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01.07.1945 Wie die Thomas Müntzer Straße entstand
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Das Geburtsdatum von Thomas Müntzer ist nicht genau überliefert, da die Geburtsdaten, wenn überhaupt bekannt, zu dieser Zeit nicht vermerkt worden waren. Außer es handelte sich schon bei der Geburt des Kindes schon um eine zukünftige Gestalt der Geschichte (Adel, König, Graf, Herzog, Kaufmannsdynastie usw.). Das war bei Thomas Müntzer so nicht zu erwarten, daher wird sein offizieller geburtstag mit "um" 1489 in Stolberg/Harz angegeben.
Thomas Müntzer war ein von Martin Luther inspirierter evangelischer Theologe und Revolutionär der Zeit der Bauernaufstände (1524/25). Nachdem er in Leipzig und auch in Frankfurt/Oder seine Studien beendet hatte erhielt er im Jahr 1513 seine Priesterweihe und war in Braunschweig tätig. Sechs Jahre später übernahm er in Jüterborg eine Pfarrstelle und ab 1520 hatte er einen Predigerauftrag Martin Luthers in Zwickau, von wo er allerdings 1521 vertrieben wurde. Die Verbreitung des evangelischen Glaubens brachte nur vier Jahre nach der Reformation noch viele Probleme für die Prediger mit sich und so wurden die "neuen" Pfarrer oft schwer akzeptiert. Nur zwei Jahre später, 1523, wurde Thomas Mützer auf eine Pfarrstelle nach Allstedt in Kurhessen berufen.
Am 13. Juli 1524 hielt Müntzer die berühmt gewordene "Fürstenpredigt zu Allstedt"vor Herzog Johann und seinem Sohn Johann Friedrich. Ab dem Jahr 1525 war er dann Pfarrer in Mühlhausen und wurde die Leitfigur sowie der Agitator im Deutschen Bauernkrieg in Thüringen auf der Seite der entrechteten Bauern. Am 15. Mai 1525 wurde Thomas Müntzer in der Schlacht bei Frankenhausen, welche in einer totalen Niederlage der von Thomas Müntzer zusammengerufenen Bauernhaufen endete, gefangen genommen. Sein Leben endete unfreiwillig und tragisch mit seiner Enthauptung am 27. Mai 1525 im thüringischen Mühlhausen.

(Die Schlacht von Frankenhausen wurde im 20. Jahrhundert vom Künstler Werner Tübke in einem Monumentalbild dargestellt, welches dort auch für das kunstinteressierte Publikum ausgestellt ist.)

Mike Strunkowski für die Gera-Chronik im Januar 2010

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18.01.2015
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