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07.10.1949 Die Gründung der DDR
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Zur Entstehung der beiden deutschen Staaten

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Deutschland in 4 Besatzungezonen aufgeteilt. Die westlichen fielen an Frankreich, England und die Vereinigten Staaten von Amerika. Der Ostteil ging an die Union der Sozialistischen Sowjet Republiken (Sowjets), welche in Deutschland ihre Version des Sozialismus unbedingt aufbauen wollten. Natürlich war die gewonnene territoriale Nähe zum "Klassenfeind" das Wichtigste für die Sowjets. Nachdem Thüringen amerikanisch befreit und gegen Westberlin getauscht wurden war, stand das Territorium der DDR fest.

Am 21. und 22. April 1946 wurde auf Druck der SMAD (Sowjetische Militär Administration) in der SBZ (Sowjetische Besatzungszone) die KPD (Kommunistische Partei Deutschlands) und die SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands) zur SED (Sozialistische Einheitspartei) zwangsvereinigt. Vorsitzende wurden Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl. In den westlichen Besatzungszonen blieb die SPD eigenständig und lehnte eine Zusammenarbeit mit den Kommunisten scharf ab.

Nach einer programmatischen Rede des US Außenministers James Francis Byrnes am 6. September 1946 wurde Frankreich zum Schulterschluss mit den englischen und den amerikanischen Besatzungsmächten (Bizone) aufgefordert, welche am 1. Januar 1947 entstand. 1948 traten die französischen Besatzungstruppen bei und die "Trizone" war geschaffen. (Im Westen Deutschlands wurde ein Kabarettlied zum Kassenschlager, welcher auf die Besatzung aufmerksam machte. Jeder kannte damals die Melodie zum Gassenhauer "Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien...")

Am 12. März 1947 formulierte der US-Präsident die nach ihm benannte "Truman-Doktrin", welche all den Staaten wirtschaftliche und militärische Unterstützung gewähren sollte, deren Freiheit vom Kommunismus bedroht war. Der Beginn der antikommunistischen Außenpolitik der USA. (Containment)

Am 5. Juni 1947 schlug der US-Außenminister George C. Marshall seinen Wirtschaftsplan für die europäischen Westmächte, den "Marshall-Plan", vor. Durch die wirtschaftliche Stärkung der westlichen Besatzungsmächte, sollte der Kommunismus geschwächt werden.
Im September 1947 gründeten die Oststaaten unter der Führung der Sowjets das Kommunistische Informationsbüro "Kominform", als Antwort auf die Containment-Politik der Westmächte.

Ende 1947 endete eine Außenministerkonferenz der 4 Besatzungsstaaten ohne eine Einigung über eine einvernehmliche Politik in Deutschland. Die Sowjets kritisierten vor allem die Errichtung der Bizone im Westen. Im westentlichen scheiterten die Verhandlungen an den Forderungen der Russen zur Beibehaltung der Reparationszahlungen aus dem Westen.

Am 9. Februar 1948 trat die "Frankfurter Charta" in Kraft. Sie beinhaltete die von den westlichen Besatzungsmächten beschlossene Reform der Bizone. Neben der Vergrößerung des Wirtschaftsrates wurde die Errichtung eines Länderrates als zweite Kammer mit Vetorecht und Recht zur Gesetzesinitiative vereinbart. Diese Reform kam einer provisorischen Regierungsbildung im Westen Deutschlands gleich.

Am 13. Februar 1948 kam die Antwort auf die Schaffung von regierungsähnlichen Strukturen in der Bizone von der Sowjetischen Militäradministration. Die Deutsche Wirtschaftskommission (DWK) wurde von den Sowjets zur Zentralinstanz der Wirtschaftsplanung im Osten Deutschlands aufgebaut.

Am 20. März 1948 kam das aus den 4 Besatzungsmächten bestehende oberste Regierungsorgan zum letzten Mal zusammen. Der Vertreter der russischen Besatzer Marschall Wassilij Sokolowskij verlies die Sitzung aus Protest gegen die Ergebnisse der Dreimächtekonferenz vom 23. Februar 1948 und des "Brüsseler Paktes" vom 17. März 1948. Damit wurde das Ende der gemeinsamen alliierten Politik sichtbar. Der Beginn des damit ausgelösten "Kalten Krieges" in Europa und Übersee.

Im Juni 1948 wurde in den 3 westlichen Besatzungszonen eine Währungsreform durchgeführt. Die dann wertlose Reichsmark wurde ungültig. Jeder "Westbürger" erhielt gestaffelt 60 DM. Daraufhin veranlassten die Russen im gleichen Monat ihrerseits eine Währungsreform für den Osten und Berlin. Berlin lag mitten im russischen Gebiet.
Mit einer Blockade aller Zufahrtswege nach Westberlin reagierten die sowjetischen Besatzungsbehörden auf die Währungsreform in den Westzonen, was als entscheidender Schritt in Richtung Weststaatsgründung verstanden wurde. Ziel der Sowjets war, die westlichen Besatzungsmächte aus dem gesamten Berliner Gebiet, der ehemaligen Reichshauptstadt, zu verdrängen. Der amerikanische Militärgouverneur Lucius D. Clay veranlasste darauf hin, eine Luftbrücke zur Versorgung der Berliner Bevölkerung einzurichten. Es war auch eine beeindruckende Demonstration amerikanischer Stärke gegenüber den Sowjets.

Die "Frankfurter Dokumente" wurden am 1. Juli 1948 von den Ministerpräsidenten der drei westlichen Besatzungszonen an die Alliierten übergeben. Sie beinhalteten unter anderen eine Aufforderung zur Ausarbeitung einer verbindlichen Verfassung. Damit wurde die Gefahr einer Spaltung Deutschlands immer deutlicher. Noch wurde aber die Weststaatengründung offiziell als Vorstufe für einen gesamtdeutschen Staat gewertet.

Am 12. Mai 1949 wurde nach langen Verhandlungen die Berlinblockade beendet. Das Jessup-Malik-Abkommen kam zustande. Das Besatzungsstatut für die Bundesrepublik Deutschland trat am 21. September 1949 in Kraft. Bis zum 6. Oktober 1949 wurde die Versorgung des Westsektors von Berlin und deren 2,1 Millionen Einwohner durch die Luftbrücke noch fortgesetzt. In 279.114 Einsätzen wurden 2 Millionen Tonnen Güter transportiert.

Der 7. Oktober 1949, 40 Jahre lang ein Feiertag in der DDR der an die Staatsgründung erinnern sollte, war der Gründungstag der von Stalin instalierten DDR als ersten sozialistichen Staat in Deutschland. Der Deutsche Volksrat proklamierte die DDR, konstituierte sich als Nationalparlament (Volkskammer) und setzte eine eigene Verfassung in Kraft. Die gesetzgebende Gewalt lag in der Zuständigkeit der Volkskammer, die Otto Grotewohl mit der Regierungsbildung beauftragte. Am 10. November 1949 wählten Volks- und Länderkammer den SED-Vorsitzenden Wilhelm Pieck zum ersten und wie sich zeigen sollte auch einzigen Präsidenten der DDR. Beide waren zu diesem Zeitpunkt Mitglied der SED. Das oberste Gremium des Staates (wie der Bundestag im Westen) war als "Politbüro der SED" nach dem Vorbild der KPdSU, in der DDR eingerichtet worden.

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18.01.2015
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