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1534 Untermhaus
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Der Name "Untermhaus" leitet sich von der Lage dieses Geraer Stadtteils ab.
Die Burg auf dem Hainberg wurde im Gegensatz zu der "Unterstadt" (Untermhaus) nur das"Haus" genannt. Das unterhalb gelegene Vorwerk, welches weniger der Befestigung, wohl eher zur Erhaltung der Burganlage diente, nannte man in Folge dessen "Unterm- Haus". Seit dem Mittelalter wurde dieses Vorwerk von einem Teil der Burgwache oder Burgmannen, deren Anführer sowie sämtlicher Familienangehöriger bewohnt. Diese waren im Besitz einer eignen wenn auch kleinen Kapelle, die schon an der Stelle der heutigen Marienkirche stand. Reste der um Zwölfhundert erbauten Kapelle lassen sich noch heute im Inneren von St. Marien, neben dem Glockenturm, finden.
Im Jahre 1534 wurde die im Schutz der Burg gelegene Siedlung "Untermhaus" erstmalig erwähnt. Untermhaus und dessen Siedlungs- und Architkturgeschichte waren stets untrennbar mit dem Schloß Osterstein verbunden.
Heinrich Posthumus (1572-1635) ließ 1603 auf dem Gelände des alten Vorwerks neue Gebäude errichten, die 1728 nachdem sie einem Brand zum Opfer fielen, durch Heinrich XVIII, dem Erbauer des Küchengartens, erneut aufgebaut wurden. In der Folgezeit entstanden weitere Gebäude neben dem Vorwerk. Dabei wird der "Gries" als erster Ort benannt, bei dem eine Bautätigkeit meist kleinerer Häuser einsetzte. Einst befand sich dort der Bauplatz der Burg und somit ließen sich dort verschiedene Baugewerke nieder. Vornehmlich waren es Zimmerleute die am "Gries" siedelten woher auch der ursprüngliche Name "Zimmermannshaufen" stammte.
Gegenüber des Schloßberges erstreckt sich der Weinberg, der seinen Namen der Tatsache vedankt, das bis in das Jahr 1562 an der Östlichen sonnenbestrahlten Wand dunkle Weireben angebaut wurden. Der Geraer Wein hat sich aber zu keiner Zeit wirklich einen Namen machen können und so war folglich, das die Reben später dem Hopfenanbau weichen mußten.
Das Geraer Bier aber hatte einen ausgezeichneten Ruf und deshalb konnte man den Anbau von Hopfen als zeitgemäßer betrachten.
Im Jahre 1839 wurde mit der Umgestaltung des Weinberges zu einem Forstgarten mit hohem Baumbestand begonnen.
Unterhalb des Grieses wurde 1853 der große, durch den Geraer Mälzer August Häußer errichtete imposante Bau des Bauhofes vollendet. Heute ist der Glanz von einst verblasst.

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18.01.2015
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