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Ihre Suche nach Erste Weltkrieg erbrachte folgende Ergebnisse.
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1841 Die Geraer Industrie
eben der Textilindustrie schwang sich die Metallindustrie, besonders die Maschinenfabrikation, zu einem bedeutenden Stand auf. Im Jahr 1841 wurde die erste Maschinenbauanstalt gegründet, 1845 die erste Eisengießerei. Durch den 1859 erfolgten Anschluss an die Eisenbahn erfuhr Gera eine große Ausweitung seiner Handelsbeziehungen. Die ausgedehnte Industrialisierung führte jedoch zu sozialen Spannungen und Ende des 19. Jh. zu organisierten Zusammenschlüssen der Arbeiterschaft. Ein weiterer wichtiger Gewerbezweig in Gera ist der Instrumentenbau gewesen. Begründet wurde er von dem Silbermann-Schüler Christian Ernst Friderici, der 1737 in Gera eine Orgelbauwerkstatt errichtete und 1745 mit der Herstellung von aufrecht stehenden Hammerklavieren begann. Seine Nachfolger waren ausschließlich Klavierbauer, denen sich andere Firmen zugesellten. Seit der 2. Hälfte des 19. Jh. verlagerte sich die Fertigung mehr und mehr auf die Massenfabrikation von Drehorgeln, Mundharmonikas, Akkordeons und automatischen Spielapparaten, die besonders nach Amerika ausgeführt wurden. Der Erste Weltkrieg brachte Verluste an Absatzgebieten und führte besonders in der Textilindustrie zu Rückschlägen.
1864 Politische Normalitäten
ls der Zwötzener Schulrektor Br. Geweniger eine Festschrift zur Einweihung der neuen Zwötzener Schule verfasste, herrschte noch eine ganz andere politische Meinung als nur wenige Jahre später. Im Jahr 1911 "war die Welt noch in Ordnung", zumindest nach landläufiger Ansicht. Erst der Erste Weltkrieg (1914-1918) änderte das Weltbild der Menschen, denn mit der allgemeinen Kriegsverherrlichung war es im Angesicht der vielen Tausend Kriegsopfer, vor allem des verlorenen Krieges, der Gebietsverluste und dem Abdanken des Kaisers (Wilhelm II. 1859-1941, Kaiser von 1888-1918) schlagartig vorbei. Daher klingen die folgenden Worte aus dem Munde des Rektors, mit dem Wissen um zwei verheerende Weltkriege mit Millionen Todesopfern, gelesen am Ende des 20. Jahrhunderts, doch befremdlich. Geweniger schrieb: "Eine neue Zeit bricht an, wenn man die nächsten Jahre, ebenso wie der Feldzug in Schleswig, noch nicht die gewünschte Lösung bringen. Erst die 3 großen Kriege, 1864, 1866 und 1870/71 vermögen unserem Volke das zu bringen, was das Sturmjahr 1848 nicht brachte: Deutsche Einheit, seine Machtstellung und seine ungeahnte Entwicklung der Industrie. Sei es darum an dieser Stelle gestattet, dankbar derer zu gedenken, die uns diese Güter mit zu erringen halfen, der Veteranen von Zwötzen, von denen freilich schon manche der kühle Rasen deckt." Unter den Worten. "Es haben mitgefochten" zählte er die Veteranen namentlich auf, die in den genannten Kriegen zwischen 1849 und 1871 gekämpft hatten. (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Br. Geweniger, Rektor der Schule)
03.08.1884 Richard Focke geboren
ichard Focke war der Sohn von Karl Friedrich Wilhelm Focke (1856-1933), einem bekannten Kammwollwarenfabrikanten in Gera. Als Ernst Schade, der Prokurist der Firma am 9. April 1911 verstarb, trat der Sohn des Firmenchefs an dessen Stelle und damit in die Firma ein. Der hereinbrechende Erste Weltkrieg zerstörte die Lebensplanung von Richard Focke. Er fiel am 11. April 1918 in Frankreich im Alter von nur 33 Jahren an der Kriegsfront. Sein Vater überlebte ihn um gut 15 Jahre.
24.12.1892 Peter Boll geboren
eter Boll, alias Tulipan, der eigentlich Hermann Luboldt hieß, war als Heimatschriftsteller in Gera bekann und machte sich durch seine Gedichte einen Namen. Die Schriftstellerei war ihm dabei nicht in die Wiege gelegt. Seine Eltern hatten in Gera eine Textilfirma, weshalb er nach dem Abitur am Rutheneum, auch eine Ausbildung als Textilkaufmann in Greiz begann und abschloss. Der erste Weltkrieg brachte aber alle Pläne der Eltern und seine eigenen durcheinander. Er geriet in russische Kriegsgefangenschaft. Nach der Flucht 1918 und der Heimkehr arbeitete er als Direktor in der Weberei Alfred Münch AG und leitete die Auslandsabteilung der Deutschen Kolophon-Werke in Gera. In den dreißiger Jahren veröffentlichte er die “Gerschen Wochenenden“ und schrieb nebenbei - Plaudereien, Geschichten, Kinderbücher und Gedichte über Menschen - Straßen - Tiere - Mode - Wetter und die Gefühle. Er liebte seine Gerschen und diese mochten ihn als humorigen, liebenswerten Zeitgenossen, dessen Gedichte auch in der Tageszeitung erschienen. Hauptberuflich arbeitete er zunächst wieder als Textilkaufmann und wurde später an der Enzianschule und Volkshochschule Fremdsprachenlehrer. Er absolvierte mit beachtlichen 70 Jahren sein Examen. Außerdem arbeitete Hermann Luboldt als Übersetzer für russisch, englisch und französisch. Was nach seinem Tode blieb, sind seine Gedichte und Bücher. Er schaute dem Gerschen auf‘s Maul und beschrieb deren Seelen als spitzbübig und witzig. Er verstarb am 27. April 1962.

Zusatzinformationen
28.10.1894 Karl Friedrich Stellbrink geboren
arl Friedrich Stellbrink (geb. am 28.10. 1894 in Münster, verst. am10. November 1943 in Hamburg) war ein evangelisch-lutherischer Pastor. Er wurde als einer der Lübecker Märtyrer hingerichtet. Er war das zweite Kind des Oberzollsekretärs Karl Stellbrink und seiner Frau Helene Kirchhoff. Ab 1904 besuchte er das humanistische Gymnasium Leopoldinum (Detmold), dann wechselte er nach Spandau und verließ 1913 nach der Mittleren Reife die Schule. Nach erfolgloser Bewerbung an der Kunstakademie in Düsseldorf wandte er sich der Theologie zu. 1913 trat er in das altpreußische landeskirchliche Diaspora-Seminar in Soest ein, das speziell für den Dienst im Ausland vorbereitete. Der Erste Weltkrieg verzögerte seine Ausbildung. Im Februar 1915 wurde er als Soldat eingezogen und kam an die Westfront, wo er am 14. Januar 1916 so schwer verwundet wurde, dass die linke Hand versehrt blieb. Als „50 % kriegsversehrt“ wurde Stellbrink am 1. Oktober 1917 aus dem Kriegsdienst (Heerdienst) nach Berlin entlassen. Hier leistete er soziale Arbeit für die Kirche und einen Kinderrettungsverein, leitete einen Männer- und Jünglingsverein und bereitete sich auf seine Reifeprüfung vor. Das Abitur bestand er am 31. März 1919; ein Jahr später legte er die Abschlussprüfung am Predigerseminar Soest ab. Für ein knappes Jahr kam er nun als Vikar nach Barkhausen im Synodalbezirk Minden. Am 5. März 1921 heiratete er die Lehrerin Hildegard Dieckmeyer. Kurz danach empfing er in Witten die Ordination für das geistliche Amt in Übersee. Einen Monat später wurde er mit seiner Frau nach Brasilien entsandt. Stellbrink trat in Rio Grande do Sul seinen Dienst als Pastor deutscher Siedler an. Die Familie blieb acht Jahre in Brasilien; ihre drei Kinder wurden dort geboren. Stellbrink war schon zu dieser Zeit Mitglied in mehreren völkischen Organisationen, unter anderem im Alldeutschen Verband. Im Sommer 1929 beschloss er nach einem Urlaub in der Heimat nicht nach Brasilien zurückzukehren, sondern sich in Deutschland um eine Pastorenstelle zu bewerben. Nach einem Examen (das für ihn als Nicht-Volltheologen nötig war), wurde er 1930 Pfarrer in Steinsdorf, zwischen Gera und Weida, in Thüringen. Einige Gemeindeglieder beschwerten sich schriftlich über Stellbrinks „herrisches Wesen“ und seine „politisierenden Reden“. Stellbrink ergriff offen Partei für die NSDAP und die Deutschen Christen und vertrat nach Ansicht von Hansjörg Buss ein „völkisch-rassistisches Weltbild“. Stellbrink gehörte dem stark völkisch geprägten Bund für Deutsche Kirche an, der als „evangelische Bruderschaft mit stark nationalem Charakter“ charakterisiert wird. In einem biografischen Artikel heißt es: „National gesonnen und gesellschaftspolitisch engagiert, hatte Stellbrink nach seiner Rückkehr aus Brasilien große Sympathie für Hitler und die NSDAP“. 1933 trat Stellbrink der NSDAP bei.

Zusatzinformationen
01.09.1898 Ein Oberbürgermeister trat ab
er Geraer Oberbürgermeister Albin Ruick schied an diesem Tag aus dem Amt, welches er seit dem 16. Juni 1881 inne hatte. Sein Nachfolger wurde Dr. Ernst Huhn aus dem sächsischen Zwickau. Dieser wurde am 29. Oktober 1898 in sein Amt gewählt und am 22. Dezember 1898 offiziell zum Oberbürgermeister ernannt worden. Er bekleidete das Amt bis zum Jahr 1918, dem Jahr in dem der Erste Weltkrieg zu Ende ging.
1900 Die Gemeinde in Hermsdorf
ouis Bratfisch wurde neuer Gemeindevorsteher von Hermsdorf. Er hatte das Amt immerhin sechs Jahre von 1900 bis zum Jahr 1906 inne. Ein durchaus angesehenes Amt in dem kleinen Ort. Das Leben der Menschen war noch von der herrschenden Monarchie geprägt. Kaiser Wilhelm II. (1859-1941) dankte erst im November 1918 ab, nachdem der Erste Weltkrieg verloren gegangen war.
1900 Das Kinderheim in Hermsdorf
ie Räume des Kinderheimes hatten allerlei Mängel, sie waren entschieden zu finster und zu niedrig. Auch ein Anbau, um 1900 getätigt, hatte die Übel nicht beseitigen können. So trug man sich ernsthaft mit dem Plan, ein Kinderheim zugleich mit einem evangelischen Vereinshaus zu bauen. Der Plan wurde nicht nur ernsthaft erwogen, es wurde auch der Versuch unternommen, die etwa 50 000 Mark für den Neubau sicherzustellen. Der erste Weltkrieg machte jedoch, wie vieles Andere auch, diesen Plan dann auch Jahre später noch zunichte.
1907 Umbau der Hausmühle
m Jahr 1907 baute man die alte Hausmühle in Untermhaus zu einer Großbäckerei um und auch das angeschlossene Sägewerk, denn es wurde zur kriegswichtigen Holzverarbeitung benötigt. Zwischen 1914 und 1918, den Jahren in denen der erste Weltkrieg die Menschen erschütterte, beschäftigte die "Mühle" bis zu 350 Personen mit der Kriegsproduktion von Schlitten und Fahrzeugteilen die nun dringend benötigt wurden. (Nach Forschung alter Historiker stammte die Hausmühle ursprünglich aus dem 10. Jahrhundert.)
10.1913 Zensur der Kinofilme
eit dem Jahr 1906 gab es in der Heinrichstraße 26 in der Gemeinde Debschwitz ein Kino. Das neue Medium hatte schnell viele Anhänger gefunden und die Betreiber der Kinos wollten den Zuschauern spannende Filme bieten. Es gab zu dieser Zeit schon viele Film-Produktionen und die Kontrolleure waren oftmals überfordert mit ihrer Arbeit. Oft musste daher ein Gemeindevertreter die Filme vor der eigentlichen Aufführung erst ansehen. Im Oktober 1913 war der Film "Villa Stillfried" zur Aufführung angezeigt, aber die Staatsgewalt demonstrierte hier ihre Macht und wollte den Film kurzer Hand absetzen. Man hatte befürchtet, das dieser Spionagefilm zu Nachahmungen anregen könnte, schließlich befand man sich in politisch unsicheren Zeiten und der Erste Weltkrieg stand unmittelbar bevor. Es blieb bei einer Kontrolle durch die Polizei, den Rektor Geweninger und einigen Informanten.
1914 Das Theater schloss seine Pforten
a in diesem Jahr der Erste Weltkrieg begann, musste das Geraer Theater, wie viele andere Häuser in Deutschland auch, seinen Spielbetrieb einstellen. Die Schauspieler wurden zum Krieg eingezogen oder zum Kriegsdienst in der Rüstungsindustrie verpflichtet.
1914 Idyll auf Feldpostkarten
n diesem Jahr begann der Erste Weltkrieg und mit dem Kampf für Kaiser, Volk und Vaterland auch das große Leiden. Dieser Krieg spielte sich, im Gegensatz zum Zweiten Weltkrieg, noch nicht unmittelbar in den deutschen Städten ab, die Bevölkerung bekam von den Auseinandersetzungen oftmals nicht viel mit. Auf Geraer Feldpostkarten, die die Soldaten an der Front aus der Heimat erhielten spiegelte sich ein trügerisches kleinbürgerliches Idyll wider. Unter anderem gab es Ansichten mit Geraer Wahrzeichen wie dem Schloss Osterstein im Hintergrund und davor wurde in der bürgerlichen Stube das Sonntagsgericht "Gänsebraten und grüne Klöße" aufgetragen. Für kurze Momente war den Frontsoldaten die Heimat ganz nah.
1914 Geboren, verheiratet, verstorben in Gera
m Verlaufe des 19. Jahrhunderts hatte man auch in Gera damit begonnen, statistische Werte zu erheben, um Vergleichszahlen für die Geburten, die Eheschließungen und die städtischen Sterbefälle zu erhalten. Im Jahr 1914, als der Erste Weltkrieg begann, wurden in Gera 1235 Kinder geboren, es wurden zudem 575 Ehen geschlossen und 1091 Menschen verstarben.
08.1914 Die Bergschule als Sammelplatz
eit dem Sommer 1914 tobte in Europa der erste Weltkrieg. Zur Rekrutierung der Soldaten wurde die im Jahr 1893 errichtete Bergschule auf dem Geraer Ziegelberg genutzt. Zu diesem Zeitpunkt gingen die Soldaten noch von einem schnellen Kriegsende bis Weihnachten 1914 aus, was sich als fataler Irrtum erwies, da erst im November 1918 die Waffen wieder ruhen sollten. Auch als Kriegslazarett musste die Schule herhalten.
10.1914 Männer aus Oberschlesien in Gera
eit dem Sommer tobte in Europa der Erste Weltkrieg. Und so kam es, dass die Gebiete in Oberschlesien geräumt werden mussten. Danach wurden 2070 männliche Personen über 17 Jahren in Gera untergebracht.
18.04.1916 Schulbau trotz Krieg
uch wenn der Erste Weltkrieg verheerende Auswirkungen hatte, so war er in vielen Städten und Gemeinden nicht so heftig zu spüren wie der Zweite Weltkrieg, da noch vorwiegend an Kriegsfronten gekämpft wurde und die Städte im Großen und Ganzen verschont wurden. In Thränitz hatte man geplant eine neue Schule zu errichten. Auch diese Schule musste in vielen kleinen Schritten finanziert werden. Die erste Rate der staatlich vergebenen Mittel zum Schulneubau in Höhe von 1000,- Mark ging an diesem Tag ein und wurde bei der fürstlichen Sparkasse zu Gera angelegt.
01.10.1916 Schule wurde Lazarett
n diesem Tag wurde die Ostschule in Gera zum Lazarett umfunktioniert, der Schulbetrieb blieb allerdings erhalten. Der Erste Weltkrieg hatte zunehmend Opfer gefordert. Viel verletzte Frontsoldaten kamen zur Heilbehandlung oder Genesung in ihre Heimat zurück. Die Schulküche, wo die Mädchen älterer Schulsemester Hauswirtschaftsunterricht hatten, wurde gleichzeitig Lazarettküche. Am 13. Januar 1917 wurde die Küche aus Mangel an Lebens- und Nahrungsmitteln geschlossen.
1918 Hermsdorfer Kriegsopfer
er Erste Weltkrieg tobte zwischen 1914 und 1918 und neben Gera hatte auch Hermsdorf hatte erhebliche Opfer zu beklagen. Im Jahr 1914 waren es 26 Menschen, 1915 waren 46, 1916 waren es 27, 1917 waren es 21 und 1918 auch noch 25. Zwei weitere Menschen starben bis 1919 an ihren Kriegsverletzungen, wodurch in der Summe 147 Menschenleben zu beklagen waren.
06.1918 Brauerei zu verkaufen
er Erste Weltkrieg (1914-1918) hatte auch in der Liebschwitzer Brauerei zu einem dramatischen Werteverfall beigetragen. So wurde sie schon während des Krieges im Jahr 1916 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die Firmierung unter "Brauerei GmbH Liebschwitz" konnte aber das absehbare Ende des Liebschwitzer Bierbrauens nicht mehr verhindern. Im Juni 1818 bot man in der Geraer Zeitung Teile der Brauerei zum Verkauf an. Die meisten Anteile erwarb die Brauerei Tinz seinerzeit.
09.1918 Enteignungsanordnung
er Erste Weltkrieg war nicht nur eine Menschen- sondern auch eine Materialschlacht. Metalle wurden sehr knapp. Allerortens waren Kirchenglocken, schmiedeeiserne Zäune Fensterbleche eingezogen und eingeschmolzen worden. Auch das Dachkupfer der Untermhäuser Schule in Gera wurde eingeschmolzen.
11.1918 Eintrittsfreie Sondervorstellungen im Theater
n den Monaten November und Dezember 1918, der Erste Weltkrieg war gerade beendet, wurden auf besonderen Wunsch des Fürsten Heinrich XXVII. Für die heimgekehrten deutschen Soldaten eintrittsfreie Sondervorstellungen organisiert. Schon während des Krieges gab es im Theater entrittsfreie Militärvorstellungen. Mit ermäßigten Preisen wollte das Theater im letzten Kriegsjahr wieder die Zuschauerränge füllen. Es gab immerhin 7 Uraufführungen.
11.1918 Geraer Kriegsverluste
urch den Ersten Weltkrieg kam es an den Kriegsfronten zu enormen Menschenverlusten unter der Bevölkerung. Gera hatte etwa 60.000 Einwohner. Der erste Weltkrieg forderte das Leben von 1419 Geraer Männern im Fronteinsatz.
09.11.1918 Frauenwahlrecht nun auch in Gera
it der Ausrufung der Republik in Deutschland wurde das Frauenwahlrecht eingeführt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte man die Frau an sich für politisch ungeeignet gehalten und ihnen auch das Wahlrecht abgesprochen. Der Kaiser hatte abgedankt, der Erste Weltkrieg war nach 4 Jahren vorüber und es gab die ersten Litfaßsäulen in Gera, welche explizit mit ihrer Wahlplakatierung nur die Frau als Wähler ansprachen. Fotos von Aktivistinnen der großen Parteien und recht dürftig gekleidete Frauen, welche für Hautkreme und Büstenhalter warben mit dem Wahlspruch "Der Ausstieg aus dem wilhelminischen Korsett ist ein Symbol für den Wandel hin zur Emanzipation".
11.11.1918 Ein Ende mit Schrecken und 8 Millionen Toten
n der 11. Stunde des 11. Tages im 11. Monat des Jahres 1918 endete der Erste Weltkrieg. Zahlreiche Geraer waren unter den über 8 Millionen Opfern, die dieser Weltkrieg gefordert hatte. Das schlimmste Schlachtfeld war im französischen Verdun zu finden.
20.11.1918 Rückkehr aus dem Krieg
er Erste Weltkrieg war gerade einmal 9 Tage vorbei, da konnte die ersten Geraer hoffen ihre im Krieg befindlichen Angehörigen wieder in die Arme schließen zu können. An diesem Tag kehrte das 7. Infanterie-Regiment Nr. 96 nach Gera zurück. Auf dem Markt in der Innenstadt wurde die Heimkehrer freudig begrüßt. Staatsrat Hermann Drechsler (1876-1951) hielt eine Rede zu diesem Anlass.
1919 Die ersten Geraer Fußballer
uch in Gera wurde immer mehr Sport getrieben. Der Erste Weltkrieg war vorüber, da nahm der Leumnitzer Turnverein als einer der ersten der Geraer Arbeitersportvereine das "Fußballspiel" mit auf. Der zu dieser Zeit gepachtete Sportplatz an der Flughalle in Zschippern durfte allerdings nicht mehr genutzt werden, was den Turnverein veranlasste, den Weg in die Selbstständigkeit zu gehen.
11.04.1919 Eintrag ins Vereinsregister
er Erste Weltkrieg war vorüber, da nahm der Leumnitzer Turnverein als einer der ersten der Geraer Arbeitersportvereine das "Fußballspiel" mit auf. Der zu dieser Zeit gepachtete Sportplatz an der Flughalle in Zschippern durfte allerdings nicht mehr genutzt werden, was den Turnverein veranlasste, den Weg in die Selbstständigkeit zu gehen. Der Eintrag ins Geraer Vereinsregister war dann die logische Schlussfolgerung.
1920 Brauereiabriss in Liebschwitz
er Erste Weltkrieg (1914-1918) hatte der Liebschwitzer Brauerei wirtschaftlich arg zugesetzt und selbst die Umwandlung in eine GmbH 1916 half nicht mehr gegen den Verfall der Traditionsfirma. Zwei Jahre nach dem Krieg erwarb die Gemeinde Liebschwitz das Brauereigelände für 170.000 Mark. Der Preis kann als relativ gesehen werden, denn die deutsche Wirtschaft befand sich in einer Rezession und das Geld in einer Inflation, denn es war bald fast völlig entwertet. Die Brauereigebäude wurden alsbald entkernt und für den Abbruch vorbereitet. Im Jahr 1921 verschwanden die Gebäude und auch der markante Schornstein musste weichen. Die sauber heraus gebrochenen Steine verwendete man dann zum Bau der Gebäude in der Salzstraße 141/143. Nur das Verwaltungsgebäude der Brauerei blieb erhalten, welches bis zum Jahr 1950 als Gemeindeamt diente und dann zum Wohnhaus umgestaltet wurde und ein Lagerkeller für die örtliche Feuerwehr.
20.01.1920 Erich Weber geboren
ls der Geraer Erich Weber zur Welt kam, war der Erste Weltkrieg erst zwei Jahre vorbei und Europa befand sich im Umbruch. Er wurde nach dem Zweiten Weltkrieg ab 1945 zu einem der Aktivisten der ersten Stunde im Geraer Sport. Er war langjähriger Geschäftsführer der Sektion Fußball der SG Dynamo Gera, welche nach dem Krieg als erste Sportsektion einen geordneten Spielbetrieb aufbaute. Im Jahr 1977 hatte er einen großen Anteil am Aufstieg der SG Dynamo Gera in die DDR-Oberliga. Der Ortsteil Roschütz wurde später für Erich Weber zur Heimat. Noch im Alter von 90 Jahren kümmerte er sich als Sektions-Mitglied um die Finanzen der Fußballer vom Stadion "Am Steg".
1921 Gedenken an den Krieg
er Erste Weltkrieg (1914-1918) war nun seit drei Jahren vorbei. Nun gedachte man der Opfer des Krieges und weihte in Alttaubenpreskeln ein Kriegerdenkmal ein. Überall in Deutschland gedachte man in ähnlicher Form der Opfer. Mahnende Worte der Politiker zum Erhalt des Friedens in Europa verhallten ungehört, denn im Jahr 1939 sollte ein zweiter noch schlimmerer Krieg wie der erste über die Menschen hinwegrollen und unsagbares Leid und Völkermord über die Menschen weltweit bringen.
1922 Erst Fahrräder dann Webstühle im Lokal
as recht vielfältige Vereinsleben in Liebschwitz, stetig steigende Einwohnerzahlen und wohl auch die Vollbeschäftigung machte es den Menschen dort möglich in einem bescheidenen Wohlstand zu leben. Die Vereine und Bünde waren aber noch in Klassen geteilt. Um aber die Vereine und die Stammgäste nicht zu verprellen, sahen sich die Gastwirte gezwungen, nicht jeden x-beliebigen Verein den Saal oder das Vereinszimmer nutzen zu lassen. Das "Restaurant Central" war das Stammlokal des Radfahrvereins. Auf dem Saal wurde auch Kunststücke auf den sogenannten Saalmaschinen geübt. Leider brachte auch dieser Gaststätte der Erste Weltkrieg den Niedergang. Aus diesem Grund wurden im Jahr 1922 vom Pächter in dem Vereinssaal einige Webstühle aufgestellt, was natürlich die fehlenden Einnahmen der Gäste des Lokals nicht annähernd ausgleichen konnte.
06.09.1931 Georg Hirsch über die Politik
eorg Hirsch (1863-1939) war der Sohn von Carl Louis Hirsch (1814-1880), dem Gründer der Färberei und Appreturanstalt "Louis Hirsch" (später der VEB Modedruck Gera) und hatte im Jahr 1887 das väterliche Unternehmen übernommen. Der Erste Weltkrieg, die folgende Weltwirtschaftskrise und der aufkeimende Nationalsozialismus trieben ihm die Sorgenfalten auf die Stirn, sodass er, inzwischen fast 70-jährig, folgenden Satz im Januar 1931 sagte: "Die Zeiten sind bitterernst geworden? War politisch und wirtschaftlich der Himmel über Deutschland seit dem Weltkrieg stets trübe, so ziehen sich in den letzten Monaten schwere Gewitterwolken zusammen, die bald zur Entladung kommen müssen?" Georg Hirsch hatte die Machtübernahme der Nationalsozialisten noch erlebt, die Grauen des Zweiten Weltkrieges und die anschließende Enteignung seines Unternehmens blieben ihm erspart. Er verstarb am 4. März 1939, knapp 6 Monate vor Kriegsbeginn.

1938 Weißflog ging an Leo
rnst Friedrich Weißflog (1799-1864) hatte 1832 eine Weberei in Gera gegründet, die nach seinem Tod von seinem Sohn Eugen Weißflog (1828-1906) und dessen Schwager weitergeführt wurde. Der Erste Weltkrieg (1914-1918) und die Auswirkungen der nahenden Weltwirtschaftskrise führten zum Ende der Kammwollweberei. Bevor die Firma in den beginnenden 1930er Jahren vollends stilgelegt wurde, beschäftigte sie sich noch mit Immobilien und gründete eine Metall-AG. Im Jahr 1938 erwarb die Firma Heinrich Leo, Metallwarenfabrik und Gießerei GmbH, (später VEB Kompressorenwerk und nach 1990 Kaeser-Kompressoren) die stillgelegte Weberei. Heinrich Leo hatte 1877 in der Krummen Gasse mit einer Gelbgießerei begonnen und später sein Fertigungsprogramm auf Autoluftpumpen, Luftkompressoren und Kesselanlagen erweitert. Während des Zweiten Weltkrieges (1939-1945) wurde auch hier auf Rüstungsgüter umgestellt. Am 9. März 1946 begannen die Demontage der Fabrikanlagen und der Teilabriss der Produktionshallen.
1945 Großbrand bei Neupert und Sohn
as Juweliergeschäft Friedrich Neupert und Sohn war 1885 in Gera am Roßplatz 7 gegründet worden. Schon der Erste Weltkrieg hatte es dem ältesten Juweliergeschäft der Stadt sehr schwer gemacht und der Zweite Weltkrieg brachte beinahe den Ruin, da das Haus Opfer eines alliierten Bombenangriffs wurde. Kurz danach wurde das Gebäude noch im letzten Kriegsjahr bei einem Brand stark beschädigt. Dazu kam noch, dass der Schwiegersohn von Mitfirmengründer Karl Alfred Neupert, der Sohn von Senior Friedrich Hermann Neupert, nicht aus dem Krieg zurück kehrte. Dessen Witwe wagte dennoch den Neuanfang und etablierte das Juweliergeschäft in Gera.

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18.01.2015
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