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Chronik - Artikel von Beginn bis 1999
 
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1899 Herbert Frister geboren
erbert Frister war Volksschullehrer in Gera und Sohn eines Webers und einer Waschfrau. Die Berufe der Eltern waren industrietypisch für die Stadt Gera zu dieser Zeit, welche maßgeblich von der Textilverarbeitung profitiert hatte. Wie die meisten Arbeiterkinder musste er schon früh für den Lebensunterhalt der Familie mit beitragen, besuchte aber die Volksschule, machte anschließend eine kaufmännische Lehre und wurde Angestellter. Im Jahr 1913 wurde er Mitglied im Zentralverband der Angestellten, im ATSB (Arbeiter-Turn- und Sportbund), der Volksbühne und der Freidenker. Im Jahr 1914 noch zu jung zum Eintritt in den Ersten Weltkrieg (1914-1918), wurde er in den letzten beiden Kriegsjahren 1917 und 1918 noch an die Front gesandt. Im Jahr 1919 trat er der USPD (Unabhängige SPD) bei und war im Jahr darauf einer der Teilnehmer an den Kämpfen gegen den Kapp-Putsch. Ab dem Jahr 1922 nahm er verschiedene Funktionen in der SPD auf Orts- und Landesebene wahr, ab 1924 war er Bildungssekretär der SPD im Bezirk Großthüringen, Anfang des Jahres 1933 für die Reorganisation der Ostthüringer SPD verantwortlich und noch bis Mai 1933 im Geraer Stadtrat aktiv. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten wurde seine aktive politische Arbeit unterbunden und er war gezwungen seine Existenz zu sichern. Die Gründung eines Zeitungsvertriebes ermöglichte ihm dies zum einen und zum anderen nutzte er seine Kontakte zur Deckung für die illegale Arbeit in einem Netzwerk junger Ostthüringer Sozialdemokraten. Unter anderem war er Kassenwart einer illegalen Unterstützerkasse. Nach Illegaler Arbeit mit Artur Schöneburg und anderen erfolgte im Jahr 1935 seine Verhaftung. Die Anklage wegen Hochverrats musste allerdings wegen Mangel an Beweisen fallen gelassen werden. Im Jahr 1940 kam es zu seiner Einberufung in den Zweiten Weltkrieg, welcher für ihn in den Jahren 1945 bis 1947 in jugoslawischer Kriegsgefangenschaft endete, wo er aber antifaschistische Erziehungsarbeit leistete. Im September 1947 gelang ihm die Rückkehr nach Thüringen, wo er Sekretär beim SED-KV (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands-Kreisverband) wurde, wo etliche seiner alten Mitkämpfer aus der Zeit der illegalen Arbeit schon in Funktion waren. Im März 1948 wurde er Abteilungsleiter im Thüringer Innenministerium in Weimar, wo aber im Jahr 1949 seine Entlassung erfolgte, wegen seiner Zeit in der jugoslawischen Kriegsgefangenschaft. Im Jahr 1950 besuchte er die Landesparteischule und wurde in untergeordneter Funktion im Bezirk Erfurt eingesetzt. Frister galt als urteilsstark und schloss jähe Wendungen in der politischen Linie für sich kategorisch aus. Herbert Frister stand bis zum Jahr 1959 in engem Briefkontakt mit Prof. Dr. Hermann Brill, einem Widerstandskämpfer und erstem Regierungspräsident Thüringens nach dem Zweiten Weltkrieg. Frister verstarb im Jahr 1979.
12.1932 Machtlose SPD gegen die Nazis
ach der Aussage des früheren Bildungssekretärs der Thüringer SPD Herbert Frister (1899-1979), wuchs zur Jahreswende 1932/1933 die Unzufriedenheit der Mitglieder mit den "kraftlosen, opportunistischen" Kurs der Gesamtpartei. "Vor allem in Ostthüringen forderte man Taten, Aktionen, ernste - auch militärische - Vorbereitungen gegen eine etwaige Machtergreifung der Nazis, man wollte eine Erneuerung der Partei und es fehlte nicht an scharfen Worten gegen Wels, Vogel, Stampfer und andere." In Gera drohte der Referent Hans Ebeling (1897-1968): Wenn die SPD ... ihre geschichtliche Aufgabe nicht erfüllt, dann wird sie von der Bühne abtreten und einer anderen Partei Platz machen müssen." Es war vor allem der Bezirksbildungsausschuss, der sich in der immer bedrohlicher werdenden innerpolitischen Situation zum Sprecher dieser Stimmung und Forderung machte. (Quelle: Geschichte der illegalen Gruppierung, NL Frister, BA Berlin, SAPMO, NY 4121/1, Bl.14.)
1933 Widerstand in Gera
ine wichtige Form der Resistenz (des Widerstandes) in Gera war in den ersten Jahren der NS-Diktatur die massenhafte Nichtteilnahme nazikritischer Arbeiter an den Veranstaltungen zum 1. Mai und die an anderen Stellen eingeführte Veranstaltung von Mai-Wanderungen, an denen sich jeweils Hunderte Personen beteiligten. Zu den politischen Aktionen der Geraer linkssozialistischen Gruppe gehörten die gelungene Sprengung einer städtischen DAF-Veranstaltung (DAF - Deutsche Arbeiter Front) im Herbst 1933 durch Rumoren und organisiertes Zwischenrufen, sowie die illegale Herausgabe der Zeitung "Der Marxist" in einer Auflage von 500 mal 10 bis 12 Seiten. Eine solche Organisation, die 1934 mindestens 500 und 1935 auf Fünfergruppenbasis immerhin noch etwa 300 wenigstens teilweise Eingeweihte kannte, konnte der Gestapo auf lange Sicht nicht verborgen bleiben. In zwei Aktionen 1934 und 1935 wurden unter anderem Jack Greidinger, Arthur Schöneburg, Karl Wetzel, Herbert Frister und Ernst Heyer verhaftet und nach einigen Monaten Schutzhaft wieder freigelassen, weil man ihnen nicht Konkretes nachweisen konnte. Die Gestapo aber ahnte nicht, wie nahe sie wirklich dem Kern der Organisation gekommen war. Nun wurde freilich der Kreis der Widerständler kleiner und die Aktionen vorsichtiger, im Jahr 1939 erfolgte dennoch eine weitere Verhaftungswelle mit schlimmen Folgen für die Beteiligten, die aber nicht zur Aufdeckung der gesamten Organisation führte. Im Jahr 1940 trat auf Grund der Einberufungen zur Wehrmacht eine logische Drosselung der Aktivitäten ein. (Quelle: Ein rot-roter Sonderweg?: Sozialdemokraten und Kommunisten in Thüringen 1919 bis 1949.)
27.04.1933 Aus der Geraer Presse
n den "Geraer Nachrichten" stand. "Die SPD benennt ihre neuen Stadratsmitglieder: Robert Giebler, Ernst Heyer, Gustav Müller, Walter Schack, Karl Wetzel, Herbert Frister, Maria Trögel, Erich Dietsch, Fritz Roth, Erich Jähnert und Hans Pfaffrath". Die deutsche Volkspartei verzichtete auf ihren Kandidaten. Zwei Tage später wurde in Gera von der Verhaftung von Robert Giebler berichtet, weil er eine Agitationsschrift für die SPD verbreitet hatte.
14.10.1945 Eröffnungsfeier der Volkshochschule
m 7. Oktober 1945 war die Kreisvolkshochschule in Gera gegründet worden.An diesem Sonntag war die Eröffnungsfeier im Palast-Theater. Die Aufnahme der Arbeit erfolgte erst im Jahr 1946. In den ersten 3 Jahren gab es 881 Kurse, praktische Vorträge und Einzelveranstaltungen mit durchschnittlich jährlich 576 Hörer. Davon waren 31% Jugendliche bis zum Alter von 17 Jahren, aufgeteilt in den Jahren1947/49 in 57,5% männliche, 42,5% weibliche Hörer. Die Schulbildung der Besucher war zusammengesetzt in 26% von der Oberschule, 16% von Mittel- und 58%Volksschulen. Nach der sozialen Zusammensetzung der Besucher waren es 22% Arbeiter, 35% Angestellte, 11% Lehrer und sonstige geistige Berufe, 4% Gewerbetreibende, 22% Schüler und Studierende und 6% Sonstige. Der Leiter war bis 1946 Fritz Schulze, bis 1947 Willy Huhn, bis 1948 war kommissarischer Leiter Herr Herbert Frister und ab 01.07.1948 Herr Willy Specht.

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18.01.2015
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