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1903 Der Bahnhofsumbau in Gera begann
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So wurden die Maßnahmen erläutert


"Für die im Empfangsgebäude befindlichen, in Wegfall kommenden Diensträume soll Ersatz auf dem Leipzig-Probstzella`er Bahnsteige durch Errichtung besonderer Diensträume für den Stationsvorsteher, Stations- und Telegraphenbureau pp geschaffen werden.Die Abortanlagen (Toilettenhäuser) und der Raum für die Bahn-Polizei und der Bahnsteigschaffner sind neben dem Eingangstunnel, an die Stützmauer anschließend vorgesehen. Von den mit dem Empfangsgebäude gleichlaufenden ... 225 bis 250 m langen, 9,5 bis 12 m breiten Bahnsteigen ist der gegenüber dem Empfangsgebäude zunächst liegende mit den Gleisen I und II für Sachsen, der zweitfolgende mit den Gleisen XI und XII für Weimar-Gera und der dritte mit den Gleisen XIII und XIV für Leipzig-Probstzella bestimmt. Für jeden dieser Bahnsteige ist die Herstellung einer eisernen Halle von 150 m Lange beabsichtigt ..."

Weiterhin wurde der Neubau des Eilgutschuppens und verschiedener Laderampen für den Güterverkehr geplant. Auch die Kapazität des Lokschuppens war bei weitem überlastet. Unter der Berücksichtigung der erweiterten Verkehrsverhältnisse sollten zwei Lokomotivschuppen von 28 und 8 Ständen mit den erforderlichen Nebenanlagen neu erbaut werden. Dazu soll ein Wasserturm von 500 Kubikmetern zur Aufstellung kommen und an die städtische Wasserleitung angeschlossen werden.

Werkstattanlagen, Magazingebäude und die Übernachtungsräume für die Bahnangestellten gehörten ebenfalls zu den bautechnischen Erneuerungen auf dem Geraer Bahnhofsgelände.Im Jahr 1903 besaß ausschließlich die Rangieranlage des Güterbahnhofs eine elektrische Beleuchtung. Der Personenbahnhof wurde noch wie zu Zeiten des 19. Jahrhunderts mit Gaslampen erhellt. Daher gehörte die einheitliche Versorgung mit elektrischer Energie und so auch mit elektrischem Licht, zu den technischen Verbesserungen jener Tage im Geraer Eisenbahnverkehr. (Die wenigsten Geraer Haushalte jener Zeit verfügten über elektrischen Strom.)

Die in den Bauunterlage erwähnte Halle über einige Bahnsteige wurde im Jahr 1911 fertiggestellt. Sie überspannte aber nur die Gleise der preußischen Eisenbahn. Mit der sächsischen Eisenbahngesellschaft war man sich wegen der starken Konkurrenz uneins geblieben und daher blieben die Bahnsteige und Gleise dieser Strecken vorerst unbedacht. Man mochte die Sachsen und ihre Eisenbahngesellschaft nicht leiden.

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Tintenglas mit Feder
 
 
18.01.2015
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