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01.12.1893 Kurt Günther geboren
urt Günther war ein Geraer Maler und wuchs als Sohn eines Druckers und Druckereibesitzers auf. Unmittelbar nach Abschluss des Gymnasiums ging er 1913 zum Studium an die Kunstgewerbeschule in Dresden, wo zu seinen Kommilitonen unter anderem der Geraer Maler Otto Dix und Otto Griebel gehörten. Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde Günther 1914 zum Kriegsdienst eingezogen, den er bei den Luftstreitkräften ableistete, bis er 1917 wegen einer schweren Lungentuberkolose entlassen wurde. Seine finanzielle Situation erlaubte es ihm, die Krankheit in Davos (Schweiz) behandeln zu lassen, wo er Ernst Ludwig Kirchner kennenlernte.1919 kehrte Günther nach Dresden zurück und setzte sein Studium an der Kunstakademie fort, wo er der Malklasse von Richard Müller angehörte. Zu dieser Zeit arbeitete Günther eng mit Otto Dix zusammen, beide nutzten häufig das Atelier ihrer Kommilitonin Viola Schulhoff. Günther und Schulhoff unterstützen den aus eher einfachen Verhältnissen stammenden Dix oft finanziell. Ein Monument dieser Zeit ist Günthers verschollenes, jedoch fotografisch erhaltenes Gemälde Boxkampf, in dem Dix, Schulhoff und andere im Publikum dargestellt sind. 1922 heirateten Günther und Schulhoff und zogen nach Bad Reichenhall, die Ehe hielt jedoch nur drei Jahre, woraufhin Günther in seine Heimatstadt Gera zurückkehrte. Versuche, wieder in Dresden Fuß zu fassen, wo Otto Dix inzwischen eine Professur innehatte, blieben erfolglos. In den Geraer Künstler- und Intellektuellenkreisen fand Günther schnell Akzeptanz und Anerkennung. Mit den Landschaftsmalern Hermann Paschold, Alexander Wolfgang und Paul Neidhardt, dem Geologen Rudolf Hundt und anderen gründete er die spätdadaistische Vereinigung pro pro bru (produktive-prominente-brummochsen). Günthers vorherrschendes Sujet war, wie bereits in Bad Reichenhall, das Porträt; hinzu kommen veristische Darstellungen weiblicher Erotik. Von 1929 bis 1931 hielt Günther sich in Frankreich auf und betrieb unter anderem Aktstudien an der Académie de la Grande Chaumière. Nach seiner Rückkehr nach Gera löste er einen Skandal aus, indem er ein Gemälde, das ein blondes Mädchen in den Armen eines schwarzen Jazztrompeters zeigte, öffentlich in einem Schaufenster ausstellte ? es wurde von behördlicher Seite entfernt. Nach einer erneuten Eheschließung zog Günther 1932 von Gera in das nahegelegene abgeschiedene Dorf Kaltenborn, wo er ein Haus erworben hatte. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 war Günther von Hausdurchsuchungen und ab 1934 von Ausstellungsverbot betroffen. 1934 besuchte ihn Erich Knauf nach seiner ersten Haftentlassung in Kaltenborn und wurde von Günther mehrfach porträtiert. Die Jahre der Inneren Emigration verbrachte Günther unter anderem ? nach der Geburt seiner ersten Tochter 1934 ? mit Kinderporträts, ab 1936 mit Porträts der Kaltenborner Bauern und ab 1940 auch verstärkt mit Landschaftsmalerei. 1937 wurden elf seiner Werke als Entartete Kunst aus deutschen Museen entfernt. 1944 wurde der fünfzigjährige Günther zum Volkssturm eingezogen. Nach Kriegsende 1945 wurde Günther als Volksschul- und Volkshochschullehrer in Gera tätig sowie 1946 durch die Landesregierung Thüringen zum Professor ernannt. Seine letzten Lebensjahre waren zunehmend von Krankheit und Depressionen gekennzeichnet. Landschaften nahmen in seinem Spätwerk eine immer dominierendere Rolle ein; verstärkt wandte sich Günther der Alla-Prima-Malerei zu. Er starb schließlich am 12. Februar 1955 im Bezirkskrankenhaus Stadtroda und wurde in Gera beigesetzt.
21.02.1895 Erich Knauf geboren
eboren wurde Erich Knauf in Meerane, machte aber seine Lehre zum Schriftsetzer in Gera. Hier wurde er auch Mitglied der SPD und arbeitete als Kunstkritiker und Schriftsteller. Als Gegner des NS-Regime wurde er 1934 drei Monate in sogenannte "Schutzhaft" im Konzentrationslager Sachsenhausen genommen. Am 28. März 1944 wurde Knauf erneut verhaftet und am 6. April 1944 durch den berüchtigte Volksgerichtshof wegen Wehrkraftzersetzung und Verunglimpfung des Führers zum Tode verurteilt. Am 2. Mai 1944 wurde er im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet.
02.05.1944 Die Hinrichtung von Erich Knauf
er Kunstkritiker und Schriftsteller Erich Knauf, geboren 1895, wurde von den Nationalsozialisten im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet. Seine persönlichen Erlebnisse bei der Niederschlagung des Kapp- Putsches in Gera hatte Erich Knauf in dem Reportage- Roman „Ca ira!“ verarbeitet.
03.05.1944 Zum Gedenken an Erich Knauf
n Nr. 15 der "Tribüne" brachte Walter G. Oschilewski eine Würdigung des von der Gestapo hingerichteten Geraers Erich Knauf. Geboren wurde er 1895 und war von Beruf Schriftsetzer und von 1920 - 1921 der Leiter des Presseamtes der Landesregierung Reuß. Knauf arbeitete als Redakteur der Volks¬zeitung in Plauen, ging dann als Nachfolger des Arbeiterdichters Ernst Presczang nach Berlin und wurde literarischer Leiter der Büchergilde "Gutenberg". Später wurde als Redakteur des "8 Uhr Abendblattes"; wegen offener Kritik entlassen. Wegen illegaler Betätigung wurde er am 03.05.1944 gehängt.
22.03.1947 Gedenken an Erich Knauf
n der Geraer Ausstellungshalle im Stadtteil Debschwitz wurde an diesem Tag eine Gedächtnisausstellung mit dem Titel "in memoriam Erich Knauf" eröffnet.
Zusatzinformationen
01.07.1948 Sozialistischer Märtyrertum
n den meisten Fällen war es so, dass die Menschen welche von der sozialistischen Regierung und der späteren DDR verehrt wurden, die Kriegszeit nicht überlebt hatten und sie damit nicht wissen konnten was ihre "Nachfolger im Geiste" anrichteten. Die Verbrechen des Stalinismus und des DDR-Regime hätten die meisten "Märtyrer" angeprangert, denn das waren nicht ihre Ziele, sondern das Ende der Nazi-Diktatur. In der sozialistischen Tageszeitung "Thüringer Volk" war zu lesen "Würdigung der Verdienste der Arbeitermärtyrer Erich Knauf (1895-1944) und Franz Petrich (1899-1945) durch A. Schöneburg."
10.09.1949 Gedenken an die Widerstandskämpfer
em Gedenken der Geraer Widerstandskämpfer, die in den Jahren von 1933 - 1945 vom Nazi-Regime ermordet wurden, widmete die Zeitung das "Thüringer Volk" in der Nr. 212 ein besonders Gedenkblatt. Unter den 19 Opfern waren auch Erich Knauf, der 1944 in Berlin hingerichtet wurde und Franz Petrich, welcher im Februar 1945 im Zuchthaus Sonnenburg bei Küstrin auf seine nationalsozialistischen Mörder traf.

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Tintenglas mit Feder
 
 
18.01.2015
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