Stadttore betreten werden. Eines dieser Tore war das Badertor am Rutheneum (Goethegymnasium), welches von einem Naumburger Steinmetz errichtet worden war. Ein Jahr später wurde das Rutheneum eröffnet und 1609 begann der Bau der Trinitatiskirche am Trinitatisfriedhof.
1611 Kirchenumbau in Gera
eit Mitte des 16. Jahrhunderts, nach der Reformation durch Martin Luther (1483-1546), war der Geraer Friedhof außerhalb der Stadt an der Trinitatiskirche zu finden. Diese Kirche wurde nun, auf Grund ihrer neuen Funktion als Begräbniskirche, umgebaut und erweitert worden. Auch der Friedhof wurde bis zu seiner endgültigen Außerbetriebnahme im Jahr 1900 mehrfach erweitert.
Zusatzinformationen
Bilder aus unserer Galerie
1 Bilder gefunden - zur Bildergalerie
1611 Der Quedlinburger Hof in Gera
ber die Lage des Quedlinburger Hofes ist nichts bekannt. Man hat vermutet, dass er auf dem Anger, dem späteren Roßplatz, lag, doch scheint die Lokalisierung im Nordosten der Altstadt, d. h. auf dem im Gelände deutlich exponierten Nikolaiberg, näher liegend zu sein. Die alte Nikolauskapelle, an deren Stelle später die Trinitatiskirche im Jahr 1611 errichtet wurde, wäre dann vielleicht das älteste Geraer, zum Quedlinburger Hof gehörige Gotteshaus gewesen. Vielleicht ist das "Schreibersche Haus" in seinem Kern ein Rest dieser Anlage. Wir hätten also dann in Gera mit einer ähnlichen Entwicklung wie in Arnstadt zu rechnen, wo ebenfalls die Burg des Vogtes entfernt von dem ältesten Wirtschaftshof am anderen Ende der Siedlung liegt.
1624 Eine neue Brücke in der Vorstadt
u dieser Zeit lag in der Geraer Vorstadt der Mühlgraben noch offen und musste demnach überquert werden. In der Heinrichstraße wurde daher eine schmale Brücke angelegt, was darauf schließen ließ, dass man mit der Erweiterung Geras in Richtung der Elster und Trinitatiskirche, der Geraer Grabeskirche begonnen hatte.
1630 Die Trinitatiskirche
ie Trinitatiskirche wurde als Geras Grabeskirche zu Beginn des 17. Jahrhunderts errichtet und der schon zuvor angelegte Friedhof dort diente der Stadt von der Mitte 16. Jahrhunderts des bis 1899 als Begräbnisstätte. Im Jahr 1630 kam es zur Aufstellung großes Abendmahlbild von Johann Dobenecker (1596-1670), einem bekannte Geraer Künstler, welcher im Jahr 1630 Heinrich II. Posthumus portraitieren durfte.
30.01.1635 Dem Duell zum Opfer gefallen
u dieser Zeit war es durchaus noch üblich, dass zwei streitende Herren voneinander Satisfaktion (Genugtuung) forderten, weil sie sich gegenseitig beleidigt sahen oder in ihrer Ehre gekränkt. Danach duellierten sie sich und recht bekam am Ende derjenige, welcher das Duell überlebte. Meist wurden die Duelle mit Fecht- oder Schusswaffen ausgetragen. Ein schwedischer Duellant, ein Soldat der mit seiner Truppe während des Dreißigjährigen Krieges in Gera das Winterquartier bezogen hatte, starb dabei an einer Stichverletzung und wurde auf dem Geraer Gottesacker, der ehemalige Friedhof an der Trinitatiskirche, begraben.
16.02.1658 Hochwasser in Gera
wischen dem 16. und dem 19. Februar des Jahres hatte es in Gera ein starkes Hochwasser gegeben. Der Geraer Friedhof, zu der Zeit der Platz neben der Trinitatiskirche (später daher Knochenpark genannt), war von der Vorstadt abgeschnitten. Der Weg vom Badertor am Gymnasium bis zur Kirche lag außerhalb der Geraer Stadtmauern und der Friedhof, Gottesacker genannt, sehr nahe an der Elster. Wegen der Fluten konnten zu diesem Zeitpunkt auch keine Beerdigungen vorgenommen werden, was ein Problem darstellte, da die Verstorbenen nicht aus der Stadt geschafft werden konnten.
1666 David Nieke geboren
avid Nieke war ein bekannter Geraer Maler des 17. Jahrhunderts. Das Altarbild in der 1611 errichteten St. Trinitatiskirche wurde um 1700 von ihm erschaffen und war schon seinerzeit von sehr hoher künstlerischer Qualität geprägt. David Nieke stellte die Heilige Dreifaltigkeit in Gestalt der thronenden Gottvater-Christus-Gruppe und der Taube des Heiligen Geistes dar. David Nieke verstarb hoch angesehen im Jahr 1726 in Gera.
1686 Zwischen Stadttor und Kirche
ie "Straße" zwischen dem Badertor unterhalb des Johannisplatzes und dem Friedhof der Trinitatiskirche (Park der Jugend) erstreckte sich zu dieser Zeit der "Steinweg nach dem Gottesacker", welcher erst ab 1839 "Heinrichstraße" genannt wurde.
1693 Wanderheuschrecken
er Friedhof an der Trinitatiskirche wurde ummauert. Im Sommer dieses Jahres richteten massenhaft auftretende Wanderheuschrecken große Schäden an der Vegetation um Gera an.
1693 Der Trinitatiskirchhof
n diesem Jahr wurde der Kirchhof der Geraer Trinitatiskirche ummauert. Die Trinitatiskirche lag zu diesem Zeitpunkt noch vor den Stadtmauern und galt als Grabeskirche der Stadt. Bis 1900 wurde hier die Verstorbenen der Stadt zu Grabe getragen.
1700 Der Gnadenstuhl
er Gnadenstuhl ist ein Bildtypus der christlichen Kunst zur Darstellung der Trinität (Dreifaltigkeit): Gottvater hält das Kreuz (Kruzifix) mit dem toten Christus in beiden Händen, während die Taube als Symbol des Heiligen Geistes darüber schwebt. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts kamen außerdem Bildnisse auf, bei denen Gottvater den Leichnam des toten Sohnes auf seinem Schoß hält oder stehend den Sohn vor sich zeigt. Ein solcher Gnadenstuhl wurde im Jahr 1700 in die Geraer Trinitatiskirche eingebracht.
1700 Ein reußischer Kanzler
n diesem Jahr wurde die Trinitatiskirche zur letzten Ruhestätte eines reußischen Politikers in der Zeit nach Heinrich Ii. jüngere Linie Posthumus (1572-1635). Das Grabmahl des reußischen Kanzlers Johann von Freisleben (1650-1700) war dort für die Nachwelt gestaltet worden.
1706 Aus dem Anger wurde eine Allee
er Geraer Anger, seit dem Mittelalter ein unbebauter Platz in der späteren Innenstadt, Roßplatz, Mühlgraben und Brühl, diente als Viehweide. Durch Anbauten wurde die Viehweide immer kleiner und war bald als solche nicht mehr dienlich. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde der Anger erstmals mit einer Allee von Linden, Ahorn, Ebereschen und Birken bepflanzt. Es wurde ein Platz daraus und eine Verbindung zur Neustadt und zur Trinitatiskirche.
1711 Die Erweiterung des Kirchhofes
m Jahr 1693 war der Kirchhof der Geraer Trinitatiskirche ummauert worden. Nun hatte man begonnen ihn nach Süden zu erweitern. Die Kirche war zu diesem Zeitpunkt schon fast 400 Jahre alt und war die Geraer Grabeskirche in der Vorstadt.
1718 An den Pflanzbeeten in Gera
as neue Flussbett des zu den oberen Hofwiesen geleitete Geraer Spitalbachs wurde nun bei den Pflanzbeeten (Heinrichstraße / Friedericistraße) über den Mühlgraben geführt. Seinen Namen hatte der kleine Spitalbach durch seine Nähe zu den Geraer Spitälern, oder Hospitälern, neben der St. Trinitatiskirche erhalten.
1718 Das Hospital St. Wolfgang
u dieser Zeit hatte die Stadt Gera zwei Hospitäler, welche der Krankenpflege dienten. Sie waren neben der St. Trinitatiskirche zu finden, etwa an der Einfahrt zur späteren Talstraße. In diesem Jahr erfolgte der letzte Neubau des Hospitals zu St. Wolfgang am Anger, so wurde die Gegend zu dieser Zeit noch bezeichnet. Später wurde die Hospitäler ins Ostviertel verlegt.
1718 Eine alte Totenglocke
ie alte St. Wolfgangskapelle neben der Geraer Trinitatiskirche erhielt in diesem Jahr ein neues Türmchen. In diesem Türmchen schlug dann die von Max Rosenheimer aus Schleiz schon im Jahr 1517 gegossene Totenglocke. Die Trinitatiskirche war die Geraer Grabeskirche zu diesem Zeitpunkt und die Glocke ein markantes akustisches Zeichen für die Geraer.
1723 Friedhofserweiterung
s gab zu dieser Zeit nur eine Geraer Begräbnisstätte, und zwar war das der Friedhof an der Trinitatiskirche, welcher noch außerhalb der Stadtmauern lag. In diesem Jahr wurde er vergrößert, indem ein Stück des Spitalgartens in einer Größe von 79 Ellen Länge und 56 Ellen Breite dazu kam. Die beiden Geraer Spitäler (Krankenhäuser) standen auf der anderen Seite der Trinitatiskirche. (Eine Elle entsprach als Maß etwa der Unterarmlänge eines Mannes)
25.07.1724 Abbruch der Hospitalkirche
er Chronist Karl Gottfried Felbrig berichtete in seinen Aufzeichnungen, dass am 25. Juli des Jahres 1724 mit dem Abbruch der ehemaligen Hospitalkirche begonnen wurde. Er schrieb: "? und der Grund gegraben, da dann bey Grabung des Grundes viele Todtenbeine gefunden wurden ?" das wurde damit erklärt, dass, "? im Jahr 1658 im Februari bey den damals durch eine Eisfahrt entstandenen und lang anhaltenen Wasser 3 Leichen, welche nicht auf dem Gottesacker (neben der Trinitatiskirche) begraben werden [konnten], in dieser Kapelle begraben wurden?". (Quelle Stadtarchiv Gera HB 5623/1) Im August des Jahres waren die Abrissarbeiten beendet.
10.11.1724 Reußischer Kanzler verstorben
er Reußische Kanzler Friedrich Heckenberg verstarb an diesem Tag. er war reußischer Kanzler seit dem Jahr 1718 und führte das Amt bis zum Tage seines Todes aus. Er erhielt ein Grabmahl an der Geraer Trinitatiskirche, die zwischen der Mitte des 16. Jahrhunderts und dem Ende des 19. Jahrhunderts als Grabeskirche vor den Toren der Stadt diente. Er wurde an der Seite seiner im Jahr 1719 verstorbenen Gemahlin Anna Katharina Heckenberg, einer geborenen von Carden, beigesetzt.
02.11.1726 Tod eines Geraer Malers
n diesem Tag verunglückte der Geraer Maler David Nieke (1666-1726) beim Ausmalen der sakralen Bilder in der St. Johanniskirche auf dem Johannisplatz. Er war auch der Künstler, welcher das Altarbild der St. Trinitatiskirche geschaffen hatte. Die St. Johanniskirche fiel dem Stadtbrand von 1780 zum Opfer.
1735 Die erste gepflasterte Straße in Gera
as "Gerbergässchen" entstand aus dem nun beseitigten "Leichensteg". (Zwischen dem "Goethegymnasium" und dem "Gastronom" über den zu dieser Zeit noch nicht verrohrten Mühlgraben in Richtung Talstraße und Trinitatiskirche.) und wurde 1735 als erste Geraer Straße gepflastert. Eine wirkliche Neuheit, da man nun sauberen Fußes voran kam und nicht, wie bei nassem Wetter, durch den Matsch waten und über die durch Wagenreifen entstandenen Furchen springen musste. Weil überwiegend Gerbereien, die viel Wasser brauchten was sie aus dem Mühlgraben bezogen, dort tätig waren, erhielt die Gasse 1839 den Namen "Gerbergässchen". 1962 verschwand die Gasse, als der Mühlgraben in dem Bereich verrohrt wurde und damit eine Straße entstand.
12.07.1739 Hochwasser in der Vorstadt
n diesem Tag war die Elster wieder einmal über die Ufer getreten und hatte die südliche Vorstadt überspült. Die Elster stand bis zum "Leichensteg", die spätere "Gerbergasse". Da diese alte Bausubstanz den Kriegswirren des Zweiten Weltkrieges zum Opfer fiel muss gesagt werden, dass der "Leichensteg" zur Neuzeit in etwa vom Goethegymnasium (Rutheneum seit 1608) zum Gastronom führen würde. Damit stand das Wasser auch in der Trinitatiskirche und auf dem dazu gehörigen Friedhof.
12.01.1741 Ein erneutes Hochwasser
eben der St. Trinitatiskirche standen zu dieser Zeit die Geraer Hospitäler. Es waren die ersten Krankenhäuser der Stadt. Die Elster floss nicht weit davon entfernt und trat an diesem Januartag aus ihrem Bett. Dabei wurden die Stuben des St. Wolfgangshospital vom Elsterwasser überschwemmt.
13.11.1745 Verwundete Österreicher
oldaten des österreichischen Heeres waren in der Gegend um Gera herum unterwegs und mussten ihre Verwundeten und Kranken versorgen lassen. Das geschah an diesem Tag mit der Einquartierung im Geraer St. Wolfgangshospital neben der St. Trinitatiskirche in der Vorstadt. Dort standen zu dieser Zeit die ersten Geraer Krankenhäuser.
1755 Ein Denkmal für Macher
er Geraer Professor für Beredsamkeit und Gymnasiallehrer Johann Christoph Macher (1720-1754) war in Alter von nur 34 Jahren an einem Schlaganfall verstorben. Seine aus im allgemeinen wohlhabenden Elternhaus stammenden Schüler errichteten ihrem sehr beliebten Lehrer ein Denkmal. Es zeigte eine Statue von Macher in römischer Tunika, Helm und Zackenkrone und wurde ein Jahr nach seinem Tod auf dem Friedhof neben der Trinitatiskirche aufgestellt. (In der Neuzeit stand es dann neben der Orangerie zu finden.)
Bilder aus unserer Galerie
1 Bilder gefunden - zur Bildergalerie
1763 Arrest in der Kirche
s war die letzte Phase des Siebenjährigen Krieges, der Gera sehr viel Geld und Opfer gekostet hatte, da ständig Soldaten in der Stadt einquartiert werden mussten, Seuchen ausbrachen und Plünderungen, Erpressung und Geiselnahmen an der Tagesordnung waren. Selbst die Kirchen wurden zweckentfremdet. Die Trinitatiskirche diente als Arrestlokal für Militärgefangene.
1780 Wie "die Straße" entstand
ach dem Stadtbrand von 1686 kam es in diesem Jahr zum zweiten großstädtischen Schadensfeuer in Gera. Zwischen den Bränden hieß der Weg vom Badertor zur Trinitatiskirche "Steinweg nach dem Gottesacker", weil er am Friedhof der Kirche vorbei führte. Als diese Gasse sich allerdings nach dem Brand und dem Wiederaufbau als recht schöne und breite Straße verwandelte, wurde sie kurzzeitig einfach nur "die Straße" genannt.
1780 Der neue Steinweg
ach dem Brand von 1780 wurde die Gasse, welche am Friedhof der Trinitatiskirche vorbei führte und "Steinweg nach dem Gottesacker" hieß, kurz in "die Straße" umbenannt. Der Name "Steinweg" wurde neu vergeben und die Straße zwischen der oberen Sorge und der alten "Großen Kirchgasse" wurde nun so genannt. Der Name blieb bis in die Neuzeit (2008) erhalten.
11.1780 Die Zuchthäusler und die Waisenkinder
m 18. September 1780 hatte ein Großfeuer in der Stadt fast 90 % der Gebäude zerstört. Auch das 1732 eingeweihte Zucht- und Waisenhaus war stark betroffen, obwohl das Gebäude bei Bauexperten seinerzeit als unzerstörbar geholten hatte. Die Waisenkinder hatte man nur über den Waisenhausgarten retten können als die Flammen schon meterhoch aus dem Gebäude schlugen. Den Garten hatte Heinrich XXX. vier Jahre vor dem Brand an das Haus verschenkt. Nach dem Brand richtete man das Gartenhaus im Waisenhausgarten so ein, dass es auch über den Winter 1780/1781 den Waisenkindern Unterkunft bot. Die Sträflinge hingegen wurden, nachdem sie die erste Nacht unter strenger Bewachung im Waisenhausgarten verbracht hatten, in das Wachthaus am Badergatter, gegenüber der Trinitatiskirche geführt, und verblieben dort, bis die Gewölbe im Zuchthauskeller wieder hergestellt waren. Im Jahr 1782 war das Gebäude wieder aufgebaut, und in der Waisenhauskirche wurden zwei weitere Kapellen eingerichtet. (Quelle: Diplomhistoriker Siegfried Mues, ehemaliger Leiter des Stadtmuseums)
31.08.1807 Der alte Marktgasthof
n diesem Tag wurde der alte Geraer Marktgasthof "Zur Goldenen Sonne" vom Markt Nr. 10 in die Vorstadt vor das "Badertor" verlegt. "Das Badertor" war bis ins 19. Jahrhundert am Rutheneum (später Goethegymnasium) zu finden. Die Gegend bis zur Trinitatiskirche zählte zur Geraer Vorstadt.
1841 Abbruch der St. Wolfgangskapelle
uletzt diente sie nur noch als Wagenschuppen und wurde nun abgebrochen. Die St. Wolfgangskapelle gehörte seit dem späten Mittelalter neben dem Marienhospital zu den ersten Heilanstalten der Stadt. zu finden waren sie einst am Eingang der späteren Talstraße unmittelbar neben der Trinitatiskirche.

Seiten blättern
< zurück weiter > 
Rolle unten
Tintenglas mit Feder
 
 
18.01.2015
77 neue Artikel