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16.10.1814 Carl Louis Hirsch geboren
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Carl Louis Hirsch - Wie alles begann

Hirsch hatte ganz klein angefangen. Die bescheidene Ausstattung seines Handwerksbetriebes bestand lediglich aus 2 Zinkeimern und einem Kupferkessel, welche er mit offenen Feuerstellen beheizte. Die gefärbten Stoffe wurden damals von einer einfachen, über den unmittelbar an dem Haus vorbeiführenden Mühlgraben gelegten Spülbrücke aus dem fliesenden Wasser gespült. Hirsch verfolgte aufmerksam die rasante technische Entwicklung in der aufstrebenden Textilindustrie. Durch die Anwendung des Kalblaus und der im eigenen Betrieb entwickelten Schwarzfarbe, welche später die Bezeichnung "Hirschschwarz" erhielt, konnte er seine Färberei stetig weiter entwickeln. Dann begegnete er seiner großen Liebe.
Im Jahr 1857 heiratete er Louise Wilhelmine Arnold, die Tochter des Greizer Textilfabrikanten Ferdinand Arnold.
Drei Jahre später erwarb Hirsch die außerhalb der Innenstadt gelegene "Grünersche Färberei" in der späteren "Geschwister Scholl Straße" sowie einiger unbebauter Nachbargrundstücke und verlegte seine Färberei an diesen Ort. Der auch durch dieses Grundstück fliesende Mühlgraben bot durchaus günstige Standortbedingungen und die zur gleichen Zeit erfolgte Einführung der Anilinfarben eröffnete der Färberei bisher ungeahnte völlig neue Möglichkeiten. Bereits weitere drei Jahr später konnte Hirsch auch noch eine Appreturanstalt angliedern.
In den Gründerjahren, in dem Deutsch/Französischen Krieg von 1870/71 folgenden Jahren des wirtschaftlichen Aufschwungs, entwickelte sich die Färberei Hirsch zu einem Großbetrieb. Hirsch verstand es, sich den Bedürfnissen der Gera-Greizer Textilindustrie anzupassen und seinen Betrieb durch die Übernahme aller sich bietenden neuen technischen Möglichkeiten immer leistungsfähiger zu gestalten. Dazu gehörte unter anderem, dass er am 6. November 1877 als einer der ersten Unternehmer Deutschlands in einem großen Saal seiner Färberei eine elektrische Beleuchtungsanlage in Betrieb nahm.
In einem Führer durch Gera und Umgebung von 1880 wurde die Färberei, deren Anlagen eine Fläche von über 7 Hektar (70 000 Quadratmeter) umfassten und in der 750 Arbeiter beschäftigt waren, als Deutschlands größte Färberei und Appreturanstalt bezeichnet.

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Tintenglas mit Feder
 
 
18.01.2015
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