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Ihre Suche nach Salvatorkirche erbrachte folgende Ergebnisse.
Zu Ihrem Suchbegriff wurden 16 Artikel ab dem Jahr 2000 gefunden.

1073 Zum Ursprung des Namens Gera
m Jahr 1816 verfasste der Prediger der St. Salvatorkirche, Johann Christoph Klotz, seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und schrieb über einen seiner Vorgänger als Stadtchronist folgendes wörtlich auf: "Was ist dieser Rücksicht Henricus Meihoninus de veteris Saxoniae finitimarumque regionum quarundam pagis: part. II.lit. b. hierüber schreibt, ist immer einer Beherzigung würdig, er meldet von dem Dorfe GERAHA: "dessen Name wird gelesen in dem Briefe Diterici, Bischof zu Zeitz, (wie P. Lamgius in seiner zeizischen Chronik p. m. 783 anmerkte) daß selbiges gelegen sey an dem Elster-Fluß, allwo noch heutiges Tages eine Stadt gleiches Namens liegt." - Daraus läßt sich schließen, daß Gera zuerst ein Dorf gewesen sey, und Geraha geheisen habem welches hernach Graf Wipprecht von Groitschen ums Jahr 1073 wie aus der Historie dieses theuern Helden hervorgehet, seiner Gemahlin zu einem Leibgedinge besser angebauet und wohl befestigt habe." (Die Rechtschreibung wurde übernommen.)
1080 Bei Klotz nachgelesen
m Jahre 1816 veröffentlichte der Geraer Prediger der St. Salvatorkirche Johann Christoph Klotz seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera", betätigte sich damit sehr erfolgreich als Stadtchronist. Für das 11. Jahrhundert sind unter anderem folgend Worte von Klotz überliefert. "Im Jahr 1080 nach Christ Geburt wirde der Stadt Gera anderweit mit folgenden Worten gedacht: "Als Kaiser Heinrich IV. wider Rudolph, (welcher die Sachsen auf Anstiften des Papstes Hildebrand zum Gegenkaiser erwählet,) sich wehren und ausziehen müßen, hat ihn Graf Wipprecht von Groitsche auch einen schönen Zeug von Böhmen zu Hülffe geführet. Der Kaiser zog seinem Feind entgegen im Oktober, und stießen beyde Heere auf einander im Osterlande, oder beim Theil des Meißner Landes, so Libonotria genennet wird) an dem Wasser, die Elster genannt, zwischen Gera und Schloss Dreysing (Droisig)." Ingleichen wird der Stadt Gera in einem Briefe des Königs Wenzeslaus zu Böhmen gedacht, sub dato 1371 und zwar so: "daß Gera weiland geistlich quedlinburgisches Lehen gewesen, wobey der Burg und der Stadt Erwähnung geschehet." (Klotz spielt hier auf den Gang nach Canossa, Heirich IV. zu Papst Hildebrand (Gregor VII.) an und des weiteren auf die Schlacht an der Weißen Elster, bei der der Widersacher Heinrichs, Rudolph von Rheinfelden, geb. um 1025, im Jahr 1080 sein Leben ließ und Heinrich wieder die alleinige Macht genoss.) (Die Rechtschreibung wurde dem Original entlehnt.)
1086 Klotz über die Erbauung Geras
m Jahre 1816 veröffentlichte der Geraer Prediger der St. Salvatorkirche Johann Christoph Klotz seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera", betätigte sich damit sehr erfolgreich als Stadtchronist. Er schrieb: " Dresserus lib. de praecipuis Germaniae urbibus, schreibt von Gera: daß es von Graff Wipprecht zu Groitschen ums Jahr 1086 sey erbaut worden, welcher des Königs in Böheim Tochter Jutta geheuratet, und zur Morgengabe unterschiedene Prefecturas bekommen habe. Der Monachus Pegaviensis meldet in vita Wigberti p. m. 3. daß es Wigberti von Groitschen municipium gewesen sey, welches gegen Ausgang bey dem Elsterfluß gelegen, mit Namen Goisea, benabst allen nahe angelegten Orten, und pag 8. sagt es: mit Namen Schwortz, welche seiner Gemahlin Leibgedinge seyn sollte (vt ei esset tutum pracssidium). Auf dem Rande hat R. Reineccius hinzugefügt: Brotusco dicitur Gerau. Auch werden von dem gedachten Monacho Pegaviensi zugleich noch einige andere, damals schonexistierende Städte genennet, als Weyda, Mülsen an der Elster, Worzin, Libitz, Zeitz." (Die Rechtschreibung wurde dem Original entlehnt.)
1118 Bei Klotz gelesen
m Jahre 1816 veröffentlichte der Geraer Prediger der St. Salvatorkirche Johann Christoph Klotz seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera", betätigte sich damit sehr erfolgreich als Stadtchronist. "Lange in seinem Chronico p. 784 sagt. "Anno Domini 1118 ist berühmt gewesen Graff Wipprecht, ein tapferer und sehr beherzter Kriegsmann, von welchem wurdeliche Dinge gelesen und erzählet werden; derselbe hat die Provinz, so Sworbia genannt, beherrscht." (Die Rechtschreibung wurde dem Original entlehnt.)
1143 Nicht alle hießen Heinrich
m Jahr 1816 verfasste der Prediger der St. Salvatorkirche, Johann Christoph Klotz, seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und schrieb über den gebräuchlichen Vornamen derer zu Reuß folgendes auf. " Allein, da jeder dieser Heinriche mehrere Brüder gehabt, die nicht eben denselben, sondern anderen Namen als: Otto, Burchard, Bernhard führten, so kann man den Namen Heinrich noch nicht mit Recht für den einzigen Familiennamen zu jener Zeit ausgegeben." ... und weiter... "Dieser Zeitpunkt trat erstlich mit dem Henrico de Wida ein, der vom Jahr 1143 an, in ächten Urkunden vorkömmt, und also in der 2ten Hälfte des 12ten Jahrhunderts. Vermuthlich war es dessen Sohn, der zu allererst seinen Söhnen den Namen Heinrich beylegte, wobey es hernach in der zahlreichen Nachkommenschaft bis auf jetzige Zeiten verblieben ist. - Warum aber dieser letzte Herr den einzigen Namen Heinrich in seinem Geschlechte eingeführt hat, davon findet man keine Anzeige, weder in dem milderfuthischen Klosterberichte, noch in Paul Langens zeizischer Chronik, noch auch bey dem pirnischen Mönch, als nur diese: "daß Henricus de Wida, der Besitzer des ganzen Voigtlandes, der 1193 das Kloster Mildenfurth stiftete, Bertham, eine Gräfin zu Tyrol, (nicht Herzogin von Kaernthen, wie andere falsch angeben,) die mit dem Kaiser Heinrich VI. verwandt gewesen, geheurathet, und alle mit ihr gezeugten Söhne Heinrich genannt habe." Hieraus sollte man fast den Schluß machen, daß dieser einzige Name dem Kaiser Heinrich VI. zu Ehren angenommen worden, wiewohl es bleibt immer nur eine Vermuthung und Wahrscheinlichkeit." (Die "Rechtschreibung" von Johann Christoph Klotz wurde im Zitat übernommen.)
1179 Zum Namen Heinrich
m Jahr 1816 verfasste der Prediger der St. Salvatorkirche, Johann Christoph Klotz, seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und schrieb über dem Vornamen Heinrich aller männlicher Nachkommen derer zu Reuß folgendes auf. "Über den Ursprung des Namens Heinrich, dessen das Reußen-Geschlecht sich ausschließlich als Taufname bedient, herrscht eben so viel Dunkelheit, als über den Ursprung des Namens Reuß. Was Beckenstein, Körber, Marquart, Büchner und andere sagen, ist bloß Vermuthung, und für den Wahrheitsforscher in der Geschichte sehr unbefriedigend, " daß nämlich schon zu Heinrich des Voglers Zeiten, im 10ten Jahrhundert bey den Vorfahren des reußischen Geschlechts der einzige Name Heinrich gebräuchlich gewesen, und diesem Kaiser zu Ehren angenommen worden sey." Ingleichen: daß dieser Kaiser, oder irgend einer seiner Nachfolger über gewisse Verträge, die deswegen in dieser Familie der reußischen Vorfahren errichtet worden seyn sollen, Bestätigung oder Privilegien ertheilet habe - alles das kann nicht durch Dokumente erwiesen werden, und ist bloß leere Vermuthung. In Ansehung dieses Zeitpunktes, in welchem der Gebrauch dieses Namens seinen Ursprung genommen habe, sagen zwar die alten Klosternachrichten, daß einer von den Söhnen des Grafen Eckbrechts, als des bekannten Stammvater des Geschlechts der Voigte, von welchem sich das jetzige reußpl. Haus beschreibt, schon den Namen Heinrich geführt habe; - und man findet auch in den Nachrichten, in jeder folgenden Generation einen Heinrich, - und in dieser Rücksicht ließe sich allenfalls behaupten: daß der Name Heinrich bey diesem Geschlecht, wo sich seit dem 10ten, doch gewiß seit dem 11ten Jahrhundert gebräuchlich gewesen. - Allein, da jeder dieser Heinriche mehrere Brüder gehabt, die nicht eben denselben, sondern anderen Namen als: Otto, Burchard, Bernhard führten, so kann man den Namen Heinrich noch nicht mit Recht für den einzigen Familiennamen zu jener Zeit ausgegeben." (Die "Rechtschreibung" von Johann Christoph Klotz wurde im Zitat übernommen.)
1193 Die alte Nikolauskapelle
ie war vermutlich Namensgeber für den Geraer Nikolaiberg, auf dem sie etwa in diesem Jahr errichtet worden war. Sie war das Vorgängerbauwerk der St. Salvatorkirche eben auf diesem Nikolaiberg. In einer mittelalterlichen chronikalischen Nachricht war von der Straßenkapelle die Rede. Heinrich der Reiche, Vogt zu Weida, gründete im gleichen Jahr das Prämonstratenserkloster in Mildenfurth bei Wünschendorf und besetzte es mit Magdeburger Chorherren.
1200 Die älteste Geraer Kirche
urch die Kirchgasse war die Verbindung zum ältesten Gotteshaus der Stadt, der alten Johanneskirche, hergestellt, deren Pleban um 1200 erstmals erwähnt wird und aus deren Bereich 1234 die Kapelle auf dem Schloss auf Bitten des Geraer Vogtes herausgelöst wurde. Im Sächsischen Bruderkrieg wurde auch sie zerstört, in der Folgezeit ab 1467 neu errichtet und Anfang des 16. Jh. vollendet. 1780 brannte sie völlig aus, die Ruinen wurden im 19. Jh. abgetragen, die darin befindliche Gruft der Reußen 1912 geöffnet und die Särge in die Salvatorkirche übergeführt.
1238 Der Papst bestimmte die Vormunde
b spätestens dem 13. Jahrhundert trugen alle Geraer Vögte den Namen Heinrich, was auch in der Zeit der reußischen Herrschaft so beibehalten wurde. Über mehr als 800 Jahre bis ins 21. Jahrhundert. Über die Zeit danach, gegenwärtig die Zukunft, kann noch keine Aussage getroffen werden. Der hier genannte Vogt von Gera, Heinrich, lebte um das Jahr 1206. Im Jahre 1816 schrieb Johann Christoph Klotz, zu dieser Zeit der Prediger der Geraer Salvatorkirche, folgendes über diese hochmittelalterlichen Herrscher. "Ein Sohn dieses Heinrichs (der von 1206, Anmerkung der Chronikredaktion), ersten Voigts von Gera, Heinrich, trat mit seiner Gemahlin Jutta gegen das Jahr 1238 in den geistlichen Stand, und wurde deswegen in der Klosterkirche zu Mildenfurth in Gegenwart vieler Herren, Ritter und Rittergenossen, feierlich geschieden. Ueber seine noch unmündigen Söhne setzte Papst Georg, bis sie das 25. Jahr würden erreicht haben, den Bischof zu Naumburg, den Probst zu Merseburg und den Abt zu Sittichenbach zu Vormündern." (Eigentlich Papst Gregor IX. geb. um 1167 in Anagni verst. am 22. August 1241 in Rom, war der Papst der Katholischen Kirche vom 19. März 1227 bis zu seinem Tode. Er wurde als Ugolino dei Conti di Segni (Hugo, aus dem Haus der Grafen von Segni) geboren.) "Nach erreichter Volljährigkeit wird der älteste Sohn Heinrichs gegen das Jahr 1254 Voigt von Gera. Seine Gemahlin war Leukardis, wahrscheinlich eine Gräfin von Paßau." (Die "Rechtschreibung" von Johann Christoph Klotz wurde im Zitat übernommen.)
1289 Der Name Reuß
m Jahr 1816 verfasste der Prediger der St. Salvatorkirche, Johann Christoph Klotz, seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und schrieb über den Reußischen Namen. "Nach Beckenstein entdeckte man einen bisher verborgen gebliebenen wichtigen genealogischen Umstand in des böheimischen Geschichtsschreibers B. Balbini Miscellan. histor. regni Bohemiae Dec. II. Libr. 2 p.i., nämlich man fand darinnen die Anzeige, daß des beheimischen Fürsten Brezetislaw IV. Tochter Maria an einen Herren von Plauen vermählt gewesen, welcher der Zeitrechnung nach kein anderer, als jener ältere Voigt von Plauen gewesen seyn kann, von dem oben gesagt, daß durch ihn im Jahe 1289 der reußische Namen entstanden sey. Brezetislaw stammte von dem König in Böheim Wladislaw I. ab. Er hatte eine russische Prinzessin zur Ehe, die ebenfalls Maria hieß, welche von Balbinius Russiae dux, und der Gemahl selbst Russiae per uxorem princeps genennt wird. demnach war die Mutter jener beyden jungen Herren eine böheimische und die Großmutter eine russische Prinzessin. Daraus entstand dann die Vermuthung, daß der eine der Mutter, und der andere der Großmutter zu Ehren seinen Beynamen empfangen habe."

Zusatzinformationen
1333 Zur Geschichte der Salvatorkirche
ie Salvatorkirche ist eine evangelische Kirche auf dem Nicolaiberg im Stadtzentrum von Gera. und oberhalb des historischen Marktplatzes zu finden. Auf dem Nicolaiberg standen ursprünglich eine dem heiligen Nikolaus geweihte Kapelle und ein Termineihaus, eine Unterkunftshaus für Bettelmönche, wie es zu dieser Zeit durchaus üblich war. Die Kapelle, nach der der Berg bereits 1333 als "zcu Gera uf sente Nycolaus berge" bezeichnet wurde, brannte beim Stadtbrand von 1686 nieder. Im Jahr 1717 wurden die Ruinen dann abgerissen, um der neuen Kirche Platz zu machen. Die Barockkirche selbst wurde in den Jahren 1717 bis 1720 nach Plänen des kursächsischen Landesbaumeisters David Schatz erbaut, der Turm jedoch, nachdem man mit einer eigens eingerichteten Turmbaulotterie zu den erforderlichen Mitteln gekommen war, erst in den Jahren 1775 bis 1778 nach Plänen von Gerardo Hofmann. Nur zwei Jahre später wurde die Kirche beim Geraer Stadtbrand 1780 zerstört. Im Gegensatz zur zweiten damaligen Geraer Kirche, der Johanniskirche, wurde die Salvatorkirche in den Jahren 1781 bis 1783 wieder aufgebaut und ist daher seitdem die einzige Kirche in Geras historischer Altstadt. Bis zur Errichtung der neuen Johanniskirche am Adelheidplatz (später Clara-Zetkin-Straße), 1885 geweiht, war sie die alleinige Pfarrkirche Geras, außerdem wurden hier, weil die alte Johanniskirchgruft, die traditionelle Grablege der Geraer Reußen, nach dem Stadtbrand nicht mehr nutzbar war, 1802 der letzte Herr von Reuß-Gera, Heinrich XXX., und 1829 seine Gemahlin Luise Christiane von Pfalz-Birkenfeld beigesetzt. Im Jahr 1898 brach man die unterhalb der Kirche gelegenen Häuser ab und legte an ihrer Stelle die heutige repräsentative Freitreppe an. 1903 wurde das Kircheninnere unter der Leitung von Stadtbaurat Adolf Marsch im Sinne des Jugendstils umgestaltet. Nach den Renovierungsarbeiten an der Westfassade der Salvatorkirche (2006) werden die Arbeiten seit Herbst 2007 am Turm fortgesetzt. Die Salvatorkirche verfügt über eine zweimanualige pneumatische Röver-Orgel, welche in den Jahren 1903-1905 erbaut wurde.
27.06.1333 Urkunde über Gutsverkauf ausgestellt
n der Brüderstube der Plauener Bettelmönche auf dem Niklasberg in Gera wird eine Urkunde über einen Gutsverkauf ausgestellt. Der Niklasberg befindet sich in der Neuzeit etwa am Standort der Geraer Salvatorkirche - dann Nikolaiberg.
1347 Das Erbe der Vögte
ogt Heinrich der Ältere hatte im Jahr 1303 die Lehen über die Stadt Gera und das Schloß erstmals von Landgraf Albrecht zu Erfurt erhalten. Johann Christoph Klotz, Chronist und Prediger der Geraer Salvatorkirche, schrieb dazu im Jahr 1816 folgendes auf. "Ihm folgte sein Sohn Heinrich der ältere, als Voigt von Gera, der gegen das Jahr 1347 starb; und da er keine Leibeserben hinterließ, so fiel die Herrschaft Gera an seinen Bruder Heinrich den Jüngeren, der sich bisher die meiste Zeit zu Lobenstein aufgehalten hatte, und sich von da an in den Urkunden Heinrich der Aeltere oder Alte, Voigt von Gera nannte. Im Jahr 1364 erkaufte er von den Reußen, Voigten von Plauen ihren Anteil an den obern und niedern, oder unteren Schlosse Langeneberg nebst Zubehörungen. Das obere haus oder Schloß, auf dem sogenannten Hausberge, besaßen die Reußen, Voigte von Plauen, und die Voigte von Gera, wenigstens seit d. J. 1328. schon gemeinschaftlich. Dieser Heinrich der Alte starb 1377 in einem hohen Alter. Seine Gemahlin war Mechthild, eine Gräfin von Räsenburg." (Die "Rechtschreibung" von Johann Christoph Klotz wurde im Zitat übernommen.)
1393 Der Name derer zu Reuß
m Jahr 1816 verfasste der Prediger der St. Salvatorkirche, Johann Christoph Klotz, seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und schrieb über den Namen derer zu Reuß folgendes auf. "Wenn einige alte Geschichtsschreiber auch den übrigen NebenliniendiesenNamen andichten, so ist solches sehr falsch. so giebt z.B. Enoch Widmann vor, daß gegen das Jahr 1393 die Herren von Weyda zuerst Rußen oder Reußen genennet worden wären, weil der gemeinen Meinung nach sich einer aus diesem Geschlechte lange in Russia aufgehalten habe. Neuere Geschichtsschreiber eifern gar sehr gern gegen diese Meinung, und P. Peckler führt p. 257 eine zuverlässige Urkunde v.J. 1289 an, darinnen Heinrich Voigt von Plauen seine beyden Söhne als Zeugen aufführt, und sie Heinrich den Boehmen und Heinrich den Russen nennet. Dieseinnach könnte in das genannte Jahr der Anfang des Namen Reuß gesetzt werden. Eine andere Frage ist aber diese: wodurch derselbe Name veranlaßt worden sey? Die Meinung der ältern und neuern Schriftsteller sind sehr verschieden hierüber. Einige bleiben nur bey der Worterklärung stehen und glauben, es bedeute Reuß so viel wie Riese, weil der erste dieses Namens besonders groß von Person gewesen sey. Andere suchten der Quelle näher zu kommen, und vermutheten, diese Benennung sey von irgend einem Lande oder Gegend hergekommen, in der sich ein Herr dieses Geschlechts eine Zeitlang aufgehalten habe. Was Beckenstein hierüber sagt, siehet zu sehr einer Fabel ähnlich, als daß ich diese Blätter mit seiner Erzählung anfüllen sollte." (Die "Rechtschreibung" von Johann Christoph Klotz wurde im Zitat übernommen.)
1487 Der Ratsweinkeller
ünfzig Jahre nach der Öffnung des Ratskellers am historischen Markt, die erste Schankstätte Deutschlands, wurde an der Salvatorkirche der Ratsweinkeller eröffnet. Im Jahr 1898 musste die Lokalität dem Treppenneubau der Kirche weichen.
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1544 Die erste Schule
n diesem Jahr kurz vor der Mitte des 16. Jahrhunderts war die erste überlieferte urkundliche Erwähnung einer Schule in Hermsdorf. Den Stellenwert einer Kirche zu dieser Zeit sieht man hier auch darin, dass die Erwähnung der ersten St. Salvatorkirche im Ort 15 Jahre früher erfolgte.
1550 Der Stadtgraben
m Stadtgraben verlief die südliche Befestigung der mittelalterlichen Stadt, an die noch ein Stück Stadtmauer mit dem letzten, etwa 8 Meter hohen, im Dreiviertelkreis aus der Mauer heraustretenden Turm erinnert.
Zusatzinformationen
1586 Die Reußen und ihre Namenszahl
m Jahr 1816 verfasste der Prediger der St. Salvatorkirche, Johann Christoph Klotz, seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und schrieb über die gebräuchlichen Namenszahlen derer zu Reuß folgendes auf. "Schon gegen das Ende des 16ten Jahrhunderts ist bey dem Geschlecht der Herren Reußen von Plauen der Gebrauch aufgekommen, den Söhnen neben dem hergebrachten Taufnamen: Heinrich, zu einiger Unterscheidung eine Zahl, gleichsam als einen Zunamen, in der Ordnung, wie sie der Geburt nach auf einander folgten, beyzulegen. Jeder Vater zählte in seinem Hause für sich besonders, und es wurde auf solche Art bey jeder Genealogie in jeglichem einzelnen Hause eine neue Zahlenreihe anzufangen. Weil aber nach dieser Einrichtung bey größerer Ausbreitung des Geschlechts in verschiedenen einzelnen Aesten und Häusern öfters in der gesamten Familie etliche Herren zugleich lebten, die einerley Zahl führten, und solches manche Verwirrung veranlaßte, so wurde in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, um dieser Unbequemlichkeit abzuhelfen, der Entschluß gefaßt, wenigstens nur in jeder der beyden übriggebliebenen Hauptlinien des ganzen reußischen Geschlechts besonders zu zählen, die Zahlenreihe aber durch abgetheilte einzelne Häuser in derselbigen Linie fortlaufen zu lassen." (Die Rechtschreibung wurde von Johann Christoph Klotz mit übernommen.)
1590 Ein verkauftes Uhrwerk
n dem kleinen Ort Hermsdorf stand schon in der Mitte des 16. Jahrhunderts die St. Salvatorkirche. Diese war evangelisch-lutherisch, da auch dieser Thüringer Ort reformiert worden war. Im Jahr 1590, zum Ende des 16. Jahrhunderts verkaufte man das alte Uhrwerk der Turmuhr für den Preis von 30 Groschen. Grund dafür war, dass der Kirchturm im Vorjahr eine neue Turmuhr erhalten hatte und man keine zwei Uhrwerke brauchte.
14.08.1602 Klotz über die reußische Herrschaft
m Jahr 1816 verfasste der Prediger der St. Salvatorkirche, Johann Christoph Klotz, seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und schrieb über Heinrich den II. jüngere Linie folgende Zeilen. "Der nunmehrige Herr von Gera, und Stifter des Geraischen Hauses, Heinrich der II. J.L. Reuß war geboren am 14. Aug. 1602. Er vermählte sich am 23. November 1642 mit Katharina Elisabeth, einer Tochter des Grafen Christian Günther von Schwarzburg zu Arnstadt. Im Jahre 1666 nach erfolgtem Tode seines Bruders Heinrich IX. zu Schleiz, der keine Leibeserben hinterließ, fiel ihm auch die Pflege Saalburg zu, womit es sich also verhielt. Heinrich I., Herr zu Saalburg übernahm die Herrschaft Schleiz, und gab nun Saalburg ins Erbe, da dann von Saalburg diejenigen Ortschaften, welche vormals von den Herrschaften Schleiz und Lobenstein dazu geschlagen worden, wieder an ihre alten Stammherrschaften zurückfielen, und Saalburg in seine alten Gränzen trat. Von dieser Zeit an ist es beständig bey Gera verblieben. Der Tod Heinrich II. erfolgte am 2. Mai 1670, nachdem er ein Alter von 68 Jahren erreicht hatte. er hinterließ 2 Töchter, welche beyde dem Vater im Monat März 1686 in die Ewigkeit nachfolgten, und einen Sohn." (Die "Rechtschreibung" von Johann Christoph Klotz wurde im Zitat übernommen.)
1604 Geistliche und Weltliche Gerichte in Gera
m Jahr 1816 verfasste der Prediger der St. Salvatorkirche, Johann Christoph Klotz, seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und schrieb zu den Geistlichen und Weltlichen Gerichtshöfen der Herrschaft Gera folgendes auf. "der unvergeßliche Posthumus, der so ganz Vater des Vaterlandes war, und seiner Unterthanen Glück so viel als möglich zu befördern suchte, hatte, damit die Regierungsgeschäfte einen besseren gang gehen möchten, zwey neue Dikasterien (Als Dikasterien bezeichnet man die einzelnen Ämter der römischen Kurie. Sie sind die vom Papst (Heiliger Stuhl) mit der Leitung der römisch-katholischen Kirche beauftragten Zentralbehörden. Zu ihnen zählen das Staatssekretariat, die Kongregationen, die kirchlichen Gerichtshöfe, die Päpstlichen Räte und Kommissionen und Ämter. Dem bedeutendsten Dikasterium (dem Staatssekretariat) steht der Kardinalstaatssekretär vor. Die Leiter der Kongregationen und der Apostolischen Signatur werden Präfekten, die der Päpstlichen Räte und der Kommissionen Präsidenten genannt.) eingerichtet, die die Regierung seiner sämmtlichen Herrschaften zu besorgen hatte, nämlich eine weltliche Landesregierung oder Kanzelley, oder wie es auch genennet wurde: ein Hofratskollegium, daß aus einem Kanzler und besonders zugegebenen Schreiber-Bestand. Vorher hatten die Bundesregierungsgeschäfte bloß von einem Kanzler und einem ihm zugeordneten Schreiber beschtritten werden müßen. Solch neue Einrichtung der Bundesregierung brachte Posthumus im J. 1604 zu Stande. Unterm 8ten Januar dieses Jahres machte er eine ausführliche Vorschrift deswegen, oder eine Kanzelley- Amts- und Gerichts-Ordnung bekannt. Bey dieser von Posthumus ursprünglich gemachten Einrichtung fanden in der Folge einige der Zeit angemessene nöthige Abänderungen statt, daß also jetzt der oberste weltliche Gerichtshof in der Herrschaft Gera ist: " (Die Rechtschreibung wurde von Johann Christoph Klotz mit übernommen.)
1605 Zur Geschichte des Rutheneums
m Jahre 1816 veröffentlichte der Geraer Prediger der St. Salvatorkirche Johann Christoph Klotz seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera", betätigte sich damit sehr erfolgreich als Stadtchronist. Zum Rutheneum (später Goethegymnasium/Rutheneum seit 1608) veröffentlichte er folgende Zeilen, die Zeit drei Jahre vor der Eröffnung der Lehranstalt betrefffend. " Den Grundplan zum neuen Gymansium hatte zwar Posthumus selbst entworfen, sich aber dabey des Rathes einheimischer und fremder gelehrter Männer zur Ausführung bedient; vorzüglich des Leipziger Professors Hieronymus Megisers, den er sich deshalb vom Kurfürsten Christian II. in Sachsen ausgebeten hatte, und welcher 2 Jahre lang in Gera verweilte, um alles in Ordnung bringen zu helfen. Dieser machte die Abteilung in Classen, zeigte die Lectionen an, verfasste die Schulgesetze u. übernahm gleich anfänglich die eine Zeitlang, bis zu seiner Zurückberufung, selbst die Arbeit eines rektors des neuen Gymnasiums. (Die Rechtschreibung wurde dem Original entlehnt.)
1606 Die Frau des Bürgermeisters und der berühmte Erker
ie Stadtapotheke auf dem historischen Geraer Markt wurde vor allem durch ihren charakteristischen bunten Erker bekannt. Aber den gab es erst ab 1606. Wie und warum er entstand, und wie der Markt zu dieser Zeit aussah steht in der Zusatzinformation.
Zusatzinformationen
1635 Nach dem Tod von Posthumus
m Jahr 1816 verfasste der Prediger der St. Salvatorkirche, Johann Christoph Klotz, seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und schrieb zu der Zeit nach dem Tod von Heinrich II. Reuß jüngere Linie "Posthumus" (1572-1635) folgendes auf. "Nach seinem tödtlichen Hintritte wurde zu Gera eine gemeinschaftliche Hofhaltung beliebt, und die beyden älteren Brüder, nebst der Frau Mutter, führten die Vormundschaft über die beyden jüngeren, noch unmündigen Brüder, bis zu einer 1647 veranstalteten Hauptteilung, bey welcher der ältere Bruder Heinrich II. die Herrschaft Gera, Heinrich der IX. die Herrschaft Schleiz, Heinrich der X. die Herrschaft Lobenstein, und Heinrich I. (ein Sohn des schon verstorbenen Bruders Heinrich der III.) Saalburg, wozu viele Ortschaften von den Herrschaften Schleiz und Lobenstein geschlagen wurden, erhielten." (Die "Rechtschreibung" von Johann Christoph Klotz wurde im Zitat übernommen.)
03.12.1635 Zum Tode von Posthumus
einrich der Jüngere (1572-1635), Regent in Gera, hatte den Beinamen "Posthumus erhalten, der er erst zwei Monate nach dem Tod des Vaters, posthum, geboren wurde. Der Geraer Chronist und Prediger der Salvatorkirche, Johann Christoph Klotz, schrieb in seinem Werk "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" im Jahr 1816 zu dem Ableben des Regenten folgende Zeilen. "Er verließ den Schauplatz der Welt, gesegnet und beweint von seinen Unterthanen und allen auswärtigen Hohen Und Niederen, die ihn kannten am 3. Dezember 1635. Seine ehrwürdige Asche ruhet unter den Ruinen unserer noch im Schutte darniederliegenden Hauptkirche." Mit der Hauptkirche war die beim Stadtbrand 1780 fast völlig vernichteten Johanniskirche unterhalb des Marktplatzes gemeint, deren Überreste erst im Jahr 1824 endgültig beseitigt wurde. In den Jahren 1880 bis 1885 wurde dann die neue Johanniskirche, später in der Clara-Zetkin-Straße, errichtet. (Die "Rechtschreibung" von Johann Christoph Klotz wurde im Zitat übernommen.)
1648 Die ersten Kartoffeln
ie Stadt kaufte für 500 Gulden das Malzhaus an der späteren Salvatorkirche. (in der Neuzeit war dort der Treppenaufgang) An der Tafel des Bürgermeisters Jakob Fülle wurden die ersten Kartoffeln gegessen. (Die Kartoffel stammt aus Amerika und wurde erst in der Zeit nach den europäischen Entdeckungsfahrten hier heimisch.)
25.10.1648 Das Malzhaus in Gera
er Rat der Stadt Gera kaufte an diesem Tag das Malzhaus vor der St. Salvatorkirche. Später wurde es abgetragen und an seiner Stelle entstand die charakteristische Treppe an dem Kirchenbau auf dem bekannten Nikolaiberg.
13.03.1650 Klotz über Heinrich IV. Reuß
m Jahr 1816 verfasste der Prediger der St. Salvatorkirche, Johann Christoph Klotz, seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und schrieb über Heinrich IV. Reuß. "Heinrich IV., welcher am 13. März 1650 geboren war, und dem 1670. verstorbenen Vater, im J. 1671, nach erlangter Volljährigkeit in der Regierung folgte. Von dem J. 1673 an, schrieb es sich gleich den übrigen sämmtlichen Reußen älterer und jüngerer Linie. "Graf und Herr von Plauen". Er vermählte sich am 9. Junius 1672 mit Anna Dorothea, einer Tochter des Grafen Anton Günther von Schwarzburg zu Sondershausen. Mit dieser Gemahlin zeugte er 8 Söhne, zu denen 3 schon in früher Jugend wieder verstarben, und 5 den Vater überlebten, nämlich Heinrich XVIII., Heinrich XX., Heinrich XXII., Heinrich XXV. und Heinrich XXVII. Sein Tod erfolgte am 13. März 1686 an den Maasern im 36. Jahre seines Lebens. (Die "Rechtschreibung" von Johann Christoph Klotz wurde im Zitat übernommen.)
1677 Bautätigkeit in Gera
nter dem Reußen Heinrich XVIII. (1677-1735), dem Erbauer der Sankt Salvatorkirche, der Orangerie im Küchengarten, dem Regierungsgebäudes neben dem Rutheneum (Goethe-Gymnasium) und des Zucht- und Waisenhauses (später Stadtmuseum), fanden auch wieder umfangreiche Bauarbeiten auf dem Schloss Osterstein statt. Die Geraer, die Untertanen derer zu Reuß, mussten, wie bereits unter den reußischen Vorgängern üblich, wieder einmal Pferde- und Handfrohnen in großem Rahmen leisten. Sie stellten Transportpferde und Arbeitskräfte zu Verfügung. In dieser Zeit entstand auch der mit den Portraits der Ahnen des gräflichen Reuß-Geraer-Hauses geschmückte Ahnensaal des Ostflügels des Osterstein.
27.08.1681 Aus dem Leben eines Reußen
m Jahr 1816 verfasste der Prediger der St. Salvatorkirche, Johann Christoph Klotz, seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und schrieb über Heinrich den XXV., der nach dem Tod seines letzten und siebten Bruders die Herrschaft Gera erbte, folgende Zeilen nieder. "Heinrich XXV., der im J. 1681. am 27. Aug. geboren war. Dieser Herr vermählte sich zweimal. das erste Mal am 21. Febr. 1717 mit Justine Eleonore Sophie, einer Tochter des Grafen Karl Gottfried von Riech in Turnau, welche aber am 1. Febr. 1718. wiederum kinderlos verstarb, und das 2te Mal am 24. August 1722. mit Sophie Marie, einer Tochter des Pfalzgrafen Johann Carl von Birkenfeld, aus welcher Ehe 2 Kinder entsprossen, nämlich ein Sohn, Heinrich XXX., und einer Tochter, Sophie Henriette Dorothee, nachherige Gemahlin d. Grafen Friedrich Botho v. Stollberg Roßlau, welche am 22. Aug. 1789 in Gera als Witwe verstorben. Heinrich XXV. gieng am 13. März 1748 in die Ewigkeit, und überließ nun die Regierung der Herrschaft Gera und Pflege Saalburg seinem einzigen Sohne Heinrich XXX." (Die "Rechtschreibung" von Johann Christoph Klotz wurde im Zitat übernommen.)
1686 Heinrich XVIII. erlangte die Macht
m Jahr 1816 verfasste der Prediger der St. Salvatorkirche, Johann Christoph Klotz, seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und schrieb über Heinrich XVIII. "Heinrich XVIII, der älteste Sohn des verstorbenen Heinrich IV., geboren am 21. März 1677, gelangte nun zur Regierung der Herrschaft Gera und Pflege Saalburg, die er aber erst nach erlangter Volljährigkeit antrat. Er verstarb im Jahr 1735 unvermählt, und hinterließ die Regierung seinem einzig überlebenden Bruder Heinrich XXV." Sein Vater Heinrich IV war am 13. März 1686 im Alter von nur 36 Jahren verstorben. Dieser und seine Gemahlin Anna Dorothea hatten 8 Söhne, von denen 3 sehr früh verstarben und 3 weitere in jungen Jahren, sodass nur der Regent und ein jüngerer Bruder ein höheres Alter erreichen konnten. (Die "Rechtschreibung" von Johann Christoph Klotz wurde im Zitat übernommen.)
1687 Das Haus des Herrn Schreiber
n den Jahren 1687/1688 wurde in unmittelbarer Nachbarschaft der Salvatorkirche in der Greizer Straße im historischen Stadtkern ein Bürgerhaus errichtet. Es sollte in der Zukunft als das älteste seiner Art alle Zeitenwenden überstehen.
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1701 Das 18. Jahrhundert und Gera
ie Aufklärung, jene auf dem Gedanken der Vernunft aufbauende Geisteshaltung in Philosophie und Wissenschaft, war die übergreifende und umwälzende gesellschaftliche Bewegung des 18. Jahrhunderts. In Abkehr von kirchlich und feudalistisch bestimmter Weltsicht stellte sich die Vorstellung von der Position des Menschen in der Welt auf eine neue Grundlage. Das vernunftbegabte Individuum rückte in den Mittelpunkt aufklärerischer Betrachtungsweise. Im späteren Geraer Ortsteil Niebra wurde im 18. Jahrhundert das letzte Todesurteil vollstreckt und schon ab 1702 wurde das Schloss Osterstein umgestaltet. Die Geraer Zeugmacherinnung erhielt neue Statuten und die Friederici-Brüder gründeten ihre Orgel- und Pianoforteanstalt. Außerdem wurde der Grundstein für die Salvatorkirche gelegt, der Adel trug noch Perücken und Johann Sebastian Bach (1685-1750) wurde nach Gera gerufen um eine Orgel zu begutachten.
06.09.1709 Christian Gottfried Richter geboren
ichter wurde in Leipzig geboren und verfügte später als angesehener Kaufmann und Handelsherr über ein beträchtliches Vermögen, welches er auch zu wohltätigen Zwecken nutzte und war von 1757 bis 1759 Bürgermeister in Gera. Er stiftete Stipendien für gute und fleißige Schüler, Renten für Pfarrers- und Lehrerwitwen in Gera und half in Not geratenen Menschen mit oft beträchtlichen Summen. Ein Spruch aus seiner Zeit ist überliefert, man sagte: " Bürgermeister Richter ist aller Schulden Schlichter!". Er trat sein Bürgermeisteramt in der Zeit des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) an und führte es, wie es der Zeit und der politischen Regelung entsprach, gemeinsam mit Dr. Johann Christian Lampe und Wilhelm Ehrenreich Stockmann aus. Nach nur zwei Jahren seiner Amtszeit verstarb er am 17. August 1759 in Gera. Verheiratet war er mit Johanna Christina Richter, welche ihn um 34 Jahre überlebte und das soziale Werk ihres Gatten fortsetzte. Auch die Stiftung der 21 Zentner schweren Glocke für die Salvatorkirche im Jahr 1784 ging auf die Richters zurück.
1717 Gera ab dem 18. Jahrhundert
ie in den Jahren zwischen 1717 und 1720 an Stelle der alten Niklaskapelle neu errichtete Salvatorkirche trug schon bei dem Brand von 1780 schwere Schäden davon. Der damalige Brand hat weite Teile der Altstadt, u. a. das Rathaus, die 1722 erbaute Kanzlei, das Gymnasium, schwer getroffen; von den Bürgerhäusern sind lediglich die am Markt gelegene Stadtapotheke (1606, mit dem bekannten Erker) und das 1688 von dem Kauf- und Handelsherren Gottfried Ferner wohl unter Verwendung älterer Mauern errichtete Haus, später das Schreibersches Haus, Nikolaiberg 3, über die Katastrophe hinweggerettet worden. Ihr folgte ein einheitlicher Wiederaufbau in einem an das Spätbarock anknüpfenden Stil, der in der Folgezeit dem Stadtbild das Gepräge gab. Die rasch um sich greifende Industrialisierung seit der Mitte des 19. Jh. brachte die Aufschließung weiteren Wohn- und Industriegeländes sowie die Eingemeindung der benachbar­ten Dörfer. 1881-84 baute man die neue Johanniskirche auf dem früheren Theaterplatz. Durch die Schlusskämpfe des Zweiten Weltkrieges, besonders durch den Bombenangriff des 6. 4. 1945, wurde die Stadt wiederum stark in Mitleidenschaft gezogen, was sich um so schwerer auswirkte, als man bei dem folgenden Wiederaufbau auch teilweise durchaus noch instandsetzungsfähige Baudenkmäler beseitigte.
24.08.1717 Grundsteinlegung der Salvatorkirche
nter der Leitung des kursächsischen Landbaumeisters David Schatz wurde mit der Grundsteinlegung der Bau der St. Salvatorkirche auf dem Nikolaiberg begonnen. Die feierliche Einweihung war am 12. 07. 1720.
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1718 Lotterie für den Kirchenbau
m Jahr 1717 hatte der Kursächsischer Landesbaumeister David Schatz den Grundstein für die Salvatorkirche gelegt. Doch schon im Jahr 1718 war das Geld für den kostspieligen Sakralbau weitest gehend erschöpft, sodass eine Lotterie mit 10.000 Losen für zwei Taler das Stück ausgeschrieben wurde. Trotz allem konnte der Turm der Kirche zunächst noch bis zu einer Höhe mit dem Dach ausgebaut werden. Erst eine weitere Lotterie erbrachte das Geld für den nach Plänen des Geraer Ratsbaumeisters Johann Gottfried Dicke von 1777 bis 1778 vollendeten Turmbau.
19.05.1719 Viel Geld für Schnupftabak
er sächsische Landesbaumeister David Schatz, welcher die Geraer St. Salvatorkirche erbaut hatte, muss eine enorme Schwäche für Schnupftabak gehabt haben. Tabak war als Genussmittel zwar recht teuer zu dieser Zeit, aber die Summe von 15 Thalern, allein für dieses Laster zu entrichten, war schon ein Kostenfaktor für das Stadtsäckel. Die Zahlung ging aus der Baurechnung des Amtes hervor.
1720 Eine neue Orgel
ie ab 1717 in Gera auf dem Nikolaiberg errichtete St. Salvatorkirche erhielt im Jahr 1720 eine Orgel. Johann Georg Fincke (1680-1749) aus dem Thüringischen Saalfeld hatte die erste Orgel für das neue Gotteshaus eingebaut. Johann Sebastian Bach (1685-1750) hatte dann das Instrument im Auftrag des Geraer Stadtrates noch im gleichen Jahr begutachtet und eingespielt.
1720 Bürgerrechte für einen Orgelbauer
ohann Georg Fincke ( Fink oder auch Finke), geboren um 1680 und verstorben im Mai 1749, war ein in Thüringen und den angrenzenden Gegenden tätiger Orgelbauer, welche unter anderem für die Orgeln in der Geraer Salvatorkirche und der alten Johanniskirche zuständig war. Die letztere Kirche, Geras Hauptkirche zu dieser Zeit, wurde ein Opfer des Stadtbrandes von 1780. Er ließ sich zunächst in Jena nieder und erhielt etwa ab dem Jahr 1720 in Gera die Bürgerrechte, da er nun verstärkt in der Stadt tätig geworden war. Seine in der dortigen Johanniskirche errichtete Orgel prüfte niemand geringeres als der Komponist und Kantor Johann Sebastian Bach (1685-1750).
1723 Rechtsstreit wegen Kirchenbau
ereits in diesem Jahr, nur drei Jahre nach der Fertigstellung, hatte sich der Geraer Rat infolge eines Rechtsstreites mit dem Baumeister der St. Salvatorkirche, David Schatz, über die schlechte Qualität des neuen Bauwerkes beschwert. So schrieb man zu dieser Zeit "... die bereits zum Teil wegen allzuflachen Daches, verfaulten und eingefallenen capellen, und mit vielen schwereren Kosten aufgefühlte Portal, auch anders am Gebäude sich iezo eußerenden Fehler und Gebrechen". Außerdem hatte der Geraer Rat in Erfahrung gebracht, dass von den verwendeten 17.300 Gulden, allein am 19. Mai 1719 waren dem Baumeister 12 Taler für Schnupftabak ausgezahlt worden, zwei dergleiche Kirchen hätten gebaut werden können.
1723 Silbermann war zu teuer
ie Kirche in Münchenbernsdorf sollte eine neue Orgel erhalten und so wurden von der Gemeinde mehrere Angebote eingeholt. Auch Johann Gottfried Silbermann (1683-1753), der Bruder von Andreas Silbermann (1687-1734), reichte ein Kostenangebot ein. Er wollte der Kirche für 600 Taler, eine sehr große Summe im 18. Jahrhundert, eine Orgel bauen. Dazu kam es dann aber nicht, weil der Orgelbauer Johann Georg Fincke (1680-1749), welcher auch den Orgelbau in der St. Salvatorkirche realisiert hatte, den Zuschlag erhielt. Nun bekam die Kirche, und da war man seinerzeit sehr froh darüber, für "nur" 450 Taler eine neue Orgel. Die Nachwelt war aber um so trauriger angesichts der Tatsache, dass der kleine Ort nun keine weltberühmte "Silbermannorgel" besaß, weil 150 Taler zu Mehrkosten zu teuer für die Silbermannorgel waren.
1724 Das Zucht und Waisenhaus
m Jahre 1816 veröffentlichte der Geraer Prediger der St. Salvatorkirche Johann Christoph Klotz seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und betätigte sich damit sehr erfolgreich als Stadtchronist. Klotz schrieb über das Zucht- Und Waisenhaus, zu dieser Zeit noch vor den Toren der Stadt gelegen, folgendes auf. "Das Zucht- und Waisenhaus mit seiner Kirche. An der Stelle desselben stand vormals eine Kapelle, der heil. Jungfrau gewidmet, und ein Hospital, welches letztere oder hernachmals vor das Badergatter verlegt worden ist. Der Bau des Zucht- und Waisenhauses wurde unter der Regierung Heinrichs XVIII. im J. 1724 angefangen, aber erst im Frühjahr 1732 beendigt, und am 24. April von dem damaligen Superintendent Avenarius feyerlich eingeweiht, welcher eine Predigt und ein Waisenvater angestellt, und im Theile des Zuchthauses ein Zuchtmeister. Ausser den Waisenkindern, die in der eigentlichen Waisenhausanstalt sind, befinden sich im Zuchthause nicht nur die Züchtlinge, die hauptsächlich mit Farbeholzraspeln, Gypsbrennen und Mahlen, in der zunächst am Zuchthause angebrachten Gypsbrennerey beschäftigt werden, sondern es werden auch Blödsinnige und Wahnsinnige darinnen aufgenommen und haben gute Aufsicht und Wartung. Das Waisenhaus ist mit einem Thurme versehen, darinnen sich 2 Glocken und eine Uhr befinden." (Die Rechtschreibung hat Johann Christoph Klotz zu verantworten.)
25.06.1724 Johann Sebastian Bach in Gera
ohann Sebastian Bach (1685-1750) weilte in Gera und begutachtete die neuen Orgeln in der Sankt Johanniskirche und der Sankt Salvatorkirche.
03.09.1726 Feuer in der Innenstadt
s war gegen 3.00 Uhr in der Früh, als in einem Gewölbe im Hause des Kaufmanns Graf ein Schadensfeuer ausbrach. Das zu dieser Zeit sehr bekannte Graf´sche Haus befand sich in der Großen Kirchstraße oberhalb des Marktplatzes in Richtung der Salvatorkirche.
24.04.1727 Der letzte Reuß-Gera
n diesem Jahr wurde der letzte Graf Reuß-Gera, Heinrich XXX., geboren. Er wurde bekannt durch einen Schlossumbau, den er mit Frondienstleistungen erzwungen hatte. Außerdem entstand unter seiner Egide der berühmte Marmorsaal auf dem Osterstein. Er verstarb am 26. April 1802 in Gera.Er wurde bestattet 5. Mai 1802 in der Salvatorkirche in Gera. Heinrich XXX heiratete am 28. Oktober 1773 die Pfalzgräfin Luise Christiane von Birkenfeld-Gelnhausen, Prinzessin in Bayern, (17.08.1748 - 31.01.1829 in Gera. Sie wurde am 04.02.1829 auch in der Salvatorkirche in Gera beigesetzt. Sie war die Tochter von Pfalzgraf  Johann von Birkenfeld-gelnhausen (1698–1780) und Wild- und Rheingräfin Sophia Charlotte von Salm-Dhaun (1719–1799).
1732 Eine neue Kirche
n Hermsdorf wurde in diesem Jahr eine neue Kirche geweiht. Seit der Mitte des 16. Jahrhunderts, nachdem sich die Lutherische Reformation in weiten Teilen des Landes durchsetzt hatte, war auch dieser kleine Ort reformiert worden und daher handelte es sich bei der St. Salvatorkirche um ein evangelisch-lutherisches Kirchenbauwerk.
25.11.1735 Tod eines Reußen
er reußische Fürst Heinrich XVIII. verstarb an diesem Tag in Gera. Er galt als der Erbauer der Vorstadt vor dem Klotztor, der St. Salvatorkirche, des Küchengartens, des Zucht- und Waisenhaus und des Regierungsgebäudes in Gera, weil all das in seine Regierungszeit fiel.
1742 Entwürfe für St. Salvator
m Jahr 1717 hatte man unter der Leitung von David Schatz den Grundstein für die neue St. Salvatorkirche auf dem Geraer Nikolaiberg gelegt und dann bis 1720 an dem turmlosen, kastenartigen Sakralbau mit seiner repräsentativen Schaufassade gebaut. In den Jahren 1742 und 1753 entstanden Entwürfe für einen Westturm der Kirche, welche allerdings nie praktisch ausgeführt wurden.
13.03.1748 Machtantritt von Heinrich XXX.
m Jahr 1816 verfasste der Prediger der St. Salvatorkirche, Johann Christoph Klotz, seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und schrieb über Heinrich XXX., welcher nach dem Tode seines Vaters Heinrich XXV. am 13.März 1748, die Herrschaft Gera als Regent übernommen hatte. "Heinrich XXX., welche er (die Regentschaft) am 13. März 1748 antrat. Er vermählte sich den 28. Okt. 1773 mit der noch lebenden Durchlauchtigsten Witwe, Louise Christiane, einer Tochter des Pfalzgrafen Johann zu Birkenfeld und Schwester des Herzogs Wilhelm zu Baiern, welche am 17. Aug. 1748 geboren ist. Dieser Herr hat während seiner Regierung viele Drangsale erfahren, die zuerst der 7jährige Krieg, dann die große Theuerung von 1770 bis 72, und endlich der traurige, allgemein zerstörende Brand der Stadt Gera, den 18. Okt. 1780, nach sich gezogen. Im Jahr 1798 feyertte er sein Regierungsjubiläum, und den 26. April 1802 gieng er, ohne Leibeserben zu hinterlassen, in seinem 75. Lebens- und 54. Regierungsjahr in die Ewigkeit, und beschloß die Reußisch geraische jüngere Linie." (Die "Rechtschreibung" von Johann Christoph Klotz wurde im Zitat übernommen.)

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18.01.2015
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