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700 Entstehung des Geraer Siedlungsnetzes
n der Zeit des 7. und 8. Jahrhunderts nahm der westslawische Stamm der Sorben das Elster- Saale- Gebiet in Besitz. Mit der Entstehung des deutschen Staates begann 928 / 929 die Expansion nach Osten. In deren Verlauf wurden dann fast alle slawischen Stämme militärisch geschlagen. In Gera selbst vollzog sich die Besiedelung durch die Franken relativ friedlich, da sie die Slawen nicht überwältigen und unterdrücken wollten, sondern sich für ihre Missionierung zum christlichen Glauben einsetzten. Daraufhin überzogen deutsche Herren das Land östlich der Saale mit Burgwarden wie zum Beispiel Weida, Ronneburg und Osterstein. Burgwarden waren befestigte Höhensiedlungen mit Wall und Graben, die meist ein politisches Zentrum darstellten. Doch sie wurden nicht überall gebaut. Gunstfaktoren für den Burgwardenbau waren immer das Vorhandensein eines Bauernhofes und von fruchtbarem Boden sowie die Nähe zu Gewässern wie die Elster oder der Gessenbach. Es entstanden allerdings nicht nur Burgwarden, sondern auch Rittergüter, welche von den gleichen Faktoren begünstigt wurden. Diese überwogen jedoch im ländlichen Raum Geras. Beispiele für Rittergüter wurden Zwötzen, Liebschwitz, Ernsee, Frankenthal und Kauern. Die Entscheidung in der Landbesiedlung hatte der sogenannte Lokator. Dieser teilte den Bauern das Land zu. Einzelne Höfe wurden längs der Straße oder eines Baches aneinandergereiht. Felder schlossen sich in breiten Streifen an Wohngebäude und Stallungen an. Einen über die ganze Flur verstreuten Besitz gab es nicht. So erhielten die Siedlungen in den Ostgebieten die charakteristische Form des kilometerlangen Straßendorfes. Derartige Dörfer, die auch Reihendörfer genannt wurden, waren typische deutsche Dörfer und befanden sich hauptsächlich an Handelswegen.
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08.09.1193 Das Kloster Mildenfurth entstand
n diesem Jahr gründeten die Vögte von Weida ein eigenes Hauskloster bei Gera. Es handelte sich dabei um das Prämonstratenserkloster Mildenfurth.
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1201 Altstadt und Stadttore
as Jahr 1201 steht für das beginnende 13. Jahrhundert und ist nicht als genaue Datierung zu betrachten. Geradlinige und rechtwinklig aufeinander stoßende Straßenzüge kennzeichnen den Grundriss der Altstadt. Nur Steinweg, Krumme Gasse und Häselburg scheinen davon eine Ausnahme zu machen, doch lässt diese sich entweder leicht aus den Geländegegebenheiten erklären oder ist schon durch den Namen als Ausnahme gekennzeichnet. Anscheinend war wohl auch bei der "Krummen Gasse" ursprünglich eine geradlinige Fortsetzung der Rittergasse nach der Böttchergasse zu geplant. Darauf könnte auch die Linien­führung des "Sacks", einer kleinen, von der Weidaer Straße abzweigenden Gasse, die parallel zur Böttcher- und Schuhgasse verläuft, hinweisen. Die Altstadt war durch einen Mauerring mit fünf Toren: Klotztor (1829 abgebrochen) und Weidaer Tor (1840 abgebrochen) an der Süd-Seite, Leumnitzer Tor (1837 beseitigt) und Schlosstor (1838 abgebrochen) im Norden und Badertor (1884 abgebrochen) im Westen befestigt. Reste der mittelalterlichen Stadtmauer haben sich in der Nähe des ehemaligen Weidaer Tores erhalten. Im Westen und Norden war die Stadt zusätzlich durch den Mühlgraben und den Leumnitzer Bach geschützt, im Osten befanden sich wohl noch zusätzliche Erdwälle, auf die der Flurname Geithe hinweisen könnte. Jenseits des Mauerringes lag als Außensiedlung im Norden die "Sorge", später eine der Hauptgeschäftsstraßen der Stadt.
03.10.1234 Die Pfarrkirche St. Johannis
er Bischof Engelhard von Naumburg löste an diesem Tag auf das dringliche Bitten von Heinrich dem Älteren, dem Vogt von Weida (auch Heinrich der Landesmeister genannt) die Kapelle im Schloss zu Gera (in der späteren Burgstraße gelegen) aus dem Parochialverband (Hauptkirchen der Gegend) der Pfarrkirche St. Johannis. Dem Vogt wurde danach das Recht zugestanden, die Kapelle mit einem von ihm zu bestimmenden Priester zu versehen, welchen die Seelsorge zustand über die innerhalb der Schlossbefestigung wohnenden Burgleute und deren Angehörigen. Alle außerhalb des Schlosses angesiedelten Menschen verblieben der Pfarrkirche danach noch. Die castellani (Burgmannen) konnten sich begraben lassen, wo immer sie es zulassen wollten, ihre Angehörigen jedoch wurden im Pfarrbezirk beigesetzt, was wohl auch eine Frage des Geldes für die Kirche war. Für aller Personen aber war der Pfarrer von St. Johannis Berufsinstanz. Als Zeugen wurden Gerungus von Gera und Heinrich von Gera genannt, welche zu dieser Zeit entweder Burgmannen oder schon Bürger von Gera waren.
27.05.1237 Elisabeth von Thüringen wurde eine Heilige
apst Gregor IX. sprach Elisabeth von Thüringen (1207-1231) heilig. Die Tochter des ungarischen Königs Andreas II. wurde als eine der größten Wohltäterinnen des Mittelalters verehrt. (Im ausgehenden 19. Jahrhundert wurde die katholische Gemeinde in Gera nach Elisabeth benannt.)
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1267 Zur Geschichte von Hohenleuben
ohenleuben wurde 1267 erstmals urkundlich als Luben (sorbisch: "Bast") erwähnt. In dieser Quelle von 1868 wird berichtet, dass das Wort Loibe ein slawisches Wort ist und "dichter Wald" bedeutet. Noch jetzt heißt ein Theil der Gegend um Suhl "die Suhlaer Loibe". Verwandt ist das deutsche Wort "Laube". (Das widerspricht jedoch den Angaben im Herkunftswörterbuch des Duden). 1356 findet sich in einem Ehevertrag der Vögte von Weida und Gera der Name der Burg Reichenfels. Reichenfels war Amtssitz eines kleinen Verwaltungsgebietes, das etwa das Gebiet zwischen Hohenleuben und Zeulenroda umfasst. 1786 erfolgte die Grundsteinlegung der Kirche. 1883 bekam Hohenleuben einen Bahnanschluss, der sich wegen der relativ großen Entfernung des Bahnhofs vom Ort wirtschaftlich nicht wie erhofft positiv auswirkte. Am 21. August 1928 erhielt Hohenleuben das Stadtrecht. Am 15. Mai 1935 nahm das neue Frauengefängnis seinen Betrieb auf. Die erste Direktorin Johanna Weitz arbeitete später aus Gewissensgründen gegen die NS-Behörden, wurde im Berliner Gestapogefängnis Prinz-Albrecht-Straße gefoltert und misshandelt und in ihrem letzten Wohnort Oettern unter Hausarrest gestellt. Im Jahre 1941 wurden fünf Frauen wegen "verbotenen Umgangs mit Fremdvölkischen" auf dem Marktplatz kahl geschoren und an den Pranger gestellt. Im Jahre 1945 besetzten die US-Amerikaner nach Artilleriebeschuss den Ort, später übernahmen sowjetische Truppen die Besatzungsmacht in Thüringen. Es gab in Hohenleuben ein geschlossenes Spezialkinderheim "Erich Weinert" der Jugendfürsorge der DDR, in dem Kinder zwangseingewiesen wurden. Das Heim lag ca. 1 km vom Ortsrand entfernt. 1993 kam Hohenleuben im Zuge der Gebietsreform im Land Thüringen zum neuen Landkreis Greiz und erklärte seinen Beitritt zur zukünftigen Verwaltungsgemeinschaft Leubatal.
30.10.1279 Meilitz erstmals erwähnt
as Dorf Meilitz liegt nördlich von Wünschendorf rechts vom Fluss Weiße Elster im Elstertal. Jenseits des Flusses befindet sich das Dorf Wolfsgefärth. Die Landesstraße 1082, auch Geraer Straße genannt, führt östlich am Ort vorbei und mündet auf die Landesstraße 2322. Somit haben die Bewohner Zugang in das Umfeld. Meilitz wurde am 30. Oktober 1279 in einer Urkunde erstmals erwähnt. Das Dorf wurde erst Milici genannt. Mil bedeutet auf sorbisch lieb und teuer. Der Fischreichtum der Elster soll Grund der Ansiedlung gewesen sein. 1294 wurde der Standort Gutsweiler, der zum Cronschwitzer Klosterhof gehörte. 1830 wurde das Gut Rittergut. 1908 erhielt der Ort eine Haltestelle an der Bahnstrecke Weischlitz-Greiz-Gera. Erwähnenswert sind die vielen Überschwemmungen des nahegelegenen Flusses. Am 1. April 1952 wurde Meilitz ein Ortsteil von Wünschendorf. Prägend für den kleinen Ort ist der landwirtschaftliche Großbetrieb, einst Rittergut, dann Kammergut, später Volksgut mit Lehrausbildung. Aufgabe des Gutes war, die Stadt Gera mit Obst- und Gemüseprodukten mit zu versorgen. Heute besteht die Obst- und Gemüseverarbeitungs-GmbH Meigo
30.10.1279 Meilitz urkundlich erwähnt
eilitz ist ein Ortsteil von Wünschendorf/Elster im Landkreis Greiz in Thüringen. Das Dorf liegt nördlich von Wünschendorf rechts vom Fluss Weiße Elster im Elstertal. Jenseits des Flusses befindet sich das Dorf Wolfsgefärth. Die Landesstraße 1082, auch Geraer Straße genannt, führt östlich am Ort vorbei und mündet auf die Landesstraße 2322. Somit haben die Bewohner Zugang in das Umfeld. Meilitz wurde am 30. Oktober 1279 in einer Urkunde erstmals erwähnt. Das Dorf wurde erst Milici genannt. Mil bedeutet auf sorbisch lieb und teuer. Der Fischreichtum der Elster soll Grund der Ansiedlung gewesen sein. 1294 wurde der Standort Gutsweiler, der zum Cronschwitzer Klosterhof gehörte, gegründet. Im Jahre 1830 wurde das Gut ein Rittergut und im Jahr 1908 erhielt der Ort eine Haltestelle an der Bahnstrecke Weischlitz-Greiz-Gera. Erwähnenswert sind aber auch die häufigen Überschwemmungen des nahegelegenen Flusses. Am 1. April 1952 wurde Meilitz ein Ortsteil von Wünschendorf. Prägend für den kleinen Ort ist der landwirtschaftliche Großbetrieb, einst Rittergut, dann Kammergut, später Volksgut mit Lehrausbildung. Aufgabe des Gutes war, die Stadt Gera mit Obst- und Gemüseprodukten mit zu versorgen. Heute besteht die Obst- und Gemüseverarbeitungs-GmbH Meigo.
1306 Gerichtsbarkeit und Patronat
einrich Reuß, welcher schon drei Jahre zuvor das schloss Osterstein und die Stadt Gera durch Kauf erworben hatte, erlangte nun auch in den Besitz des Schulheißenamtes mit der örtlichen Gerichtsbarkeit, dem Grundbesitz und dem Patronat von Quedlinburg. (Der Schultheiß oder Schuldheiß (von althochdeutsch: sculdheizo - "Leistung Befehlender", latinisiert (mlat.): scultetus oder sculteus) bezeichnete einen in vielen westgermanischen Rechten auftretenden Beamten, "der Schuld heischt", das heißt, der im Auftrag eines Herren (Landesherrn, Stadtherrn, Grundherrn) die Mitglieder einer Gemeinde zur Leistung ihrer Schuldigkeit anzuhalten hat, also Abgaben einzieht oder für die Einhaltung anderer Verpflichtungen Sorge zu tragen hat. Sprachliche Varianten des Schultheißes sind Schulte, Schultes oder Schulze. Früher wurde zwischen dem Stadtschulzen und dem Dorfschulzen unterschieden. In der städtischen Gerichts- und Gemeindeverfassung war er ein vom städtischen Rat oder vom Landesherren Beauftragter zur Ausübung der Verwaltungshoheit und Rechtspflege. Im Altsiedelgebiet und Ostthüringen hatte der von der Herrschaft eingesetzte Amts-Schulze (lat. centgreve) das Amt oft auf Lebenszeit inne.)
05.09.1314 Ersterwähnung von Zwötzen
rsterwähnung des Dorfes Zwötzen und einer dort befindlichen Mühle. Es ist zu vermuten, dass es sich um die Zoitzmühle handelt.
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05.09.1314 Die Zoitzmühle
n diesem Jahr wurde die Zoitzmühle in Liebschwitz zum ersten Mal genannt. Die an einem alten Elsterarm gelegene Mühle hatte später im Mittelalter, in seiner Blütezeit, mit 16 Mahlgängen, einer Schneidemühle und einer Ölmühle eine so leistungsfähige und so zuverlässige Mühle, dass man die Umgegend und das Hinterland mit versorgen konnte. Die Bauern aus 52 Dörfern und des Amtes Ronneburg waren durch den Mühlenzwang an diese Mühle gebunden. Erst zum Ende des 18. Jahrhunderts, als in der Umgebung weitere 20 Mühlen entstanden waren, gingen die Mahlgänge auf nur noch 7 zurück.
1333 Die Kirche St. Ursula
bwohl keine gesicherte urkundlichen Überlieferungen für die Gründung der Kirche vorliegen, dürfte die St. Ursula Kirche zu den ältesten Kirchen im Geraer Stadtgebiet zählen und in den 1250er Jahren entstanden sein. Für die Entstehung im 13. Jahrhundert spricht vor allem der im wesentlichen Teilenspätromanische Chorturm. Eine an der Kirche eingemeißelte Jahreszahl könnte auf eine spätere Bautätigkeit im Jahr 1333 hindeuten, als die Kirche mit der Einrichtung des Langhauses und der Sakristei ihre heutige Gestalt erhielt. Umbauten und Erneuerungen wurden in den Jahren 1749, 1833 und 1934 vorgenommen. Die seelsorgerische Betreuung erfolgte in den ersten Jahrhunderten des Bestehens durch die St. Johanniskirche zu Gera 1533/34 und in den folgenden Jahren erscheinen in den Akten über die Kirchenvisitation folgende Namen der u.a. auch für Lusan zuständigen Kapläne bzw. Diakone: Conrad Quindler, Jacob Henning, Conrad Theilemann, Georg Derr, Christoph Schaller, Jacob Languth, Fr. Einwangen, Johann Kün, Mag. Johann Kindhans. Ab 1566 wurden die zuständigen Kapläne als Diaconi suburbani bezeichnet. Einer der bemerkenswertesten von ihnen war Johann Wohlwerth jun., der die im 30jährigen Krieg verbrannten Kirchenbücher neu erstellte und gemeinsam mit dem Schulmeister Georg Häsner die alte Taufschale der Kirche stiftete. Der letzte Diaconus suburbanus war Benno Etzold, dessen Tätigkeit 1886 endete. Ab 1886 wurde Lusan für fast 70 Jahre von Zwötzen mitversorgt. Pfarrer dieser Zeit waren: Heinrich Hahn, Johann Dietrich, Franz Simcik (diesem ist 1934 die Erneuerung der Kirche zu danken). Simcik stellte 1950 den Antrag auf Errichtung der Pfarrstelle Gera-Lusan-Zwötzen ll, dem am 1. April 1951 durch das Landeskirchenamt entsprochen wurde. Das Pfarramt nahmen in dieser Zeit Erich Schlegel und Helmut Vollbrecht wahr. Am 1. April 1955 wurden Lusan und Oberröppisch aus dem Kirchspiel Gera - Zwötzen - Lusan ausgegliedert. Es entstand das Pfarramt Gera - Lusan, dem Ober- und Unterröppisch, Gorlitzsch und Schafpreskeln zugeordnet wurden. Erster Pfarrer des neuen Kirchspiels wurde Erich Schlegel. Zur 625-Jahr-Feier 1958 wurde die neue Hartguss-Stahlglocke geweiht. Gegossen wurde diese von der bekannten Glockengießerei Franz & Söhne in Apolda mit der Inschrift "O Land, Land, Land Höre des Herrn Wort". Größer als ihre beiden Schwesternglocken (760kg) ergänzte die neue Glocke mit ihrem gis das h der Christkönigsglocke von 1473 und das cis der eisernen Glocke von 1919 zu einem klangvollen Laudamusgeläut. Den bildnerischen Schmuck auf dem Glockenmantel in Gestalt eines Flachreliefs entwarf die Greizer Bildhauerin Elly Viola Nahmmacher. 1966 wurde die barocke Turmhaube durch ein Zeltdach ersetzt. 1994 erhielt die Kirche ein neues Dach und 1998 wurde der Außenputz erneuert. Am 30.09.1978 erfolgte die Grundsteinlegung für das Gemeindehaus Gera - Lusan, neben dem 1958 erbauten Pfarrhaus. Pfarrer zu dieser Zeit waren Peter Denner und Roland Geipel.
27.08.1338 Hinricus dictus plebanus
in Leutpriester, plebanus oder auch Plepan genannt, war ein Geistlicher, der eine Stelle mit pfarrlichen Rechten tatsächliche besetzte. Er konnte Pfarrer sein, die Seelsorge im Auftrag des Besitzers der Pfarrrechte ausführen oder den vielleicht amtsunfähigen Pfarrer vertreten. In aller Regel war er ein Weltgeistlicher, welcher einem Bischof unterstand. Ein Hinricus (Heinrich) dictus (sagen, diktieren) plebanus wurde zusammen mit dem Geraer Bürger Heinrich Kunderer in Zwötzen an diesem Tag zum ersten Mal erwähnt.
1346 Das fahrendes Volk in Gera
er zu dieser Zeit kein Bauer, Bürger, Ritter, Mönch, Zunftmeister, Geselle oder Lehrling war, genoss keinerlei Achtung unter den Bürgern. Zu diesen Menschen gehörten auch diejenigen, die das fahrende Volk repräsentierten wie herumziehende Händler, Schausteller und Spielleute, aber auch Wanderärzte (Bader), Wanderprediger und Fremde aller Art, soweit sie nicht unter dem Schutz eines Herren standen oder für einen Kaufmann reisten. Nicht überall hatte man die Fahrensleute verächtlich behandelt und sie hatten auch selten Hunger leiden müssen. Ihre größte Not war, in einem Volk, in dem die Heimat eine große Rolle spielte, keine Heimat oder nur eine ferne Heimat zu haben. Damit waren sie den anderen Menschen nicht gleichgestellt. Die Spielleute und ihre Musik waren bei allen Festen und sogar oft bei Hofe gern gesehen. Bei den Herren auf den Burgen waren sie immer gesuchte Leute, denn dadurch gab es eine Abwechslung in dem so tristen mittelalterlichen Leben. Bei Festen gehörten sie mitten in die Gesellschaft, dann aber gehörten sie wieder nur zu den Fahrenden Leuten. Die Zigeuner wurden nur am Rande zu den "fahrenden" dazu gezählt. Sie führten Handwerke aus wie Kesselflicker, Kupferschmiede aber betätigten sich auch als Pferdehändler und Spielleute. Die Frauen und Mädchen der Zigeuner sah man meistens als Tänzerinnen, die zu der gespielten Musik, welche das Denken und Fühlen oder Handeln beeinflussen oder Dämonen vertreiben sollte, tanzten. Einen richtigen Glauben besaßen sie nicht, sie schlossen sich eher dem Glauben der jeweiligen Region an und übten ihn auch in dieser Form aus. Im Stadtwald von Gera lebten die Zigeuner am Türkengraben, der irrtümlich so bezeichnet wurde, da man die Zigeuner fälschlicherweise als Türken angesehen hat. In Gera selber sollten sie sich möglichst nicht länger als drei Tage aufhalten. Gilden und Zünfte wussten sich verpflichtet, für ein in Not geratenes Mitglied sowie für Witwen und Waisen von Meistern Sorge zu tragen. Diese wie auch Randgruppen waren auf kirchliche Einrichtungen, städtische Unterstützungsmaßnahmen und private Wohltätigkeit der Bürger angewiesen. Doch wäre es verfehlt anzunehmen, dass es darum in den mittelalterlichen Städten keine scharfen Gegensätze von arm und reich gegeben hätte und oft war mehr als die Hälfte aller Einwohner ohne Vermögen. Es galt nämlich allgemein. Wer außerhalb der anerkannten Gemeinschaften der Bauern, der Bürger, der Zünfte und Gilden stand, genoss keine Achtung. Es waren Menschen zweiter "Klasse", die man meist als unehrliche Menschen bezeichnete. Obwohl sie nicht unehrlicher als andere waren.
1364 Ein chirurgisches Standardwerk erschien
ie Geraer Ärzte bekamen ab diesem Jahr ein chirurgisches Standardwerk als Hilfmittel für ihre Behandlungen in die Hand. Es war von einem der bedeutendsten Chirurgen des Mittelalters, Guy de Chauliac, verfasst worden. Für die nächsten rund 200 Jahre war es das medizinische Lehrbuch überhaupt und wurde auch von Geraer Heilkundigen besessen und weitergegeben. Leider war es zu dieser Zeit noch üblich ein solches Werk abzuschreiben und nachzuillustrieren, daher dürfte es noch einge Zeit gedauert haben, bis sich das Buch "Chirurgia Magna" auch bis Gera verbeitet hatte. 
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1400 Der Geraer Markt
er Markt bildete seit jeher den zentralen Warenumschlagsplatz einer Stadt. Auch gibt es seit jeher ein Verbrieftes Marktrecht. Mehr über den Geraer Markt in den Zusatzinformationen.
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1405 Die erkaufte Freiheit
ie "Geraer" welche nicht innerhalb der Stadtmauern lebten, also in der Vorstadt, mussten sich in diesem Jahr die Freiheit vom herrschaftlichen Zoll erkaufen.
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1405 Vom Vorstädter zum Vollbürger
ie Sorge und der Zschochern lagen als slawische Randsiedlungen in der Talerweiterung des alten Leumnitzer Baches und bildeten nördlich der Stadtmauer mit der Baderei am Mühlgraben (am Goethegymnasium) und der Klotz- und der Angermühle (später der Bereich zwischen KuK und Gera-Arcaden) die Geraer Vorstadt. Bis zum Jahr 1405 galten daher die Bewohner dort nicht als Vollbürger und mussten sich ihre Freiheit vom herrschaftlichen Zoll erst erkaufen.
21.05.1405 Befreiung vom Marktzoll
egen die Zahlung von 4 Schock Meißner Groschen werden die Vorstadtbewohner von der Entrichtung des Marktzolls befreit. (Neben der Badertorvorstadt befanden sich Ansiedlungen im Bereich Sorge und Zschochern.)
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31.10.1517 Reformation
ie Reformation in Europa

Der Thesenanschlag vom 31. Oktober 1517. Durch Martin Luther in Wittenberg wird die Reformation in Europa zum Aufruf gegen die Dogmen des Papstes Leo X (Giovanni dè Medici) in Rom. Die Ächtung der päpstlichen Ablassbriefe (Petersbriefe) zwingt die Menschen zum Umdenken und löst eine, nicht einmal von Martin Luther, beabsichtigte Protestwelle aus und spaltet nachhaltig die christliche Kirche. 

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31.10.1517 Seelsorge in Lusan
ieser Tag im 16. Jahrhundert stand seit je her für die Reformation der christlichen Kirche durch Martin Luther. In der Geraer Geschichtsschreibung wurde angegeben, dass die Lusaner Kirche St. Ursula seelsorgerisch seit dieser Reformation durch die Johanniskirche betreut wurde. Das genaue Datum dürfte Monate später gewesen sein, da sich die Reformationsbewegung erst durchsetzen musste, denn sie war auch umstritten. Das Ende des zweiten Jahrzehntes des 16. Jahrhunderts kann aber als sehr wahrscheinlich angesehen werden.
1524 Preise im 16. Jahrhundert
u allen Zeiten war interessant wie hoch die Lebenshaltungskosten für die Menschen ihrer Zeit waren. Ein Pfund Rindfleisch kostete 8 Pfennige, Schweinefleisch 5 Pfennige, eine Gans 10-12 Pfennige, 1 Hase 2 Groschen und ein Schöps, so nannte man das Schaf, war 9 Groschen teuer. Das war insgesamt viel Geld, denn die einfachen Geraer konnten sich nicht einmal jede Woche einmal ein Stück Fleisch leisten, während man sich bei Hofe um so etwas keine Sorgen zu machen brauchte. Die Menschen verdienten auch nur Groschen und Pfennige.
11.04.1532 Elisabeth von Weida in Gernrode verstorben
lisabeth von Weida, geboren um 1460 / 1461, war von 1504 bis 1532 Äbtissin des freien weltlichen Stiftes Gernrode und Frose. Sie galt als eine der wichtigsten Äbtissinnen in der Spätzeit des Stiftes Gernrode. Unter ihrer Herrschaft wurde im Stift die evangelische Lehre eingeführt. Sie war also stark durch Martin Luther (1483-1546) beeinflusst. Dadurch wurde der Ort Gernrode nach Wittenberg eine der ersten evangelischen Stätten in Deutschland überhaupt. Ihrem Verhandlungsgeschick während der Bauernkriege war es zu verdanken, dass das Stift von Zerstörungen verschont blieb. Sie erwies sich als gute Verwalterin, sie schaffte es, die bei ihrem Amtsantritt desolaten Finanzen des Stiftes zu sanieren.
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1550 Der Stadtgraben
m Stadtgraben verlief die südliche Befestigung der mittelalterlichen Stadt, an die noch ein Stück Stadtmauer mit dem letzten, etwa 8 Meter hohen, im Dreiviertelkreis aus der Mauer heraustretenden Turm erinnert.
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14.08.1593 Martin Mirus verstorben
artin Mirus, geb. 1532 zu Weida, war ein deutscher lutherischer Theologe und sächsischer Oberhofprediger. Mirus studierte an der Universität Jena und erlangte am 12. Juli 1558 den akademischen Grad eines Magisters. Daraufhin wurde er 1560 als Adjunkt an der philosophischen Fakultät aufgenommen. 1561 ging er als Pfarrer nach Sülzenbrücken, kehrte 1569 als Diakon nach Jena zurück und verzog 1572 als Pfarrer nach Kahla. Als 1573 Kurfürst August von Sachsen als Vormund seiner Vettern auch im ernestinischen Sachsen die Vertreibung der Kryptocalvinisten unternahm, berief er Mirus zum Superintendenten und Hofprediger nach Weimar. Jedoch bei seiner Antrittspredigt erregten die Bürger in der Kirche einen solchen Tumult, dass er auf das Amt verzichtete. Danach wurde er als Professor und Superintendent nach Jena berufen, promovierte am 10. Februar 1574 zum Doktor der Theologie und folgte schon in demselben Jahre einem Rufe nach Dresden als erster Hofprediger. Um den Kryptocalvinismus vollständig auszurotten, stellte er auf Wunsch des Kurfürsten die "Thesen" zum Torgauer Artikel auf, welche im Mai 1574 auf dem Konvent zu Torgau von allen Geistlichen und Professoren der Theologie unterzeichnet werden mussten. 1575 begleitete er den Kurfürsten auf den Immerwährenden Reichstag zu Regensburg und hielt hier sieben scharfe Predigten gegen das Papsttum. Im Auftrag des Kurfürsten beteiligte er sich auch eifrig an der Konkordienformel vom Lichtenburger Konvent am 15. Februar 1576 bis zu dessen Vollendung. 1580 wurde Mirus Mitglied des Oberkonsistoriums in Dresden. Er genoss in hohem Grade das persönliche Vertrauen seines Fürsten und hat bei allen erfreulichen und traurigen Ereignissen in der kurfürstlichen Familie sein Amt als Seelsorger und geistlicher Berater mit großer Gewissenhaftigkeit verwaltet. Am 12. Februar 1586 starb Kurfürst August. Unter seinem Nachfolger Christian I. von Sachsen gewannen die bisher unterdrückten Philippisten mehr Einfluss. Daher wurde Mirus 1588 von seinem Amtes entlassen, von Juli bis September auf die Festung Königstein gebracht, dort gefangen gehalten und des Landes verwiesen. Er begab sich nach Jena und lebte dort einige Jahre in zurückgezogen. 1591 wurde Mirus als Domprediger nach Halberstadt berufen und trat dies Amt am 21. September an. Nach dem Tode Kurfürst Christian I. berief dessen Witwe Sophie den Vertriebenen jedoch zurück und setzte ihn wieder in sämtliche Ämter ein. Am 25. November 1591 kehrte er nach Dresden zurück. Mit besonderem Eifer widmete er sich den Generalvisitationen, um das in den letzten Jahren wieder herangewachsene "Unkraut des Kryptocalvinismus" mit der Wurzel auszurotten. Auf einer Reise von Leipzig nach Dresden erkrankte er unvermutet bei Wolfgang Albrecht von Schleinitz auf dessen Schloss Karditz bei Oschatz und starb nach wenigen Tagen am 14. August 1593.
1594 Die Sorge
ie Ableitung des Namen ist nicht mehr eindeutig festzustellen. Es gibt aber zwei Deutungen. Zum einen könnte der Name vom altslawischen "zroh" (sprich sroch) was "Bachgerinnsel" heißt abgeleitet sein, denn der Leumnitzbach durchfloss offen die "Sorge". Die zweite Theorie geht davon aus, dass der Name mit "Zarge" (Rand oder Seitenwand) verwandt ist und bedeutet dann "Außensiedlung".
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1594 Hinter der Mauer entstand
u dieser zeit erstreckte sich die Gasse "Hinter der Mauer" unmittelbar hinter dem nördlichen Stadtmauerzug zwischen Schlosstor und dem Leumnitzer Tor. In den Fassaden einiger Hintergebäude der Sorge waren später noch Teile der alten Stadtmauer sichtbar.
1598 Die erste Zwötzener Schule?
eber die Jahrhunderte schrieben immer wieder Chronisten an den unzähligen Kapiteln der Geraer Geschichte, aber ob alle Recht hatten mit dem was sie schrieben sei dahingestellt. So auch Brückner, den der Rektor der Zwötzener Schule, Bruno Geweniger 1911 in seiner Chronik zur Einweihung der Schule erwähnte. Dort schrieb Geweniger. "..., daß schon 1598 in Zwötzen eine Schule vorhanden gewesen sei und fügte hinzu, daß 1610 vom Landesherrn, Heinrich Posthumus, 4 a. Schock 4 Gr. (4 alte Schock und 4 Groschen, alte Schock, 60 Stück sind 1 Schock = 3 Stiegen = 4 Mandel = 5 Dutzend, 1 Dutzend sind 12 Stück) jährlich zur Unterhaltung eines "Kirchners und Schulhalters" bewilligt worden sein. Schon 1598 habe Posthumus mit dem damaligen Herrn von Zwötzen, Gerhard von Lüschwitz, die Vereinbarung getroffen, daß jeden 3. Mittwoch und jeden Marientag der Archidiakonus von Gera in Zwötzen predigen, an den übrigen Sonntagen aber "die Schuldiener" den Gottesdienst besorgen sollen. Dies habe bis 1604 gedauert." Allerdings musste Bruno Geweniger noch hinzufügen. "Diese Notiz Brückners war nun mit anderen Tatsachen kaum in Einklang zu bringen, denn 1598 gab es jedenfalls noch kein Schulhaus, und es ist weder aus den Kirchenbüchern, noch aus dem Lehnsbuch, noch aus den Handelsbüchern von Zwötzen die Existenz eines "Schulhalters" im Anfang und der Mitte des 17. Jahrhunderts nachgewiesen. Das Lehnbuch weist sämtliche Familien von Zwötzen aus jener Zeit mit Namen auf, und wenn 1631 unter den 12 Familien beim Pfarrer Wohlwerth (Lehnsbuch. Bolwrigk) ausdrücklich der Stand angegeben ist, so würde dies beim Vorhandensein eines Kirchners oder Schulhalters gewiß auch erfolgt sein; dies ist aber nicht der Fall." (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Bruno Geweniger, Rektor der Schule)
1604 Die Parochie Zwötzen
ine Parochie ist der Amtsbezirk eines Pfarrers (Parochus), dass heißt ein Pfarrbezirk oder Pfarrei. Eine Parochie ist der unterste kirchliche Verwaltungs- und Seelsorgerbezirk mit einem eigenen Pfarrer und einer eigener Kirche, die nach dem Parochialprinzip (kirchliches Organisationsprinzip zur Versorgung der Gemeinde) organisiert ist. In diesem Jahr wurde Zwötzen zur Parochie erhoben und mit Leumnitz als Tochterkirche verbunden. Dem Gläubigen dieser Zeit erschlossen sich die kirchlichen Organisationsprinzipien allerdings nicht. Sie gingen in die Kirche weil man das am Sonntag so tat und der Pfarrer eine gewissen Sprachkraft in der Gemeinde hatte, da er die Gläubigen bei Nichterscheinen im sonntäglichen Gottesdienst öffentlich anprangerte. Da war der gute Ruf gefährdet und so ging man zur Kirche wie jeder "anständige" Mensch der kein Außenseiter sein wollte.
1604 Geistliche und Weltliche Gerichte in Gera
m Jahr 1816 verfasste der Prediger der St. Salvatorkirche, Johann Christoph Klotz, seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und schrieb zu den Geistlichen und Weltlichen Gerichtshöfen der Herrschaft Gera folgendes auf. "der unvergeßliche Posthumus, der so ganz Vater des Vaterlandes war, und seiner Unterthanen Glück so viel als möglich zu befördern suchte, hatte, damit die Regierungsgeschäfte einen besseren gang gehen möchten, zwey neue Dikasterien (Als Dikasterien bezeichnet man die einzelnen Ämter der römischen Kurie. Sie sind die vom Papst (Heiliger Stuhl) mit der Leitung der römisch-katholischen Kirche beauftragten Zentralbehörden. Zu ihnen zählen das Staatssekretariat, die Kongregationen, die kirchlichen Gerichtshöfe, die Päpstlichen Räte und Kommissionen und Ämter. Dem bedeutendsten Dikasterium (dem Staatssekretariat) steht der Kardinalstaatssekretär vor. Die Leiter der Kongregationen und der Apostolischen Signatur werden Präfekten, die der Päpstlichen Räte und der Kommissionen Präsidenten genannt.) eingerichtet, die die Regierung seiner sämmtlichen Herrschaften zu besorgen hatte, nämlich eine weltliche Landesregierung oder Kanzelley, oder wie es auch genennet wurde: ein Hofratskollegium, daß aus einem Kanzler und besonders zugegebenen Schreiber-Bestand. Vorher hatten die Bundesregierungsgeschäfte bloß von einem Kanzler und einem ihm zugeordneten Schreiber beschtritten werden müßen. Solch neue Einrichtung der Bundesregierung brachte Posthumus im J. 1604 zu Stande. Unterm 8ten Januar dieses Jahres machte er eine ausführliche Vorschrift deswegen, oder eine Kanzelley- Amts- und Gerichts-Ordnung bekannt. Bey dieser von Posthumus ursprünglich gemachten Einrichtung fanden in der Folge einige der Zeit angemessene nöthige Abänderungen statt, daß also jetzt der oberste weltliche Gerichtshof in der Herrschaft Gera ist: " (Die Rechtschreibung wurde von Johann Christoph Klotz mit übernommen.)
1610 Das Alte Kollegium
einrich Reuß jüngere Linie "Posthumus" (1572-1635) kaufte in diesem Jahr das sogenannte "Alte Kollegium" als, Internat, Konvikt und Auditorium oder auch Hörsaal genannt. (Ein Konvikt (lat. convictus, auch convictorium ?gemeinschaftliches Leben?, zu convivere), deutsch Studienhaus oder Stift, nennt man dem Klosterleben nachgebildete, meist auf alten Stiftungen beruhende oder aus öffentlichen Mitteln unterhaltene Institute für Lernende oder Studierende im kirchlichen Bereich, mit Wohnmöglichkeit und einer gemeinsamen Hausordnung. Gegenüber profanen Heimen ist die im Konvikt angebotene Seelsorge als Unterschied zu nennen.) Zu späteren Zeiten war an gleicher Stelle die Große Kirchstraße Nummer 19 zu finden.
21.09.1610 Der Mahlzwang in der Zoitzmühle
ie Liebschwitzer Zoitzmühle war seit 1582 die größte Mühle in der Gegend und so unterlagen 52 Dörfer des Amtes Ronneburg dem sogenannten Mahlzwang und mussten ihr Getreide dort mahlen lassen. Weite und schlecht erschlossene Wege führten aber trotzdem zum Rückgang der Leistung der Mühle, die seit nunmehr 28 Jahren in Besitz der Familie von Valentin Graul war. Um die Mahlleistung wieder zu erhöhen schickte der geschäftige Müller, der Mühle von den Grauls gepachtet hatte, nun eigene Fuhrwerke in die betreffenden Orte um das Korn dort zu holen und verarbeitet wieder abzuliefern. Im September 1610 wurde ein diesbezüglicher Vertrag zwischen Graul, der Stadt Ronneburg und dem "Beckenhandwerk" (Bäcker) geschlossen. Die Ronneburger verpflichteten sich ihrerseits nur in der Zoitzmühle mahlen zu lassen und der Müller wurde angehalten sich mit der Metze zurückzuhalten, nicht so viel Mahlgut für sich abzuzweigen. Da zu dieser Zeit alles in Scheffel (ein Scheffel hat knapp 9 Liter) gemessen wurde, war es für den Müller leicht seine Kunden zu übervorteilen, denn wer sollte so schnell nachmessen und abwiegen. Des weiteren hatte der Müller dafür Sorge zu tragen, dass sein Gesinde, was seine Mühlknappen und Helfer waren, die Kundschaft nicht "über anfahre", also immer recht freundlich blieb.
1631 Wieder herrschte Wassermangel
as Jahr 1631 war wieder einmal ein viel zu trockenes Jahr für die Landwirtschaft und wieder wurde es schwierig die Menschen mit Getreide und anderen notwendigen Erzeugnissen zu versorgen. Es war so dürr und trocken, dass das Sommergetreide fast völlig verdarb. Künstliche Bewässerungen waren noch nicht möglich. Das bedeutete wieder Hunger für viele Geraer und die Winterbevorratung wurde wurde dürftig.
1635 Die Geraer Kirchenkommisssion
er Geraer Prediger und Chronist Johann Christoph Klotz verfasste im Jahr 1816 seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und schrieb zur "Kirchenkommisssion", er schrieb es mit 2 m und 3 s, folgendes auf. "Die Kirchenkommisssion ist kein eigentliches Kollegium, sondern nur bey gewissen kirchlichen Geschäften und Angelegenheiten vom Konsistorium beauftragte Personen, denen nach Beschaffenheit der Geschäfte bald der Amtmann, bald der Regierungssekretär, bals ein Bürgermeister beygestellt ist. Der Curator piorum corporum ist ein Regierungs- und Konsistorial-Advokat, der alle bey Kirchen- und anderen geistlichen Stiftungen vorkommenden rechtlichen Fällen in der ganzen Herrschaft zu besorgen hat." (Die Rechtschreibung im Artikel wurde von Johann Christoph Klotz mit übernommen.)
11.10.1643 Georg Samuel Dörffel geboren
eorg Samuel Dörffel, geboren am 11. Oktober 1643 in Plauen und verstorben am 6. August 1688 in Weida bei Gera, auch Dörfel genannt, war ein deutscher lutherischer Theologe und Amateurastronom. Georg Samuel Dörffel stammte aus einer Familie, in der der Pfarrerberuf Tradition hatte. Großvater und Vater übten bereits diese Profession aus. Nach dem Besuch der Stadtschule in Plauen studierte auch Dörffel ab 1658 in Leipzig Theologie und wechselte ab 1662 nach Jena, wo er die Fächer Mathematik, Physik und Astronomie hörte. 1663 erreichte er dort die Magisterwürde und beschloss 1667 in Leipzig mit dem Baccalaureat das Theologiestudium. Neben vielseitigen seelsorgerischen Tätigkeiten widmete sich Dörffel in seiner freien Zeit der Astronomie - mit Hilfe einfachster astronomischer Instrumente. Nach dem Tod des Vaters 1672 übernimmt Dörffel dessen Aufgaben als Landdiakon der Gemeinden Oberlosa und Straßberg (später zu Plauen gehörig). Im selben Jahr veröffentlichte er sein erstes astronomisches Werk zu den Kometen. Zwischen 1663 und 1687 verfasste Dörffel theologische und mathematische Schriften - so 1670 sein "Handbuch zum praktischen Bibellesen"; die von ihm geschätzte Astronomie blieb eine intensiv betriebene Nebenbeschäftigung. Trotzdem veröffentlichte er zahlreiche astronomische Abhandlungen (davon allein sechs zu Kometen). In seinem Hauptwerk "Astronomische Beobachtung des großen Cometen, welcher A. 1680 und 1681 erschienen" (Plauen, 1681) führte er (Jahre vor dem Erscheinen der Newtonschen Gravitationstheorie) aus seinen Beobachtungen den Nachweis, dass die Kometen sich auf parabolischen Bahnen bewegen, in deren Brennpunkt die Sonne steht. 1684 wird Georg Samuel Dörffel als Superintendent nach Weida berufen. Dörffel war durchaus wohlhabend und dreimal verheiratet. 1688 verstarb er mit erst 44 Jahren. Die Anerkennung seiner Leistungen erfolgte erst 100 Jahre später.
1650 Ungenaue Zahlen aus Hermsdorf
ie Einwohnerzahl von Hermsdorf war zwar weiter gestiegen und lag bei 300 bis 400, war aber in der Neuzeit nicht genauer zu ermitteln. Das dürfte auch der Tatsache geschuldet sein, dass der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) zwar schon seit zwei Jahren offiziell beendet war, aber noch immer vor allem schwedische Soldaten marodierend durchs Land zogen und die Menschen andere Sorgen hatten, als die genaue Einwohnerzahl zu ermitteln und festzuhalten. Die meisten Menschen dieser Zeit wussten auch nicht, dass so eine Statistik irgendwann einmal für wen auch immer interessant sein könnte.
1656 Der Langenberger Frontanz
is zu diesem Jahr fand der Frontanz am 2. Pfingstfeiertag, danach am 3. und seit 1728 am 4. Wochentag oder dem Mittwoch nach Pfingsten statt. Dazu mussten sich Paare aus Rüdersdorf, Gleina, Grüna, Hirschfeld, Kretzschwitz und Stübnitz bei Strafe von einem Neuschock, das waren 60 Groschen, unter einer Linde in Langenberg einfinden. 1611 wurde von 85 Paaren und einer Person und 1702 von 93 Paaren berichtet, welche sich zum Frontanz einfanden.Sie mussten dort ihren Namen dem Gerichtsherrn angeben und sich zum Tanz aufstellen, der durch den Landsknecht, oder Gerichtsknecht, eröffnet wurde. Der Gerichtsherr ließ unter den Tanzenden für drei Gulden kleine Kuchen verteilen. Das Bier und die Spielleute mussten einige Tänzer auf ihre Kosten besorgen. Erst wenn der Zapfen flog, das Bier alle war, endete der Tanz. Die Tänze stellten eine symbolische Anerkennung der landesherrschaftlichen Gerichtsbarkeit dar.
1656 Die gebrauten Biermengen in Gera
s durften 358 Gebräude gebraut werden, d.h.ca.560 l/Einw., wobei ein Großteil in die umliegenden Ortschaften verkauft wurde. In Mengenangaben waren es im Jahr 1656 ca.1.169.000 l (11.690 hl) oder 298,5 Erbgebräude , Im Jahr 1724 ca.2.534.000 l (25.340 hl) oder 647 Erbgebräude und im Jahr 1753 ca.3.419.000 l (34.190 hl) oder 873 Erbgebräude. (ein Geraer Gebräude entspricht 3916 l) Die gut geeigneten Gär-und Aufbewahrungskeller für die Biergebräude zu besorgen, war stets eine Privatangelegenheit der Brauberechtigten.Somit entstanden in dieser Zeit die Mehrzahl der Höhleranlagen unter der Stadt, die eine qualitätsgerechte Lagerung des Bieres bei 12-13°C garantierten. Und Höhlerbier muß qualitativ besser gewesen sein, denn der Preisunterschied einer Kanne Höhler-und Kellerbier betrug im Jahr 1813 schon 1 Pfennig. (eine Geraer Kanne entspricht 0,9542 l) Die Höhler wurden bergmännisch im Locker-als auch Festgestein mit oder ohne Ausbau (Ziegel-oder Natursteinmauerung) aufgefahren, wobei die Bergleute der unwirtschaftlich arbeitenden Geraer Silber-und Kupfererzgruben eine neue Verdienstmöglichkeit fanden. Darum kurz etwas zur Geologie: Das Stadtgebiet durchzieht von Süd nach Nord das Elstertal, dessen ebener Talgrund durch jungpleistozäne und holozäne Flußsedimente aufgebaut wird. Die im östlichen und nordöstlichen Bereich des Stadtgebietes gelegenen Hochflächen sind größtenteils durch glaziale Ablagerungen der Elsterkaltzeit und die flachen Talhänge von deluvialem Gestein überzogen. Im Gegensatz zu denen im Bereich der Greizer Straße gelegenen Höhlern, die im Dolomit des mittleren Zechsteins aufgefahren wurden, sind die Höhler im Bereich des Marktes in den wesentlich jüngeren quartären Abfolgen der Elsteraue angelegt.
1661 Vom Rat der Stadt erworben
n diesem Jahr erwarb der Rat der Stadt Gera von der reußischen Landesherrschaft das Gelände nördlich der Sorge bis zur "Gebind". Dieses Gebiet lag zu diesem Zeitpunkt noch außerhalb der Stadtmauern. Die Sorge hatte ihren Namen von ihrer Lage als "Zarge", als Umfassung an der Stadt. Die "Gebind" war die spätere Adelheidstraße, in der Neuzeit die Clara-Zetkin-Straße. Der Kauf war ein Indiz dafür, dass die Stadt sich ausdehnte und die alten mittelalterlichen Stadtmauern zu eng wurden. Viele Jahre später wurde die Sorge dann, vom Zschochernplatz aus nach unten betrachtet, auf ihrer rechten (nördlichen) Seite bebaut.
1675 Hüte aus Gera
as Hutmacher-Geschäft "Singewald" eröffnete seinen Laden erstmals in Gera. Die Hutmode sollte sich über die Jahrhunderte zwar ändern, aber der Geraer Traditionsladen bestand auch noch nach den Wirren des Zweiten Weltkrieges und da war er auf der Sorge im Haus Nummer 44 zu finden.
08.03.1685 Pfarrer in der Kritik
is zum Jahr 1684 war der evangelische Theologe Thomas Schmidt der Pfarrer in der Gemeinde Zwötzen. Bei der Wahl seines Nachfolgers kam es zu Unstimmigkeiten, was wohl an einer körperlichen Behinderung des neuen Seelsorgers lag. Zeitgenössig wurde das "Problem" folgendermaßen erfasst. "Zu seinem Nachfolger präsentiert Gerhard Günther von Lüschwitz den stud. theol. Elias Seidel, aus Gera gebürtig. Gegen seine Berufung aber protestieren der Gerichtsherr von Leumnitz, Georg Gerhard von Schauroth, sowie sämtliche Eingepfarrten der Gemeinden Zwötzen und Leumnitz wegen eines körperlichen Leidens, nämlich einer schlimmen Hand, die ihn wenig tauglich zum Predigerberuf erscheinen lasse. Auch der Patron zieht seine Präsentation infolgedessen zurück. Das Konsistorium veranlaßt nun die Untersuchung der schlimmen Hand durch den Hof- und Stadt-Medikus Zopf und den Gerichts-Barbier Bergkmann. Das Gutachten dieser beiden Sachverständigen lautet günstig für Seidel; infolgedessen wird seine Probepredigt auf den 8. März 1865 festgesetzt. Wieder protestieren der Zwötzener und der Leumnitzer Gerichtsherr, diesmal auch, weil sich Seidel übel verhalten habe, und der von Lüschwitz präsentiert einen gewissen Johann Reinholdt, aus Saalburg gebürtig. Das Konsistorium aber besteht auf Abhaltung der Probepredigt. Nun legt der Junker von Lüschwitz beim Grafen Protest ein. Am Sonntag Invocavit (Invocabit, auch Invocavit, 1. Sonntag der Passionszeit, Fastensonntag), den 8. März, hält E. Seidel seine Probepredigt in Gegenwart des Superintendenten Johann Gruve, seines Sekretärs Friedrich Facius, des Junkers Ge. Günther von Lüschwitz, des Vertreters der Frau von Schauroth und der beiden Gemeinden über Jesu Versuchung (Matthäus 4). Obwohl nach des Superintendenten Urteil die Probepredigt gut ausgefallen, bleiben doch alle Beteiligte bei ihrem Proteste in der Kirche; auch erneuern sie denselben wiederholt schriftlich, doch die Behörden lassen sich hierdurch nicht beeinflussen: Seidel wird zum Pfarrer von Zwötzen bestellt und am 27. April 1685 bestätigt. Unter seiner Amtstätigkeit bricht 1694 jene große Wasserflut über das Dorf herein, welches außer einem Bauerngut auch einen großen Teil der Pfarrgrundstücke verwüstet und wegführt. Elias Seidel stirbt am 28. Januar 1718. (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Bruno Geweniger, Rektor der Schule)
1686 Der älteste Geraer Stadtplan mit Beschreibung
uf dem ältesten Stadtplan Geras mit der Beschreibung des Stadtbrandes von 1686 waren 18 Straßennamen genannt worden. Gera hatte allerdings nur Gassen, und das waren die "Alte Schloßgasse", die "Schoßgasse", die "Haselburg", "Hinter der Mauer", die "Kirchgasse", die "Lange Gasse", die "Rittergasse", die Schuegasse" (Schuhgasse), der "Topfmarkt", der "Markt, die "Sorge", die Weidauische Gasse", die "Capelle auf dem Niclaß-Berge", "Die Häuser vorm Leimnitzer Thor", "Die Straße vorm Leimnitzer Thor", die "Vorstadt vorm Schloßthor, der "Steinweg nach dem Gottesacker" und die "Zwickauische Gasse".
20.03.1686 Großbrand in Gera
urch die Fahrlässigkeit eines Bäckergesellen entstand ein Essenbrand, der rasch auf große Teile der Innenstadt und die Vorstädte vor dem Schloß- und Leumnitzer Tor übergriff. 358 Häuser, 3 Stadttore und 50 Scheunen werden zerstört. 4 Menschen verloren ihr Leben.
Zusatzinformationen
1692 Das erste Zwötzener Schulhaus
er Schulrektor und Chronist Bruno Geweniger schrieb im Jahr 1911 in seiner Schulchronik folgendes auf: "Tobias Heubler, der Vater des Leberecht Tobias Heubler, erwirbt Zwötzen (das Rittergut, Anmerkung der Redaktion) Mitte 1691, stirbt aber schon 1692 in Droschka; also ist das älteste Schulhaus von Zwötzen, das übrigens schon 1779 ganz oder teilweise erneuert werden musste, erst nach 1692 erbaut worden. Krauthahn, gestorben 1695, hat jedenfalls in seiner Wohnung die wenigen Kinder unterrichtet. Möglicherweise haben nach dem 30jährigen Kriege schon Lehrer vor Krauthahn unterrichtet, nicht aber schon vor der Mitte des 17. Jahrhunderts. Jeden Zweifel beseitigt die schon erwähnte alte Aufzeichnung, nach welcher die "Geraischen" Schuldiener den Gottesdienst in Zwötzen mit besorgen sollen. Der Gerichtsherr Heubler bekundet auch weiter sein Interesse für die von seiner Mutter gestiftete Schule, so gibt Heubler 1740 bei Abnahme der Kirchenrechnung "der im Pfarrhofe befohlenermaßen versammelten alten Dorf- als der Ritterguts-Gemeinde" auf, "daß dem Schulmeister sein Garten, gleichwie schon am Hausstege, also auch hinterwärts nach dem Felde zu mit einem Zaune zu verwahren sei". Ferner gibt der Kirchenpatron die Weisung, "daß jeder Vater seine Kinder vom 7.-14. Jahre in die Schule schicken, und wenn er es nicht tun wolle (es sey denn um Krankheits willen) dennoch das Schulgeld dem Schulmeister bezahlen solle. In des Vaters Verweigerungsfalle aber habe es der Schulmeister bei dem Adligen Gerichte anzuzeigen." Wie hoch das Schulgeld damals in Zwötzen gewesen, wissen wir nicht. (In Lusan beträgt es um jene Zeit 4 Pf. wöchentlich). An Naturalien bekommt der Lehrer in Zwötzen 5 Scheffel Korn."
1694 Die Sorgen des Thränitzer Pfarrers
wischen 1693 und 1733 hatte Heinrich Salomo Satorius das Amt des Thränitzer Pfarrers inne. In seiner Amtszeit beschwerte er sich über so manchen Vorfall. Im missfiel das die Freitagsbetstunden und auch die Nachmittagsgottesdienste schlecht besucht waren. Zudem beklagte er sich darüber, dass viele zu spät zum Gottesdienst erschienen und zudem nicht mitgesungen würde, wenn er die sakralen Lieder anstimmte. Besonders ärgerte es ihn, wenn während der Sonntagspredigt in der Kirche geschlafen wurde.
1710 Kirchenneubau in Hermsdorf
u dieser Zeit wurden erste Anträge zum Neubau beziehungsweise den Teilneubau der evangelisch-lutherischen St. Salvator Kirche in Hermsdorf gestellt, da sie zu klein und auch baufällig geworden war. Zu dieser Zeit war aber die Finanzierung nicht gesichert. Derartige Geldsorgen sind also kein spezielles Phänomen der Neuzeit.
1719 Ein neuer Pfarrer in Zwötzen
wischen 1685 und 1719 war Elias Seidel Pfarrer in Zwötzen. Um seine Einsetzung hatte es einigen Wirbel gegeben, da er eine Körperbehinderung, eine sogenannte "schlimme Hand" hatte. Nach Seidels Tod im Jahr 1719 setzte der Patron Leberecht Tobias Heubler seinen Neffen Karl Heinrich Heubler zum Nachfolger ein. Karl Heinrich Heubler stammte aus Hermsdorf in Sachsen-Altenburg. Vor seiner Berufung war er Hauslehrer Heinrichs VI. gewesen, aus der Dynastie der Reuß. Problemlos lief auch hier die Amtsbestätigung nicht, denn er galt nicht als "Landeskind", bemerkte das Konsistorium. Erst nachdem die Herrschaften zu Schleiz, Lobenstein, Ebersdorf und Gera allesamt ihr Einverständnis zu dieser Personalie gaben, wurde Heubler bestätigt. Er war damit der erste Zwötzener Pfarrer, über den ein Lebenslauf (in lateinischer Sprache) in den Akten abgelegt wurde. Bis zum Jahr 1733 blieb er der Seelsorger der Gemeinde, bevor er nach Dorna abberufen wurde. Karl Heinrich Heubler verstarb im Jahre 1766 im Amt befindlich. (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Bruno Geweniger, Rektor der Schule)
09.09.1727 Grundstückskauf auf der Sorge
ie Stadt erwarb das Gelände des späteren Marstalls auf der Sorge. Bis zu diesem Tag gehörte das Anwesen einem gewissen Hans Bärmlich. Es war bei den Bränden von 1686 und 1727 in Mitleidenschaft gezogen worden.
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09.09.1727 Der Marstall brannte
er Marstall auf der Sorge, später der nach dem Schulgründer Erduard Amthor benannte Amthordurchgang, seit diesem Tag in städtischen Besitz, wurde 1727, wie schon 1686 beim großen Stadtbrand, ein Raub der Flammen. Zuvor gehörte er dem Geraer Hans Bärmlich. 22 Häuser wurden bei dem Feuer zerstört.
02.11.1733 Wieder Feuer in Gera
n diesem Tag legte ein Schadensfeuer 21 Häuser bis an das Schlossgatter, später Schloßstraße, und auf der Sorge bis an den Ratsmarstall, später der Amthordurchgang, in Schutt und Asche. Der Ratsmarstall musste danach niedergerissen werden.

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18.01.2015
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