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01.01.1960 Die DDR im Jahr 1960
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7. Januar 1960

Rolf Ludwig hatte mit seiner ersten Doppelrolle in William Shakespeares (1564-1616) "Komödie der Irrungen" an der Berliner Volksbühne Premiere.

19. Januar 1960

Helge Haase erzielte bei den internationalen Eisschelllauf-Wettkämpfen im schweizerischen Davos mit 202,834 Punkten einen neuen Weltrekord im Mehrkampf.

23. Januar 1960

Ein Schreiben Walter Ulbrichts an Konrad Adenauer, in dem er in ganz Deutschland eine Volksabstimmung über Abrüstung, einen Friedensvertrag und die deutsche Konföderation forderte, kam ungeöffnet zurück. Es war auch das Papier auf dem es verfasst war nicht wert.

30. Januar 1960

Die "Intervision" zwischen den Fernsehanstalten Polens, Ungarns, der CSSR und der DDR wurde an diesem Tag gegründet. Als Gegenpart der westlichen "Eurovision".

1. Februar 1960

An diesem Tag wurde in der DDR die "Gesellschaft zur Förderung des Olympischen Gedankens" gegründet.

10. Februar 1960

Die Volkskammer beschloss das Gesetz über die Bildung des "Nationalen Verteidigungsrates". Vorsitzender wurde Walter Ulbricht.

14. Februar 1960

Sport wurde in der DDR groß geschrieben und gefördert. Daher wurde nun der erste Volkssporttag in der DDR veranstaltet.

18. Februar 1960

35 DDR-Sportler nahmen im Rahmen der Olympischen Winterspiele in Squaw Valley/USA in einer gesamtdeutschen Mannschaft teil. Helmut Recknagel holte Gold im Skisprung und Helga Haase Silber und Bronze im Eisschnelllauf.

22. Februar 1960

Schweres Grubenunglück bei Zwickau. In der Steinkohlezeche "Karl Marx" wurden nach einer Schlagwetterexplosion 172 Kumpel verschüttet. Nur 49 Kumpel wurden gerettet.

26. Februar 1960

Premiere für einen Science Fiction-Film der DEFA in einer Koproduktion mit Polen. "Das Schweigen der Sterne" entstand nach der Romanvorlage von Stanislwa Lem.

1. März 1960

Die erste volkseigene Großhandelsgesellschaft wurde gebildet, die HO und Konsum mit Obst und Gemüse versorgen sollte.

4. März 1960

Der Bezirk Rostock arbeitete als aller erster Bezirk der DDR in allen Werken, Betrieben und der Landwirtschaft vollgenossenschaftlich.

9. März 1960

Die Industrie wuchs und der Energiebedarf stieg an. Und so war es folgerichtig, dass durch das Großkraftwerk "Arthur Becker" in Trattendorf der erste Strom geliefert wurde.

20. März 1960

Ein Dauersieger aus der DDR. Zum zweiten Mal gewann Helmut Recknagel beim internationalen Spezialsprunglauf am Holmenkollen.

21. März 1960

Der schlimmste Agitator der DDR ging auf Sendung. "Der Schwarze Kanal" mit Karl Eduard von Schnitzler wurde erstmals ausgestrahlt und erst als die DDR 1989 am Ende war, eingestellt. Aber auch zu diesem Zeitpunkt hatte Schnitzler nicht begriffen, wie dämlich seine Propagandasendung über all die Jahre war. Sie war ein Gespött der freidenkenden Bevölkerung, die zurecht Witzchen über ihn machte.

11. April 1960

Zum 15. Jahrestag des Aufstandes in Buchenwald wurde der Film "Nackt unter Wölfen" nach Brono Apitz´s Roman im Fernsehen gezeigt.

28. April 1960

Auf Anordnung des Ministerrates der DDR wurde auf den Landkarten der Begriff Deutschland nicht mehr verwendet, sondern nur noch DDR und BRD.

29. April 1960

In Abwesenheit wurde der Bundesminister Theodor Oberländer vom Obersten Gericht der DDR wegen Naziverbrechen zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt.

30. April 1960

Reges Leben am Hafen begann. Im ersten fertig gestellten Bauabschnitt des Rostocker Hafens, legte der erste Frachter an.

2. Mai 1960

Bei der XIII. Internationalen Friedensfahrt bis zum 16.5. Prag-Warschau-Berlin siegten Erich Hagen in der Einzel- und das DDR-Sextett in der Mannschaftswertung.

7. Mai 1960

Die Chemische Industrie war in der DDR auf dem Vormarsch. Es begann der Aufbau des Chemiefaserwerks in Guben.

8. Mai 1960

Die rekonstruierte Neue Wache unter den Linden wurde anlässlich des 15. Jahrestages der Befreiung als Mahnmal für die Opfer des Faschismus eingeweiht.

15. Mai 1960

Peter Hacks umstrittenes Stück "Die Sorge und die Macht" wurde am Theater der Bergarbeiter in Senftenberg uraufgeführt. Regie hatte Klaus Gendries.

17. Mai 1960

Der erste DDR-Fernsehkoch. Zum ersten Mal wurde der "Tip des Fischkochs" Rudolf Kroboth im Fernsehen gesendet.

31. Mai 1960

Zum Stichtag bestanden 19.345 LPGen, die 86,3% der landwirtschaftlichen Nutzfläche bewirtschafteten. Die Kollektivierung war damit abgeschlossen in der DDR.

4. Juni 1960

Bis zum 12. Juni 1960 fanden im Bezirk Karl-Marx-Stadt die nunmehr schon zum zweiten Mal ausgetragenen Arbeiterfestspiele statt.

8. Juni 1960

An diesem Junitag fand die erste Konferenz der schreibenden Arbeiter der DDR statt. Ein Anteil der Autoren hatte in der DDR aus der Arbeiterschaft zu stammen.

19. Juni 1960

Egon Henniger schwamm beim Länderkampf DDR-Ungarn in Berlin über 200 m Brust in 2:37,4 min einen neuen Europarekord.

25. Juni 1960

Filmpremiere in der DDR. Der neuste DEFA-Film "Hochmut kommt vor dem Knall" in der Regie von Kurt Jung-Alsen wurde gezeigt.

14. Juli 1960

Willi Stoph wurde von seinem Amt als Verteidigungsminister entbunden, nachdem westliche Zeitungen über einen Artikel Stophs für eine NS-Regimentszeitung berichteten. Ein sozialistischer Wendehals vom Nazisympatisant zum Kommunisten, dem man in der DDR natürlich nichts tat.

14. Juli 1960

Ursula Küper erzielte in Leipzig mit 1:19,0 min über 100m Brust einen neuen Weltrekord bei den Ausscheidungswettkämpfen für ein gesamtdeutsches Olympia-Team.

19. Juli 1960

Erster Weltrekord eines DDR-Leichtathleten in einer Einzeldisziplin. Siegfried Valentin lief in Potsdam die 1000m in 2.16,7 min.

22. Juli 1960

Das neue "Solidaritätskomitee der DDR" wurde unter der regen Teilnahme von Vertretern aus 14 afrikanischen Staaten gegründet.

22. Juli 1960

Gisela Birkemeyer lief über 80m Hürden in 10,5 Sekunden Weltrekord bei den XI. DDR-Meisterschaften der Leichtathleten in Leipzig, welche 2 Tage später endeten.

3. August 1960

Dort schaute man auch den Motorsportlern oft zu. Diesmal hatten aber die Radfahrer das Sagen auf dem Sachsenring, denn sie trugen ihre Weltmeisterschaften dort aus.

11. August 1960

Die DDR griff nach den Sternen. Die Gesellschaft für Weltraumforschung und Raumfahrt der DDR wurde gegründet.

25. August 1960

Bei den XVII. Sommerspielen errangen DDR-Sportler 3 Gold- 9 Silber- und 7 Bronzemedaillen. Ingrid Krämer erkämpfte 2 Goldmedaillen im Turm- und Kunstspringen.

29. August 1960

Die DDR verbot anlässlich der Heimkehrer-Tagung in West-Berlin bundesdeutschen Bürgern für 5 Tage das Betreten Ost-Berlins.

7. September 1960

Wilhelm Pieck verstarb. Das Amt des Staatspräsidenten wurde durch den Staatsratsvorsitzenden ersetzt. Walter Ulbricht übernahm am 12. September das Amt.

8. September 1960

Bundesbürger durften generell nur noch mit einer Aufenthaltsgenehmigung nach Ost-Berlin reisen. Die BRD kündigte daraufhin das Interzonen-Handelsabkommen bis zum 1.1.1961.

15. September 1960

Nun wurden die Westdeutschen Reisepässe der Einwohner West-Berlins von der DDR an den Grenzübergängen nicht mehr anerkannt.

17. September 1960

Fortschritt durch Forschung. An diesem Tag gründete die DDR die Gesellschaft für experimentelle Medizin.

1. Oktober 1960

Die "Aktuelle Kamera" wurde auf 19.30 Uhr vorverlegt, um eine Überschneidung mit der populären westdeutschen "Tagesschau" der ARD zu vermeiden. War aber egal, da eh alle die Tagesschau sahen, denn sie wollten Nachrichten sehen und keine sozialistischen Produktionserfolge die eh nicht stimmten.

2. Oktober 1960

Die Deutsche Reichsbahn nahm den Städteschnellverkehr zwischen Berlin und den Bezirksstädten Rostock, Dresden, Karl-Marx-Stadt, Leipzig, Magdeburg und Erfurt auf.

4. Oktober 1960

Eine agitatorische Ulbricht-Rede. Der Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht hielt eine programmatische Rede zur "geschichtlichen Mission" der DDR.

5. Oktober 1960

Der DEFA-Film "Nackt unter Wölfen" der nach der Romanvorlage von Bruno Apitz gedreht wurde erhielt in der DDR den Kunstpreis.

6. Oktober 1960

Nun hatte auch Dresden seine große Antenne. An diesem Tag wurde in der Elbestadt der Fernsehturm eingeweiht.

8. Oktober 1960

Mit den "Meistersingern" von Richard Wagner wurde an diesem Tag das neu erbaute Opernhaus in Leipzig eröffnet.

11. Oktober 1960

Ab diesem Tag wurde der Vier-Teiler "Flucht aus der Hölle" mit dem bekannten DDR-Mime Armin Mueller-Stahl im DFF ausgestrahlt.

16. Oktober 1960

In Ost-Berlin wurde die viel beachtete Operette "Messeschlager Gisela" von Jo Schulz und Gerd Natschinski uraufgeführt.

3. November 1960

Frank Beyers Film "Fünf Patronenhülsen" hatte Premiere. Es spielten u.a. E. Geschonneck, U. Thein, E. Marian. A. Mueller-Stahl, M. Krug und G. Naumann.

11. November 1960

Es erfolgte die Grundsteinlegung für das Erdölverarbeitungswerk in Schwedt, was am Endpunkt der Erdölleitung "Freundschaft" aus der Sowjetunion stand.

1. Dezember 1960

Bis zum 31. Januar wurde eine Umtauschaktion für SED-Mitgliedsbücher und Kandidatenkarten zur Überprüfung der ideologischen Zuverlässigkeit durchgeführt.

2. Dezember 1960

Wieder einmal eine DEFA-Filmpremiere in der DDR. Der Film "Begegnungen im Zwielicht" war eine Koproduktion zwischen der DDR und Polen.

23. Dezember 1960

Auf Grund internationaler Proteste wurde Walter Janka, der am 7. März 1957 zur Zuchthaus-Haft in der DDR verurteilt worden war, aus der Haft entlassen.

29. Dezember 1960

Es war in der DDR schon zu einer liebgewordenen Tradition geworden, das die DEFA zum Jahresende Unterhaltsames lieferte. Diesmal den Film "Silvesterpunsch".

Ingrid Krämer (Wasserspringen) und Gustav Adolf "Täve" Schur und die Friedensfahrt-Mannschaft wurden zu den Sportlern des Jahres 1960 gewählt.

Die Bestseller des Jahres waren:

"In diesem Sommer" von Werner Bräunig
"Semester der verlorenen Zeit" von Juri Brezan
"Weg in die Wische" von Adolf Endler
"Die Abenteuer des Werner Holt 1" von Dieter Noll
"Die Sorge um die Macht" von Peter Hacks

Die Schlager-Hits des Jahres waren

"Moskauer Abende" von Peter Wieland
"Ich steig Dir aus Dach" von Bärbel Wachholz
"Damals" von Bärbel Wachholz

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18.01.2015
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