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06.01.1979 In der Volkswacht geblättert
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Was nun folgt, soll den nachfolgenden Generationen einen Einblick geben, wie man im real existierendem Sozialismus die Bürger über die Tagespolitik und das weltweite politische Geschehen informierte. So Manches ist politisch geschönt, übertrieben, zurechtgemacht oder auch einfach nur uninteressant, weil das niemand wissen wollte. Da waren Schlagzeilen von diesem Tag zu lesen wie:

„Kurs auf volle Produktion und Erfüllung der Planziele“
oder
„Werktätige sichern die geplante Produktion“

Nun einige Artikel aus der Ausgabe dieses Tages

Lage im Bezirk Gera stabilisiert sich

Unermüdlicher Einsatz gegen die Unwetterfolgen - Eisversatz in der Elster wird gesprengt - Weiterhin mit Energie sparen

Gera (Vw) Nach wie vor sind die Werktätigen unseres Bezirkes unter Führung der Partei- und Staatsorgane im Bezirk und den Kreisen mit ganzer Kraft dabei, die Auswirkungen des Unwetters zu beseitigen. Insgesamt, so wurde gestern in einem Pressegespräch beim Rat des Bezirkes mitgeteilt, hat sich die Lage in unserem Bezirk weiter stabilisiert, wobei natürlich die Schwierigkeiten noch längst nicht alle überwunden sind.
Die Energieversorgung hat sich weiter verbessert, einige Versorgungsstufen in der Elektroenergie konnten bereits zurück gesetzt werden. Weiter stabilisiert hat sich die Gasversorgung, die nun auch für die Industriebetriebe weiter weitgehend gesichert werden kann. Nach wie vor ist jedoch sowohl in den Haushalten als auch in den Betriebengrößte Sparsamkeit an Elektroenergie und Gas ein Gebot der Vernunft. Das Hauptziel des gestrigen Tages, mit weitestgehend möglicher hoher Kapazität in die Produktion zu gehen, wurde erfüllt. Das gilt auch für die Bauindustrie, die die Erfüllung des Wohnungsbauprogramms zu sichern hat. Nachdem bereits am Donnerstag die Plattenwerke wieder in Betrieb gingen, wurde gestern verstärkt wieder mit der Montage begonnen. Hier wie in anderen Betrieben der Industrie entfalteten die Werktätigen große Initiativen, um in Wochenendeinsätzen und durch verstärkte Schichtarbeit die unwetterbedingten Planrückstände aufzuholen.
(usw. usw. usw.)

Zweites Heim im gemütlichen Klub

Viele ältere Bürger nutzen in diesen Tagen die Möglichkeit, sich in den Klubs der Volkssolidarität aufzuhalten, die, wie hier der Klub „Curt Böhme“ in Gera, jeden Tag von vormittags bis abends geöffnet sind. Noch mehr als sonst gilt bei der jetzigen kalten Witterung die Sorge der Volkssolidarität und anderer gesellschaftlicher Kräfte den älteren Bürgern, ihrer Betreuung und Versorgung. Vielen Gehbehinderten und Bettlägerigen von ihnen wird ein warmes Mittagsessen ins Haus gebracht. Auch in der Hauswirtschaftspflege werden zusätzliche Bürger aufgenommen.

Jugendbrigaden an der Spitze

Gera (Vw) Wie wir schon gestern berichteten, hat bei den Jugendlichen unseres Bezirkes der Appell Erich Honeckers großen Widerhall gefunden, wonach es jetzt Anliegen der FDJ ist, sich bei der Überwindung der Folgen der Wetterunbilden und bei der Aufholung der Planrückstände an die Spitze zu stellen.

Die Jugendbrigaden des VEB Modedruck Gera und des WBK haben sich dieser Initiative angeschlossen.

Im VEB Elektronik Gera wollen die Jugendbrigaden „Katja Niederkirchner“, „Vorwarts“, „Aufbau“, „Freundschaft“, „Heinrich Hertz“, „Jenny Marx“, „Madame Curie“, Wilhelm Pieck“ und „Viktor Jara“ am 6. und 7. Januar arbeiten, um Planrückstände aufzuholen. Kontrollposten der FDJ achten im Betrieb auf den sparsamen Umgang mit Energie.

FDJler des VEB Datenverarbeitung leisten sozialistische Hilfe im Energiekombinat, um die Versorgung der Industrie mit Elektroenergie und Fernwärme zu stabilisieren.

2000 Werftarbeiter der BRD auf Entlassungsliste gesetzt

Bonn (ADN) Die größte Werft im BRD-Land Schleswig Holstein, die „Howaldtswerke – Deutsche Werft AG“  (HDW), hat angekündigt, in den nächsten drei Jahren weitere 2.000 Arbeiter eher zu entlassen, als vorgesehen, berichtet die BRD-Wochenzeitung „Vorwärts“. In den letzten Jahren hat die Werft ihre Beschäftigtenzahl bereits von 21.000 auf 13.000 reduziert.

Westberlin

Westberlin. 36.344 Männer, Frauen und Jugendliche waren im Dezember des vergangenen Jahres in Westberlin ohne Arbeit.

Mitteilung Über die Sitzung der Kreisleitung Gera-Stadt der SED vom 5. Januar 1979

Am 5. Januar tagte in Auswertung der 9. Tagung des Zentralkomitees der SED die Kreisleitung Gera-Stadt der SED.
Den Bericht des Sekretariats der Kreisleitung erstattete Genosse Helmut Drexler, Sekretär der Kreisleitung.
Genosse Siegfried Raab, Mitglied des Sekretariats der Bezirksleitung und 1. Sekretär der Kreisleitung, erläuterte den Bericht der Kreisleitung an die Kreisdelegiertenkonferenz sowie das Kampfprogramm der Kreisparteiorganisation Gera-Stadt der SED in Vorbereitung des 30. Jahrestages der Gründung der DDR und zur weiteren Verwirklichung der Beschlüsse des IX. Parteitages der SED in den Jahren 1979/1980.
In der Diskussion ergriffen acht Genossinnen und Genossen das Wort. Das Schlusswort hielt Genosse Siegfried Raab.
Die Kreisleitung bestätigte den Bericht des Sekretariats an die Kreisleitung, das Schlusswort des 1. Sekretärs, den Bericht der Kreisleitung an die Kreisdelegiertenkonferenz und das Kampfprogramm der Kreisparteiorganisation. Das Plenum der Kreisleitung sprach allen Werktätigen unserer Stadt, den Mitarbeitern des Staatsapparates und der Sicherheitsorgane für die hohe Einsatzbereitschaft und für die großen Leistungen bei der Bekämpfung und Überwindung der Schäden und Folgen, die durch die extremen Witterungsunbilden entstanden sind, Dank und Anerkennung aus.
Das Plenum würdigte die großen Initiativen der Kommunisten und Werktätigen unserer Stadt, bis zur Kreisdelegiertenkonferenz der SED am 13. Januar 1979 die eingetretenen Planrückstände aufzuholen.

Von der gestrigen (5. Januar 1979, ein Freitag) Sitzung der Kreisleitung Gera-Stadt der SED

Plangleich bis zur Delegiertenkonferenz

(Zahlreiche Initiativen Geraer Werktätiger, um die Folgen der extremen Witterungsbedingungen zu überwinden)

Im Mittelpunkt der gestrigen Tagung der Kreisleitung Gera-Stadt der SED stand die weitere Auswertung des 9. Plenums des Zentralkomitees der SED. Dabei wurden in schöpferischer Atmosphäre die Aufgaben beraten, die es zur Verwirklichung der Beschlüsse des IX. Parteitages bis 1980 in unserer Stadt zu lösen gilt. Aufgaben, die darauf gerichtet sind, den 30. Jahrestag der Gründung unserer Republik würdig vorzubereiten.
Die ersten Tage des Jahres 1979 brachten auch für unsere Stadt eine schwierige Situation, den die Witterungsunbilden gingen auch an Gera nicht vorbei. Wie diese Situation mit Elan, Tatkraft und Schöpfertum gemeistert wird, darüber wurde auch auf der Kreisleitungssitzung gesprochen.
Hier ein Auszug aus dem Diskussionsbeitrag von Heide Geppert, Mitglied der Kreisleitung, aus dem VEB Elektronik:
Die Anforderungen zur weiteren Erhöhung der Leistungskraft unserer Volkswirtschaft sind hoch. Unser Betrieb hat dazu einen großen Anteil zu bringen. Das Jahr 1978 war für uns erfolgreich. 1979 geht es darum, im VEB Elektronik die industrielle Warenproduktion gegenüber dem Vorjahr auf 113 % zu steigern. Das erfordert von uns, alles in unseren Kräften Stehende zu tun, um das Leistungsvermögen unseres Betriebes weiter zu erhöhen. Die Auswirkungen der extremen Witterungsbedingungen am Jahresbeginn stellen uns dabei gleich in den ersten Januartagen vor harte Tatsachen.
Die Belegschaft unseres Betriebes hat für diese Probleme volles Verständnis. Es gibt bereits eine Vielzahl von Aktivitäten, den Produktionsausfall so gering als möglich zu halten. Unter Führung der BPO (Betriebs Partei Organisation Anmerkung der Redaktion) stellt sich unser Betrieb das Ziel, die eingetretenen Rückstände schnellstens aufzuholen. Der Monatsplan Januar wird auf alle Fälle erfüllt, und bis zur Kreisdelegiertenkonferenz unserer Partei wollen wir Plangleichheit erreichen. Auch von unserer Zielstellung, im ersten Quartal den Plan mit 25,1 % zu erfüllen, gehen wir nicht ab. Die Kommunisten und Werktätigen des VEB Elektronik werden all ihre Kraft daransetzen, die von uns selbst gefaßten Beschlüsse zu verwirklichen.
Während der Sitzung der Kreisleitung gingen alle Diskussionsredner darauf ein, wie es mit der Kraft aller gelingen muß, die Folgen der extremen Witterungsbedingungen zu überwinden. Jochen Donath, Betriebsdirektor des VEB Modedruck, sprach allen aus dem Herzen, daß er den Kumpels in der Braunkohleindustrie und den Kraftwerkern, ihren vielen Helfern, dankte, denn sie vollbrachten Großes.

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18.01.2015
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