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01.01.1964 Die DDR im Jahr 1964
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2. Januar 1964

Man begann an diesem Tag in der DDR mit der Ausgabe der neuen Personalausweise mit dem Eintrag „Bürger der Deutschen Demokratischen Republik“.

26. Januar 1964

Die erste Kinderfilm-Premiere des Jahres in der DDR. „Lütt Matten und die weiße Muschel“, nach dem Buch von Benno Pludra, wurde erstmals gezeigt.

29. Januar 1964

Ortrun Enderlein und Thomas Köhler gewannen bei den Olympischen Winterspielen in Innsbruck die Goldmedaille im Rennschlitten-Einsitzer der Frauen und Herren.

1. Februar 1964

Der Kleinroller KR 51, die „Schwalbe“ ging in Serie. Es war das erste Modell der beliebten „Vogelserie“ mit Spatz, Star, Sperber und Habicht.

2. Februar 1964

Die großen internationalen Skisprungathleten nahmen bei den DDR-Sportlern Maß. So war es folgerichtig, das in Klingenthal die Aschbergschanze“ eingeweiht wurde.

15. Februar 1964

An den zwei Februartagen (15. u. 16.2.) wurde erstmalig in der DDR ein Volkssporttag im Winter durchgeführt. 760.000 Teilnehmer kamen.

29. Februar 1964

Bei den Internationalen Schwimmwettkämpfen in Magdeburg schwamm Egon Henninger 100m Brust in 1:09,1 min einen neuen Europarekord.

1. März 1964

Der Pharma-Betrieb „VEB Berlin Chemie“ brachte in diesem Jahr ein deutlich verbessertes Insulinpräparat für die Zuckerpatienten heraus.

8. März 1964

Franz Fühmann hatte schon einige Bestseller in der DDR gelandet. Nun hatte seine Vorlage für „Die Suche nach dem wunderbunten Vögelchen“ seine DEFA-Filmpremiere.

9. März 1964

Das war der Kalte Krieg in Europa. Über dem Thüringer Wald schoss ein sowjetischer Abfangjäger ein amerikanisches Militärflugzeug ab.

12. März 1964

Robert Havemann, Professor an der Humboldt-Universität und bis 1963 Volkskammerabgeordneter, wurde wegen des Eintretens für einen liberalen Marxismus aus der SED ausgeschlossen.

31. März 1964

Die Belegschaft des VEB Chemiefaserwerk „Friedrich Engels“ in Premnitz schlug vor, den sozialistischen Wettbewerb zu Ehren des 15. Jahrestages der DDR unter dem Motto „Dem Volke zum Nutzen – der Republik zu Ehren“ zu stellen.

1. April 1964

An diesem Tag trat in der DDR die „Industriepreisreform“ als Maßnahme des Neuen Ökonomischen Systems in Kraft.

4. April 1964

Der Europapokal der Landesmeister für die Volleyballmannschaften der Männer gewann der SC Leipzig in diesem Jahr.

15. April 1964

Das Zentralkomitee der SED gab eine Stellungnahme gegen die „Spaltungspolitik der chinesischen Führer“ ab.

23. April 1964

Eine Literaturverfilmung. Dieser Tag deutet auf William Shakespeare hin da es sein 400. Geburtstag und sein 348. Todesstag gleichzeitig war. Das Shakespearestück „Viel Lärm um nichts“ hatte Uraufführung. Shakespeare verstarb an seinem 52. Geburtstag.

25. April 1964

Herbert Niemann errang in Ost-Berlin den Europameistertitel im Boxen der Amateure im Schwergewicht.

2. Mai 1964

Die neuen „Grundsätze für die Gestaltung des einheitlichen sozialistischen Bildungssystems“ wurden veröffentlicht. Sie dienten als Richtlinien für die geplante Schulreform.

4. Mai 1964

Ein neues Jugendgesetz trat in Kraft. Es war das „Gesetz über die Teilnahme der Jugend der DDR am Kampf um den umfassenden Aufbau des Sozialismus und die allseitige Förderung ihrer Initiative bei der Volkswirtschaft und des Staates, in Beruf und Schule, bei Körperkultur und Sport“.

15. Mai 1964

Eine DEFA-Lustspiel-Premiere mit den DDR-Star-Komiker Rolf Herricht (5.10.1927-23.08.1981), „Geliebte weiße Maus“ hatte Premiere.

16. Mai 1964

Das dritte und auch letzte Deutschlandtreffen der Jugend in Berlin mit 560.000 Jugendlichen, mit 24.000 aus der BRD, fand statt. Das Jugendradio DT 64 nahm seine Tätigkeit auf und wurde künftiges Sprachrohr der Beat-Musik der DDR.

16. Juni 1964

Die DDR und die UdSSR unterschrieben in Moskau den auf 20 Jahre befristeten Vertrag über „Freundschaft und gegenseitigen Beistand und Zusammenarbeit“. In dem Vertrag wurde erstmals von zwei souveränen deutschen Staaten ausgegangen und West-Berlin als selbstständige politische Einheit betrachtete.

18. Juni 1964

Fünf große DDR-Verlage schlossen sich zum „buchclub 65“ zusammen. Mitglieder konnten jeden Monat einen Band aussuchen und zahlten dafür zwischen 3,80 und 4,80 Mark.

25. Juni 1964

Der erste Frauenkongress der DDR beriet über die Rolle der Frau beim Aufbau des Sozialismus. „Unsere Republik braucht alle Frauen-Alle Frauen brauchen die Republik“.

1. Juli 1964

Der farbige Menschenrechtler aus den Vereinigten Staaten von Amerika, Martin Luther King, predigte in der Ost-Berliner Sophienkirche.

15. Juli 1964

An diesem Tag wurde der Grundstein gelegt für den Bau der Chemiearbeiterstadt Halle Neustadt. Eine von vielen Arbeiterstädten.

25. Juli 1964

Wieder eine Film-Premiere in der DDR. Erstmals gezeigt wurde „Mir nach, Canaillen“ mit Monika Woytowicz, Fred Düren, Carola Braunbock, Helga Göring und Manfred Krug.

30. Juli 1964

Der Name der Währung der DDR wurde von „Deutscher Mark der Deutschen Notenbank“ in „Mark der Deutschen Notenbank“ geändert.

1. August 1964

Die Ausgabe neuer Geldscheine begann. Die Geldscheine zeigten Alexander von Humboldt, Friedrich von Schiller, Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Engels und Karl Marx.

3. September 1964

Der DEFA-Film „Der geteilte Himmel“ nach dem gleichnamigen Roman von Christa Wolf, hatte seine Premiere in der DDR.

7. September 1964

In der Deutschen Demokratischen Republik wurde der Wehrdienst ohne Waffen unter der Bezeichnung „Bausoldat“ eingeführt.

9. September 1964

In Ketzin bei Nauen wurde an diesem Tag der größte unterirdische Gasspeicher der DDR in Betrieb genommen.

9. September 1964

Der Ministerrat der DDR beschloss die Möglichkeit einer jährlichen Besuchsreise von Bürgern der DDR im Rentenalter und jüngerer Rentner wie Invaliden in die Bundesrepublik und West-Berlin.

21. September 1964

Der Ministerpräsident der DDR Otto Grotewohl (11.03.1894-21.09.1964) verstarb 70jährig. Willi Stoph wurde drei Tage später sein Nachfolger.

26. September 1964

Die DDR und die Sowjetunion schlossen an diesem Tag einen Freundschaftsvertrag zum Schutz der Staatsgrenze nach Westen.

1. Oktober 1964

Nach dem Roman „Unser kleiner Trompeter“ von Otto Gotsche verfilmte die DEFA das Leben von Fritz Weineck unter dem Titel „Das Lied vom Trompeter“.

2. Oktober 1964

Das Musical „Mein Freund Bunbury“ von Helmut Bez, Jürgen Degenhardt und Gerd Natschinski hatte am Berliner Metropol-Theater seine Uraufführung.

3. Oktober 1964

Der neue Amtssitz des Staatsrates am Marx-Engels-Platz wurde übergeben. Blickfang war das eingebaute Portal des Berliner Stadtschlosses, von dessen Balkon aus am 9. November 1918 Karl Liebknecht die Sozialistische Republik ausgerufen hatte.

6. Oktober 1964

Anlässlich des 15. Jahrestages der Gründung der DDR beschloss der Staatsrat eine Amnestie von 10.000 Strafgefangenen.

6. Oktober 1964

Das neu erbaute Haus des Lehrers und die neue Kongresshalle am Berliner Alexanderplatz wurde an diesem Tag eröffnet.

7. Oktober 1964

Zum Republikgeburtstag begann das DDR-Fernsehen eine neue Sendereihe. Für „Mit dem Herzen dabei“ holte Spielleiter Hans-Georg Ponesky „Stars des Alltages“ auf die Bühne.

10. Oktober 1964

Letztmals bis zur Wiedervereinigung im Jahr 1990 trat eine gesamtdeutsche Mannschaft bei der Sommerolympiade an. Ingrid Krämer trug die Fahne bei der Eröffnungsfeier. Bis zum 24. Oktober erkämpften die DDR-Sportler 3 Gold- 11 Silber und 5 Bronzemedaillen.

12. Oktober 1964

Nikita Chruschtschow verabschiedete die Kosmonauten des Raumschiffs „Woschod 1“ zu ihrem Flug ins All und wird sofort danach all seiner Ämter enthoben. Hintergrund war der sich verschärfende Konflikt mit China und der wirtschaftliche Misserfolg. Neuer Regierungschef wurde Alexej Kossygin und neuer Parteichef sein einstiger Schützling Leonid Breshnew.

13. Oktober 1964

Leonid Breshnew war es nun, der die Kosmonauten des Raumschiffs „Woschod 1“ bei ihrer Rückkehr aus dem All begrüßte.

2. November 1964

Nun war die Reiseregelung durch. Ab sofort durften Alters- und Invalidenrentner einmal im Jahr für 4 Wochen in die BRD reisen.

1. Dezember 1964

Die DDR-Regierung führte für alle Besucher aus dem westlichen Ausland eine Mindest-Umtauschpflicht von 5 DM pro Person und Tag bei einem Wechselkurs von 1:1 ein. Rentner und Kinder waren davon ausgenommen.

28. Dezember 1964

Die erste Volkszählung der DDR seit 1950 ergab eine Bevölkerungszahl von 17.003.645 Menschen. Das waren 1,3 Millionen weniger als 1950.

Die Produktion des Wartburg Typ 312 begann. Bis 1967 wurden 36.287 Stück davon gefertigt.

Die populärsten Sportler des Jahres 1964 waren Klaus Urbanczyk (Fußballer), Ingrid Krämer (Wasserspringen) und die Männer der Fußball-Olympia-Auswahl.

Zum zweiten Mal wählten die Leser der Berliner Zeitung die Fernsehlieblinge, diesmal nach Genres.

Margot Ebert    Fernsehansagerin
Erwin Geschonneck Schauspieler
Gerhard Scheumann Moderator von „Prisma“
Günter Prodöhl  Krimiautor
Willi Schwabe Moderator
Hein-Florian Oertel Sportreporter
Eckard Friedrichsohn  Meister Nadelöhr

Die Bestseller des Jahres in der DDR waren:

„Levins Mühle“ von Johannes Bobrowski
„Mannesjahre“ von Juri Brezan
„Spur der Steine“ von Erik Neutsch
„Die schöne Helena“ von Peter Hacks
„Die Moral der Banditen“ von Horst Bastian

Die Schlager des Jahres waren:

„Blonder Stern“ von Frank Schöbel
„O, Susann“ von Die Amigos
„Halt mich fest mein Matrose“ von Rica Dèus
„Am Abend spielt einer Harmonika“ von Roland Neudert
„Wer an dir vorüber geht“ von Christian Schafrik
„Butlers Boogie“ von Butlers

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18.01.2015
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