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270 Siedlungen und die Völkerwanderung
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Die germanische Völkerwanderung
 
Die Germanen bestanden aus einer Vielzahl von Stämmen, die der indogermanischen Sprachfamilie angehörten. Sie besiedelten ursprünglich Skandinavien und den norddeutschen Raum. Die wichtigste Einheit war dabei die Gemeinschaft der Sippe, die zusammen in Dörfern lebte. Haupterwerbszweig war auch hier die Landwirtschaft. Teile des Bodens wurden allerdings auch gemeinsam genutzt, die sogenannte Allmende. Mehrere Sippen bildeten einen Stamm, der von anderen Stämmen durch urwaldähnliche Wälder abgegrenzt lebte. Die germanische Gesellschaft bestand weitest gehend aus Adligen, freien Bauern und Halbfreien. Letztere waren die Nachkommen unterworfener Stämme oder freigelassene Sklaven. Die Adligen und die freien Bauern wählten für Kriegsunternehmungen Anführer aus denen später Könige und Herzöge wurden. Mit dem Mittelmeerraum bestanden seit der Bronzezeit Handelskontakte, die den Germanen Informationen über andere Länder brachten. Seit Christi Geburt trat im gesamten nordeuropäischen Raum eine Klimaverschlechterung ein. Mit einer Bevölkerungszunahme, die gleichzeitig nachweisbar wurde, kam es zu einem Mangel an Ackerland, der zur Abwanderung von Teilen der Bevölkerung führte. Auch Abenteuerlust dürfte eine Rolle für die Züge der Germanen gespielt haben.
  
230-200 vor Christus

Zug der Bastarnen und Skiren zum Schwarzen Meer. 
 
110-100 vor Christus

Zug der Kimbern und Teutonen nach Frankreich und Italien, wo sie von den Römern vernichtet wurden.

58 vor Christus

Die Sueben werden unter Heerkönig Ariovist von Cäsar wurden am Rhein zurückgeworfen.

9 nach Christus

In der Varusschlacht (früher sprach man auch von der Schlacht im Teuteburger Wald, danach verlegten Archäologen die Schlacht 200 kilometer nach Norden in Richtung Oldenburg) wurden von den germanischen Cheruskern unter ihrem Anführer Arminius (Hermann) drei römische Legionen unter Publius Varus vernichtend geschlagen. Dadurch blieb Germanien östlich des Rheins unbesetzt. Aus diesem unbesetzten Germanien griffen germanische Stämme wiederholt die römische Reichsgrenze an Rhein und Donau und den Limes an.
   
166-180 nach Christus

Angriff der Markomannen.
  
260 nach Christus

Die Römer gaben nun den Limes als ihre große Grenzbefestigung auf.
  
270 nach Christus 

Die Alamannen besiedelten das Gebiet zwischen Rhein und Donau.
  
Ab 270 nach Christus

Die Goten griffen auf dem Balkan die Donaugrenze an, nachdem die Römer die Provinz Dakien aufgeben mussten.
  
Ab 300 nach Christus

Einzelne Germanenstämme wurden auf römischem Boden angesiedelt. Sie mussten als Foederati die Grenze des Römischen Reichs verteidigen.
  
Um 350 nach Christus

Die Germanen besiedelten neben ihrer Stammheimat Skandinavien und Norddeutschland ganz Mitteleuropa und die späteren Territorien von Ungarn und Rumänien und die Ukraine. Die wichtigsten Stämme waren die Goten, die Langobarden, die Wandalen, die Burgunder und die Franken.
  
375 nach Christus

Einfall der Hunnen in Europa. Dieses Reitervolk aus Innerasien unterwarf die Goten. Damit begann die Völkerwanderung. Die Germanenstämme wichen den Hunnen aus und drängten verstärkt in das Römische Reich. Die Völkerwanderung überwandt die Rhein- und Donaugrenze.
  
378 nach Christus

Der oströmische Kaiser Valens wurd bei Adrianopel von den Westgoten vernichtend geschlagen.
  
401 nach Christus

Die Westgoten unter Alarich griffen nun Italien an.
  
410 nach Christus

Eroberung Roms durch die Westgoten. Doch zogen diese weiter nach Südfrankreich und gründeten dort das westgotische Reich von Tolosa (Toulouse).
  
409 nach Christus

Die Wandalen überschritten die Rheingrenze und wurden im späteren Spanien als Foederati angesiedelt.
  
429 nach Christus

Die Wandalen unter Geiserich setzten nun nach Nordafrika über und gründeten dort das Wandalenreich.
  
443 nach Christus

Die Burgunder begründeten zwischen Rhone und Rhein auf römischem Boden ein selbständiges Reich.
  
451 nach Christus

Die Hunnen unter Attila (395-453) wurden von Römern und Germanen gemeinsam auf den Katalaunischen Feldern geschlagen. Die Hunnen zogen sich daraufhin nach Ungarn zurück. Dort wurden sie von dem Germanenstamm der Gepiden besiegt. Reste von ihnen zogen sich bis nach Asien zurück.
  
Um 450 nach Christus

Die germanischen Jüten, Angeln und Sachsen ladeten in dem seit 400 von den Römern verlassenen England und verdrängten die keltischen Briten nach Wales (Artussage), Schottland und in die Bretagne.
  
476 nach Christus

Der letzte weströmische Kaiser Romulus Augustulus wurde ermordet. Der Germane Odoakar wurde in der Folge von den aus Germanen bestehenden Legionen zum Kaiser ausgerufen.  
486  Die Franken siegten über Syagrius, den letzten römische Statthalter Galliens und errichteten eine unabhängige Herrschaft.
  
488 nach Christus

Die Ostgoten unter Theoderich eroberten Ravenna und gründeten in Italien das Reich der Ostgoten.

Frühgeschichte

Das Stadtgebiet Geras wurde seit der Altsteinzeit besiedelt. In der Lindenthaler Hyänenhöhle wurden im 19. Jahrhundert bedeutende prähistorische Funde gemacht. Das älteste Relikt menschlicher Besiedlung im Stadtgebiet ist ein ca. 80.000 Jahre alter Faustkeil, gefunden bei Gera-Pforten.

Um Christi Geburt ist Gera ein Zentrum der Eisenverhüttung. Davon zeugen die Eisenöfen, die in den 1920er- und 1930er-Jahren bei Gera-Tinz entdeckt wurden und sich in der Neuzeit im Museum für Ur- und Frühgeschichte in Weimar befinden.

Im 6. Jahrhundert verließen die germanischen Hermunduren im Zuge der Völkerwanderung Ostthüringen und ab dem 8. Jahrhundert ist eine slawische Besiedlung nachweisbar.

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18.01.2015
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